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Whisper

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241

Dienstag, 4. Mai 2021, 13:12

Zwar nicht ganz so aufsührlich wie anfangs zu den Moore-Bonds, aber halt kurz und knackig.
Beim Punktesystem hast du dich wohl an die Oberstufe oder besser an unseren Martin orientiert, ich bleibe immer bei meiner Standard 10er Skala.
Von Zeit zu Zeit reiche ich mal detaillierte Bewertungen nach ;) . Das sollte erstmal nur ein Schnelldurchlauf sein.

Ich bin hier mal bewusst auf das 15er-System gegangen, weil ich festgestellt habe, dass sich viele Filme sonst gar nicht unterscheiden würden. Die Mehrheit der Bondfilme ist halt einfach zu gut :D
Whisper, das Tor! Aber langsam Whisper, langsam. Unsere Gäste sollen Zeit haben, sich zum Dinner zu versammeln.

ollistone

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242

Dienstag, 4. Mai 2021, 13:52

LTK punktet bei mir u.a. mit dem Titelsong, den ich nach wie vor für einen der besten, wenn nicht sogar den besten Titelsong überhaupt halte. Extrem bondig.

Und ich mag die Stunts, vom Flugzeug-Angeln über das Barfuß-Wasserskifahren bis zur Truck-Verfolgung. Vielleicht die besten Stuntszenen der 80er-Bonds. (Überhaupt hatte John Glen ein Händchen für gute Stunts.)

Nicht untypisch für seine Entstehungszeit ist freilich die Gewaltdarstellung, einen Punkztabzug dafür könnte ich nachvollziehen.
"You may be a lover but you ain't no dancer."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ollistone« (4. Mai 2021, 14:47)


Django

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243

Dienstag, 4. Mai 2021, 14:33

LTK punktet bei mir u.a. mit dem Titelsong, den ich nach wie vor für einen der besten, wenn nicht sogar den besten Titelsong überhaupt halte. Extrem bondig.

DAs ist auch einer meiner Favoriten :thumbup: !

Und was die Gewaltdarstellung betrifft: Da ist ja viele, was nachher noch kommen sollte wesentlich übler. Insbesondere einige Gewaltorgien in der Craig-Ära sind ja teilweise schwer erträglich, zumal das Ganze oft noch so einen Psycho-Unterton hat. Da wirkt das endlose Geballere in GE und TND schon fast cartoonmässig-harmlos

Feirefiz

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244

Dienstag, 4. Mai 2021, 19:09

Zu LTK habe ich mir hier ja schon die Finger wundgetippt. Egal, von vorn: Trotz der Gewalt und Bonds Solofeldzug – der sich aber auch für mich fast wie eine reguläre Mission anfühlt – versprüht der Film für mich ohne jeden Abstrich Bond-Feeling pur. Den Stilbruch, den viele beklagen, kann ich argumentativ z. T. nachvollziehen, nicht aber emotional. Das ist von A bis Z lupenreiner Bond, ebenso wie etwa OHMSS auch, wo Bond gleich zweifach kündigen will und später gegen M’s eindeutige Weisung Blofelds Festung stürmt. Und auch da, wo LTK von der Formel ausdrücklich abweicht, gefällt mir die jeweilige Umsetzung. Nehmen wir Bonds Kündigung: Sein kurzer Kampf mit sich, Ms fortwährender Schutz und diskreter Beistand – das ziehe ich etwa Craig-Bonds schnoddriger „Scheißegal“-Reaktion auf seine Suspendierung in SP um Längen vor.

Sind die Dalton-Filme für viele offenbar nichts Halbes und nichts Ganzes, vereinen sie für mich in dem Versuch, der Formel zu genügen und zugleich Bond als Person fassbarer zu machen, Tradition und Moderne gerecht zu werden, das Beste beider Welten. Auch wenn das seit gut 30 Jahren ein eher exklusiver Zugang zu Dalton und besonders zu LTK sein mag …
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are —
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

  • »Martin« ist männlich

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Mittwoch, 5. Mai 2021, 03:04

Dass sich LTK im Prinzip größtenteils nicht von einer regulären Mission unterscheidet, wird immer als ein Vorteil des Films genannt. Aber wenn man bedenkt, dass das als der 'unique selling point' herausgestellt wurde, ist das eigentlich gar nicht so positiv. Ich glaube zwar nicht, dass das einer der Gründe für das eher überschaubare Einspielergebnis war, weil die ganze Marketingkampagne ja eh eine der schlechtesten des ganzen Franchise' war. Und durch die Ernsthaftigkeit und Brutalität hob er sich ja dann auch so von den bisherigen Filmen ab.

Das ist grundsätzlich aber ein Problem, das ich mit den ganzen neueren Bondfilmen habe. Wenn man wirklich mal einen richtig krassen Ausnahmebondfilm machen und danach mal wieder regulär weitermachen würde, fände ich das gut. Aber gefühlt ist in jedem Film jetzt ein bisschen Ausnahmezustand, aber auch nie so ganz wirklich. Wenn man Figuren wirklich mal krass über die Klinge hat springen lassen, dann waren es welche, die man extra dazu geschrieben hat, und die dem Zuschauer nicht wirklich weh taten. Leiters Frau, Bonds angeblicher Best Buddie Alec, Ms alter Schulfreund King, etc. SF hatte dann wenigstens mal den Mumm, der TWINE noch abging. Aber auch hier tut es nicht wirklich weh, weil der Ausstieg von Judi Dench eh absehbar war. Und man hat ein bisschen mit den Motiven vom Roman YOLT gespielt, ohne die Cojones, es wirklich ganz krass mit Gehirnwäsche Bonds oder ähnliches durchzuziehen. Jetzt werden in jedem Bondfilm Bond mal die Karten gesperrt, M ist ein bisschen sauer, die Doppelnull-Abteilung soll mal wieder aufgelöst werden, Bond wird ein bisschen verfolgt und ist ein bisschen auf eigene Faust unterwegs. Aber ich muss sagen, ich hab nie im Kino gedacht: Wow, das ist mal richtig krass und neu! Ich glaube, wenn man einmal so ein Ding bringen würde, müsste man das auch nicht in jedem Film immer wieder machen.

Havanna

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Mittwoch, 5. Mai 2021, 07:18

Deshalb fände ich die Idee, dass Bond mit dem Abschied eines Darstellers (wie z.B. Craig jetzt) am Ende des Films auch mal stirbt. Jeder Darsteller ist sowieso so eine Art Reboot, sodass das auch kein Problem mit der Kontinuität wäre und man sich keinen abbrechen müsste, ihn wieder irgendwie zurückzubringen.

Django

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247

Mittwoch, 5. Mai 2021, 07:32

Wie recht du hast Martin!

Aber ich muss sagen, ich hab nie im Kino gedacht: Wow, das ist mal richtig krass und neu!

Ich muss zwar sagen, dass ich bei CR schon fand "Wow - das ist ja mal neu. Und genial". Gleichzeitig wusste ich aber, dass das kaum so weitergehen konnte. QoS war ja aber rückblickend recht "moderat". Aus heutiger Sicht der letzte halbwegs "normale" Bond-Film ohne allzu viel Psycho-Zeugs, Gespenster aus der Vergangenheit, seltsame "Familienverhältnisse" und so. Dafür mit Quantum eine recht glaubwürdige (für Bond-Verhältnisse natürlich) Organisation (was dann leider in SP alles wieder kaputt gemacht beziehungsweise verschenkt wurde). So sehe ich denn auch einige Parallelen zwischen QoS und LTK: Beide Filme sind eines Darstellers Zweite, bei beiden ist Bond auf Rache aus und daher hochmotiviert, bei beiden ist er teilweise in eigener Mission unterwegs. Weiter sind beide Filme straight, schnell und heftig... voll in die Fresse. Und beide Filme wurden und werden irgendwie unterschätzt.

Zitat

Darsteller ist sowieso so eine Art Reboot, sodass das auch kein Problem mit der Kontinuität wäre und man sich keinen abbrechen müsste, ihn wieder irgendwie zurückzubringen.

Dennoch halte ich nicht viel von dieser Idee: Dann müsste sich der neue Bond ja selbst rächen :wacko: . Das wäre aber dann doch eher was für Chuck Norris ;)

ollistone

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Mittwoch, 5. Mai 2021, 09:35

Sind die Dalton-Filme für viele offenbar nichts Halbes und nichts Ganzes, vereinen sie für mich in dem Versuch, der Formel zu genügen und zugleich Bond als Person fassbarer zu machen, Tradition und Moderne gerecht zu werden, das Beste beider Welten.


Ach Feirefiz... hätte ich doch nur die Gabe, die Dinge so auszudrücken wie du... :thumbup:
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Whisper

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Freitag, 7. Mai 2021, 10:41

Das schönste am Bond-Marathon ist für mich die unglaubliche Bandbreite der Bondfilme. Es gibt einfach alles: von realistisch bis märchenhaft, von ernsthaft bis humorvoll, von düsteren Winkeln Istanbuls bis hin zu traumhaften karibischen Stränden. Die Filme nehmen uns mit auf eine Weltreise, bei der wir große Verbrecherorganisationen und charismatische Einzelgänger mit tödlichen Visionen kennenlernen. Jeder Film wirkt anders auf den Betrachter. Am Ende eines jeden Marathons habe ich immer das Gefühl, das komplette Farbspektrum gesehen zu haben. Auch musikalisch bieten die Filme eine unglaubliche Vielfalt! So haben selbst die schwächeren Filme einen Reiz und vervollständigen das Gesamtbild.


Am Ende angelangt freue ich mich immer schon auf den nächsten Spätherbst, wenn die großen bunten Kreise wieder über den Bildschirm tanzen. :dance:
Whisper, das Tor! Aber langsam Whisper, langsam. Unsere Gäste sollen Zeit haben, sich zum Dinner zu versammeln.

Django

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Freitag, 7. Mai 2021, 13:08

Schön gesagt bzw. geschrieben Whisper :)

Whisper

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Freitag, 7. Mai 2021, 21:02

Schön gesagt bzw. geschrieben Whisper :)
Danke! Man könnte es auch mit Stromberg sagen: "For me, this is all the world. There is beauty, there is ugliness, and there is death."
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Mister Bond

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Montag, 10. Mai 2021, 15:14

TSWLM:
2 Klassen besser als der Vorgänger und der erste perfekte Bondfilm! Hier stimmt einfach alles.
15/15


Da kann ich nur zustimmen. Mittlerweile hat sich mein Geburtsjahrgang bei mir auch wieder auf Platz 1 geschoben, vorbei an OHMSS. Es ist für mich der perfekteste, ikonischste Bondfilm und punktet in praktisch allen Kategorien. Hätte er neben Ski-, Unterwasser- und Gadgetauto-Action auch noch die Casinoszene, die im Drehbuch stand, würde er alle Punkte der Formel abhaken. Und wirkt dabei gar nicht so bemüht.

:kneel:


Ansonsten, schöne letzte Worte von Whisper :)

Dr. moVe

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Donnerstag, 13. Mai 2021, 10:47

Sind die Dalton-Filme für viele offenbar nichts Halbes und nichts Ganzes, vereinen sie für mich in dem Versuch, der Formel zu genügen und zugleich Bond als Person fassbarer zu machen, Tradition und Moderne gerecht zu werden, das Beste beider Welten.


Ach Feirefiz... hätte ich doch nur die Gabe, die Dinge so auszudrücken wie du... :thumbup:

Diesem Wunsch kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen, ollistone! Treffend auf den Punkt gebracht, Feirefiz! :prost:
Es fällt mir sehr schwer, mir das Franchise ohne diese beiden, von der breiten Allgemeinheit meist erstaunlich negierten Werke vorzustellen. Ein ganz wichtiger Aspekt würde nämlich fehlen: Der Beweis, das plakative Traditionen und Ur-Ingredienzien mit der Moderne souverän harmonieren können. Klar sprechen viele Filmkritiker des 21. Jahrhunderts diese Eigenschaft meist CR und SF zu. Aber die Craig-Bonds - so sehr ich sie auch liebe - sind weit davon entfernt, von sovielen klassischen Attributen und einer Eon-traditionellen Oldschool-Atmosphäre beseelt zu werden, als das TLD Mitte der 80er - einer Hochzeit der Postmoderne - gelingt.
Als jemand, der mit dem Film seinen regulären Kino-Einstieg erlebte, finde ich es immer sehr interessant, wie massiv eine große, breite Fraktion der 'Generation Bronsan' GE eben genau jene 'Perfect-Modern-Classic-Mix'-Qualiäten auf sakralste Art und Weise zuschreibt, die ich vielmehr stets in Dalton's Debüt manifestiert sehe. Vermutlich ein heftiges Indiz dafür, wie sehr doch das Lebensalter eine Rolle spielt, in dem man die Filme kennenlernt. Je älter TLD wird, desto mehr schätze ich jedenfalls dessen erstaunlich stilsichere Ausgewogenheit aus Seriösität und Nonsens, aus sensationsorientiertem Action-Märchen und romantischem Cold War-Thriller. Den oft geäußerten Vorwurf, der Film sei zu 'soft' für seinen Hauptdarsteller, verstehe ich zwar von seinem Sinngehalt her, aber ich nehme diesen Aspekt vielmehr als etwas ganz wunderbares war. Es ist gerade dieser Spagat, aus hoch-ambitionierter Berufsagenten-Performance in einem weitesgehend prickelnd-leichten Abenteuerfilm, den ich besonders an dem Film schätze. Denn gerade so überzeugen Bond's emotionale Stimmungsübergänge, wie beispielsweise auf dem Wiener Prader (von vergnüglich, relaxt, romantisch zu schockiert, ergriffen und wütend) äußerst souverän. Bei allen Problemen, die das breite Durchschnittspublikum mit Dalton's Optik, seiner Interpretation der Rolle und seinem mangelndem Superstar-Appeal hat, fand ich es immer unfair wie sehr diese Qualitäten in der Regel von der breiten Publikumsmasse ignoriert werden.
Und obwohl LTK für mich der merkwürdigste Film des ganzen Franchise ist, da ich mich hier so sehr wie bei keinem anderen Bondfilm zwischen den extrem polarisierten Stühlen des Fandoms platziert fühle, ist es gerade dieser Film, dessen Impact im Franchise bis zum heutigen Tage spürbar nachhalt und dem daher inzwischen eine Bedeutung innerhalb der Reihe zukommt, der ihn zu einem der entscheidensten Werke macht. Auch das wird meiner Meinung nach, bei der überwiegenden Fokussierung auf das kommerzielle Comeback und die damit einhergehende 'Lebensrettung', die die Serie GE zu verdanken hat, überblendet. Dennoch läßt sich dieser Aspekt schwer wegdiskutieren. Er wird nie einer meiner Favoriten sein, denn dazu fehlt es einfach bei mir an entsprechendem Herzblut, aber an LTK kommt man irgendwie nicht vorbei... :coffee:

@Django: Bezüglich den Paralellen von LTK und QoS kann ich Dir nur zustimmen. :thumbup: Ich selbst sehe die Filme daher auch oft als verwandt an. Nur mit dem Unterschied, das mir der in Fankreisen allgemein noch unbeliebtere QoS deutlich näher steht, als Dalton's Massenpublikumsstiefkind. Aber heftige Underdogs und Bashing-Opfer sind sie nunmal beide...

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Dr. moVe« (13. Mai 2021, 12:56)


Feirefiz

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Donnerstag, 13. Mai 2021, 15:34

Sind die Dalton-Filme für viele offenbar nichts Halbes und nichts Ganzes, vereinen sie für mich in dem Versuch, der Formel zu genügen und zugleich Bond als Person fassbarer zu machen, Tradition und Moderne gerecht zu werden, das Beste beider Welten.


Ach Feirefiz... hätte ich doch nur die Gabe, die Dinge so auszudrücken wie du... :thumbup:

Diesem Wunsch kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen, ollistone! Treffend auf den Punkt gebracht, Feirefiz! :prost:
Es fällt mir sehr schwer, mir das Franchise ohne diese beiden, von der breiten Allgemeinheit meist erstaunlich negierten Werke vorzustellen. Ein ganz wichtiger Aspekt würde nämlich fehlen: Der Beweis, das plakative Traditionen und Ur-Ingredienzien mit der Moderne souverän harmonieren können. Klar sprechen viele Filmkritiker des 21. Jahrhunderts diese Eigenschaft meist CR und SF zu. Aber die Craig-Bonds - so sehr ich sie auch liebe - sind weit davon entfernt, von sovielen klassischen Attributen und einer Eon-traditionellen Oldschool-Atmosphäre beseelt zu werden, als das TLD Mitte der 80er - einer Hochzeit der Postmoderne - gelingt.
Als jemand, der mit dem Film seinen regulären Kino-Einstieg erlebte, finde ich es immer sehr interessant, wie massiv eine große, breite Fraktion der 'Generation Bronsan' GE eben genau jene 'Perfect-Modern-Classic-Mix'-Qualiäten auf sakralste Art und Weise zuschreibt, die ich vielmehr stets in Dalton's Debüt manifestiert sehe. Vermutlich ein heftiges Indiz dafür, wie sehr doch das Lebensalter eine Rolle spielt, in dem man die Filme kennenlernt.



Danke, Freunde! :friends:

Und schön, mal wieder von Dir zu lesen, Dr. moVe, und dann gleich mit einem Beitrag, der mir größtenteils ganz aus der Seele spricht. Habe mir TLD erst vor wenigen Tagen mal wieder angesehen und war einmal mehr begeistert, wie klassisch und frisch zugleich dieser kleine Jubiläums-Film (25 Jahre EON-Bond) auf mich wirkt – und wie harmonisch dabei, wo die Brosnans häufig tonal auseinanderzufallen drohen. Selbst die Schlussszene hat mich – ähnlich wie bei LTK oder auch schon bei FYEO – nie gestört. Der relative Ernst dieser 80er-Beiträge wird hier mit einem Augenzwinkern aufgelöst – im Falle von LTK wortwörtlich, auch wenn das den Toleranzrahmen selbst vieler dem Film gewogener Fans zu sprengen scheint -, ohne dass damit die allgemeine Stimmung und Stimmigkeit der Filme für mich negiert würde oder auch nur Schaden nähme.

Die generationenspezifische Wahrnehmung ist sicher ein wichtiger Punkt – und umso verheerender ist das EON-Missmanagement in den vergangenen ca. 10 Jahren. Denn während bis in die frühen 00er-Jahre ein Großteil der Neu-Fans sich für den kompletten Kanon interessierten, glaube ich nicht, dass sich die Mehrheit der Fans ab Jahrgang ca. 1990 noch für Connery und Moore, geschweige denn für Lazenby und Dalton begeistern kann. Das sind olle Kamellen oder gar Opas Kino, und das hat nichts mit Ignoranz zu tun. Als ich z. B. GF erstmal sah, trennten mich von der Filmpremiere weniger Jahre als heute von GE. Der Abstand des jungen Erstguckers zu DN ist heute so groß, wie er zu meiner Erstbegegnung mit Bond (80er) zur Stummfilmzeit war. Insofern muss man sich nicht wundern, dass sich Teens und Twens heute nur noch gelegentlich für die goldene Zeit des Franchise gewinnen lassen. Man kann vielmehr dankbar sein, wenn sich der Fan-Nachwuchs heute nicht nur für Craig, sondern auch noch für die – ja eher schlecht alternde – Brosnan-Ära begeistern kann.

Es gibt also kaum Filme, auf denen Bond auch als Massenphänomen zukünftig beim Massenpublikum wird aufbauen können. Umso unverständlicher, dass sich Barbara und Co. nach dem Triumph von CR nicht mehr reingehängt haben, die Zukunft der Reihe zu sichern – und dies geht in erster Linie nur über einen halbwegs regelmäßigen Filmausstoß. Das zumindest hat die Ära Brosnan ohne Wenn und Aber geleistet, und ohne diesen Einsatz hätte es eine Craig-Ära vielleicht nie gegeben. Sicher war in den letzten fünfzehn Jahren auch viel Pech dabei (Autorenstreik, rechtliche Probleme, Corona), aber dass das Herzblut bei Produzententeam und Hauptdarsteller nach QOS spürbar versiegt ist, haben wir ja oft und oft beklagt …
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