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Scarpine

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21

Mittwoch, 3. Juni 2020, 18:57

Also Bücher, die neuen Fans einfach einen Überblick über das Franchise geben.
Es erscheinen aber auch heute so viele neue Publikationen zu 007, dass diese Bücher leider schon ein wenig 'obsolet' werden, zumal man auch für ein Minimum an Überblickskapiteln die neueren Publikationen zu Bond kennen muss; in Deutschland gilt das ja auch noch für die 'neuen' Fleming-Übersetzungen von Cross Cult. Und Fotorechte und Eon-Okay sind auch enorm teuer. Der Markt ist da zunehmend übersättigt. Und außerhalb von Deutschland haben die James Bond-Archives von Paul Duncan mit ihren kaum zu schlagenden Überblicks- und Insiderinfos & dem exorbitanten Bildmaterial solchen Büchern stark den Nährboden entzogen. Da bringen eigentlich nur noch Film-Monographien wie die von Charles Helfenstein einen echten Mehrwert für den Fan...

Aber ich bin sehr gespannt auf deine Sicht der Craig-Ära, Scarpine.
Da bin auch mal gespannt. Ich glaube, da könnte es sehr kontrovers werden... :brow:
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Martin

Felix Leiter

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22

Donnerstag, 4. Juni 2020, 23:15

Es erscheinen aber auch heute so viele neue Publikationen zu 007, dass diese Bücher leider schon ein wenig 'obsolet' werden, zumal man auch für ein Minimum an Überblickskapiteln die neueren Publikationen zu Bond kennen muss; in Deutschland gilt das ja auch noch für die 'neuen' Fleming-Übersetzungen von Cross Cult. Und Fotorechte und Eon-Okay sind auch enorm teuer. Der Markt ist da zunehmend übersättigt. Und außerhalb von Deutschland haben die James Bond-Archives von Paul Duncan mit ihren kaum zu schlagenden Überblicks- und Insiderinfos & dem exorbitanten Bildmaterial solchen Büchern stark den Nährboden entzogen. Da bringen eigentlich nur noch Film-Monographien wie die von Charles Helfenstein einen echten Mehrwert für den Fan...


Naja, aber wenn ich als begeisterter Teenager gerade einen Bondfilm gesehen habe, in den Buchladen gehe und ein preiswertes Buch suche, dass mir einen guten Überblick über das Franchise gibt, dann sehe ich da eher eine Untersättigung. So einen 5-Kilo-Klopper wie "James Bond Archives" kauft man sich ja eher als langjähriger, gut betuchter Fan. Ebenso wie Special-Interest-Bücher über die Autos, die Physik oder die Drehorte der Filme. Aber ich gehe da wahrscheinlich von zwei Fehlannahmen aus: 'Der begeisterte Teenager' und 'Der Buchladen'. Diesen Überblick holt man sich heute wahrscheinlich so oder so lieber im Netz.

Scarpine

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23

Freitag, 5. Juni 2020, 12:40

Autsch, da hast du mich ja bei einem doppelten Denkfehler erwischt, Martin. Vor allem 'für Bond begeisterte Teenager' und 'Buchladen' hatte ich jetzt auch völlig selbstverständlich und unkritisch vorausgesetzt... :S Die Schwierigkeit war auch mehr auf die Autorenseite gemünzt. Es ist heute schwieriger so ein Buch adäquat zu schreiben und an den Mann/die Frau zu bringen bzw. erstmal einem Verlag schmackhaft zu machen. Weil der Buchmarkt nicht mehr so stabil ist und es schon so viele Bondbücher - egal welcher Art - gibt. Lektor: Wie noch ein Buch über Bond?! Da hatten es Scheingraber und Tesche in gewisser Hinsicht leichter...
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Scarpine

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24

Mittwoch, 22. Juli 2020, 23:45

James Bond 007: Spectre

Bond Marathon # 00…25; Originaltitel: Spectre, GB 2015, Regie: Sam Mendes, Drehbuch: John Logan und Neal Purvis & Robert Wade und Jez Butterworth nach Ian Fleming, Darsteller: Daniel Craig, Christoph Waltz, Léa Seydoux, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Rory Kinnear, Ben Whishaw, Andrew Scott, Dave Bautista, Jesper Christensen, Monica Bellucci, Alessandro Cremona, Stephanie Sigman u. a., Premiere: 26. Oktober 2015

Zitat von »James Bond 007: Spectre«

Bei der Tag der Toten-Parade in Mexiko-Stadt beschattet James Bond inkognito ein Treffen von Terroristen, die am gleichen Tag ein Stadionattentat verüben wollen. Bei einem Schusswechsel geht die Bombe hoch und legt einen ganzen Häuserblock in Schutt und Asche. 007 überlebt mit knapper Not und verfolgt nun sein eigentliches Ziel: Den Mafioso Marco Sciarra, der den Anschlag in Auftrag gegeben hatte. Der Italiener flüchtet durch die Menschenmenge in der Innenstadt und rettet sich in einem Hubschrauber. Im letzten Augenblick gelangt auch der Agent in die Maschine. Es kommt zu einem hitzigen Zweikampf in luftigen Höhen, bei dem die Maschine mehrmals in die Menge zu stürzen droht. Schließlich kann der Doppel-Null-Mann Sciarra und den Piloten töten und den Helikopter stabilisieren. Zuvor hatte Bond dem Unterweltler seinen Siegelring abgenommen. Er zeigt den Abdruck eines Kraken. In London ist M außer sich vor Wut. Da Nullnullsieben eine Erklärung für das Desaster in Mexiko schuldig bleibt, suspendiert ihn sein Chef. M kämpft ohnehin an mehreren Fronten. Der Sicherheitsapparat soll modernisiert werden und das Doppel-Null-Programm steht kurz vor dem Aus. Da kommt so ein Vorfall denkbar ungelegen. Bond lernt auch den jungen Schnösel Max Denbigh alias C kennen, der dank seiner Freundschaft mit dem Innenminister die Oberhoheit für die Entstaubung der Geheimdienste erhalten hat. Q und Moneypenny helfen 007 hinter Ms Rücken, da er nur dank einer Videobotschaft seiner verstorbenen Ex-Chefin auf Sciarra aufmerksam wurde. Er ist die einzige Verbindung zu einem Mann, den der MI-6 schon seit Jahren sucht und ein alter Bekannter des Agenten ist: Der gerissene Mittelsmann Mr. White. Daher reist der Doppel-Null-Mann nach Rom und nimmt an Sciarras Beerdigung teil. Er lernt dessen Witwe Lucia kennen, verhindert, dass die Schergen der Organisation sie liquidieren können, und schläft mit ihr. In der Nacht nimmt Nullnullsieben nach Lucias Hinweis an der Versammlung des mysteriösen Syndikats teil. Aber er wird entdeckt und der Vorsitzende des Gremiums erweist sich als ein vertrautes Gesicht aus Bonds Vergangenheit. Auf der Flucht liefert er sich eine halsbrecherische Verfolgungsjagd durch die Altstadt mit dem Chefhandlanger Hinx. Der Agent erfährt, dass White sich in Österreich aufhält und dass die Organisation Spectre heißt und Quantum nur einer der vielen Tentakel des Octopus war. In einer abgelegenen Hütte findet der Doppel-Null-Mann Mr. White infolge einer radioaktiven Vergiftung sterbend vor. White nimmt ihm das Versprechen ab, seine Tochter zu beschützen und begeht dann Selbstmord. Dr. Madeleine Swann versteckt sich als Ärztin in einer Alpenklinik, doch das wissen auch Hinx und seine Leute, die die junge Frau entführen. 007 stiftet Chaos und kann Madeleine im Zuge einer atemberaubenden Hetzjagd retten. Gemeisam fahren sie nach Marokko und suchen den ehemaligen Unterschlupf von White auf. Hier erfahren die Beiden, wie sie die geheime Basis von Spectre in der Wüste erreichen können. Aber abermals ist der Blick in die Vergangenheit für Bond schmerzhaft, ist doch der Anführer des Mafiasyndikats, der auch schon für die Taten von Le Chiffre, Greene und Silva verantwortlich war, ein alter Bekannter von ihm. Und seine Macht und sein Einfluss reichten nicht nur bis in die höchsten Kreise, sondern lassen ihn auch einen tödlichen Plan verfolgen...

Zitat von »Scarpine (2016)«

Ein solider Franchise-Beitrag, der zwar sicherlich nicht den ganz großen Wurf darstellt, aber rundherum gute Unterhaltung zu bieten weiß. Während die Besetzung und der Stab das handwerkliche Niveau einigermaßen zu wahren wissen, reißt das unzulängliche Drehbuch den Film leider aufs Mittelmaß herunter. Dass der Film in Sachen Bedrohungsszenario und Spannung zum Ende hin immer mehr ins Trudeln gerät, verhindert zum Glück nicht, dass das Werk - trotz vorhandener (Story-)Brüche - als Quintessenz und Auflösung einer Ära weitgehend zufriedenstellend funktioniert.

Daniel Craigs vierter Bondfilm ist ein merkwürdiger Beitrag zur Reihe. Und das nicht nur, weil es dem Werk nicht überzeugend gelingt - in der Folge des seriellen Storytellings unserer Zeit - eine kohärente und schlüssige Zusammenführung der verschiedenen Handlungsstränge der vorherigen Missionen herbeizuführen, sondern vor allem aufgrund der fast schon symbolistischen Kontraste. Vergleichbar mit Live And Let Die bedient der Streifen auf vielschichtigere, aber auch ebenso fremdartige Art und Weise einen 'Memento Mori'-Subtext. Eine unheilsschwangere Tag der Toten-Parade, Beerdigungen, schwarze Witwen, alte Gemäuer, antiquiertes Mobiliar, morbides Treiben in der ewigen Stadt, lebende Leichen, Wiedergänger auf Band, Selbstmörder in Endlosschleife, ein Abrissgebäude als Erinnerungsort und steinerer Sarg. Zugleich begegnen dem Zuschauer altmodische Elemente des Kinos der Dreißiger bis Sechziger Jahre in Form von musealen Rolls Royce, abenteuerlichen Marokko-Trips und klischeehaftem Mobster-Gebaren. Auf der anderen Seite stehen hypermoderne Glasarchitekturen, Digital-Konferenzen und totale Kommunikationsüberwachung. Zusammenhalten sollen dieses Konstrukt die instrumentalisierten Vorgänge der drei vorangegangenen Craig-Bondfilme und eine Ikone des franchise-übergreifenden, cineastischen Großverbrechertums: S.P.E.C.T.R.E. und dessen graue Eminenz Ernst Stavro Blofeld. Prinzipiell hat diese Dualität der Zeitschichten ja ihren Reiz, aber sie wirkt schon ein wenig wie eine bemühte Wiederholung des Skyfall-Konzepts. Zudem wirkt der Ansatz bezogen auf Spectre und Blofeld nicht gerade innovativ oder gar gelungen. Nach den technisierten Schattenbriefings von Quantum hält dessen Oberkrake also althergebrachte Cosa Nostra-Treffen in einem Palazzo ab und Blofeld haust in einem Kraterversteck, das die Geheimdienste erst dank Bonds Hinweis auf einer Satelliten-Aufnahme entdecken? Nein, diese Rückkehr des Erzfeinds von Nullnullsieben ist einfach nicht gut genug durchdacht. Genauso wie die gemeinsame Vergangenheit als ein halbherziger Versuch erscheint, der Story eine Tiefe zu verleihen, die sie nicht hergibt. Auch wenn es charmant ist, dass Bond nur durch sein Team den Tag retten kann, kosten diese verschiedenen Subplots – vor allem jener um M und C – viel Zeit und verursachen Längen. Von den Action-Sequenzen darf der Franchise-Enthusiast eigentlich auch mehr erwarten. Die Stunt-Arrangements bieten fast nichts Neues und werden nur halbgar – ohne echten Esprit und Nervenkitzel – abgespult. Die immer stärkere Hinwendung zu CGI-Passagen anstelle von handgemachten Action-Eskapaden, kann dem geneigten Fan auch nicht schmecken. Vollkommen missglückt ist der Streifen aber nicht. Die Schauspieler agieren spielfreudig und die Inszenierung darf als gelungen bezeichnet werden. Außerdem wird im handwerklichen Bereich über weite Strecken sehr gut bis hervorragend gearbeitet. Ferner gibt es Szenen von unerwarteter atmosphärischer Dichte, kleine liebevolle Bonmots und die durchaus interessanten Zwischentöne, die um Vergänglichkeit, Neubeginn und permanente Paranoia kreisen. Insgesamt darf man Spectre – je nach persönlicher Gewichtung von Stärken und Schwächen - wohl guten Gewissens als soliden bis unterdurschnittlichen Beitrag zur Reihe bezeichnen, der das Narrativ von Bonds neuer Biographie und dem modernisierten Secret Service teils durchaus überzeugend, teils nur erträglich weiterspinnt.

Die Darstellerriege ist mindestens genauso prominent und hochkarätig ausgefallen wie die des letzten 007-Streifens. Leider wirkt es sich etwas nachteilig aus, dass die Figuren teilweise etwas nachlässig geschrieben und im Hinblick auf ihre Motivationen nicht gut genug entwickelt sind. So scheiden sich auch an Daniel Craigs vierter Interpretation des Superspions gewissermaßen die Geister. Für die einen ist der Engländer endgültig mit der Rolle verwachsen und ist völlig selbstverständlich der beste Mann Ihrer Majestät, für die anderen gebärdet sich der sechste Amtsinhaber nun derart routiniert und renommistisch, wie es bisweilen auch Sean Connery und Pierce Brosnan häufig vorgeworfen wird. Ich bin immer wieder überrascht, dass viele andere Fans Craigs Bond in Quantum Of Solace für so unsympathisch halten, setzt doch meiner Meinung nach seine Darbietung in Spectre dem Ganzen diesbezüglich doch viel eher die Krone auf. Bond verhält sich hier fast durchweg provokant, respektlos, egomanisch, leichtfertig und kalt wie eine Hundeschnauze. Er düpiert M, drängt Q und Moneypenny zu illoyalem Verhalten, behandelt Lucia wie eine Puppe, bringt Swann durch seine Nachlässigkeit in Lebensgefahr und riskiert in den Verfolgungsjagden kopflos und mutwillig das Leben von Unschuldigen. Selbst die Böser Bruder-Bürde belastet ihn überhaupt nicht und was ihn an Madeleine interessiert, wird wohl auch ein ewiges Rätsel bleiben. Umso tonal unstimmiger wirkt es dann auch, wenn der Doppel-Null-Mann urplötzlich völlig aus der Rolle fällt, als Oberhauser die Videokamera-Aufzeichnung abspielt. Manche werden diese Performance als die Rückkehr des alten, lässigen Nullnullsieben feiern, andere vermissen schmerzlich echte Schauspielmomente in Craigs monotoner Mimik und den Verlust an Körperlichkeit. Der persönliche Stunteinsatz ist noch einmal gesunken und die Kämpfe mit Sciarra und Hinx wirken dann auch fast so harmlos als seien sie einem Lewis Gilbert-Bond entsprungen. Es ist durchaus zwiespältig. Einerseits war 007 nie der emotionale Typ und stilistische Coolness vermag Craig nun wirklich überzeugend auszustrahlen, aber andererseits wirkt eine solche Darstellung vor dem Hintergrund seines Bond-Typus doch erstaunlich zahnlos und hohl. Optisch ist der Mann mit der Lizenznummer 006 schon ein wenig gealtert, aber nicht über Gebühr. Die Frisur sitzt wieder erkennbar besser als in Skyfall, aber in der Garderobe sieht der Engländer wieder etwas gestaucht und ausgepolstert aus. Trotzdem macht Craig in dem hellen Humphrey Bogart-Gedächtnis-Dress während der Zugfahrt einiges her. In einer solchen Aufmachung hätte ich gerne auch mal die anderen 00-Kollegen gesehen. Alles in allem eine solide bis durschnittliche Leistung von Daniel Craig, die nach meinem Dafürhalten seine bisher schwächste 007-Vorstellung darstellt. Die Heroine von Léa Seydoux ist auf dem Papier gar nicht schlecht angelegt und wird von der Französin auf überzeugende Weise eigenwillig und zerbrechlich charakterisiert. Allerdings fehlt es der Rolle doch an Unverwechselbarkeit und Klasse, um zu den besten Leading Ladys des Franchise zählen zu dürfen. Christoph Waltz und Andrew Scott haben als bemüht charismatische Bösewichter ein großes Problem. Sie sind so type-gecastet, dass man als Zuschauer die ganze Zeit "mehr" von ihnen erwartet. Aber Franz Oberhauser ist nun mal kein Hans Landa und Max Denbigh kein Jim Moriarty. Da hatte es Javier Bardem im Vorgänger noch besser getroffen, weil die Macher seinem Schurken immerhin ein paar wenige Highlights ins Buch geschrieben hatten. Die beiden Datendiebe sind aber leider nur aalglatte Standard-Business-Typen, die die ganze Zeit über herumsitzen, mit Tablets herumspielen und weitschweifige Erklärungen abgeben. Es fehlt den Rollen an dramaturgischer Dämonie, weshalb beide Akteure ihre eigentlichen Stärken nicht so wirklich ausspielen können. Die MI-6-Mannschaft mit Naomie Harris, Rory Kinnear und Ben Whishaw trumpft kompetent auf, während Ralph Fiennes' M wieder kleine Glanzmomente gewährt werden. Die Nebenrollen sind mit Dave Bautista, Jesper Christensen und Monica Bellucci exzellent besetzt. Die aparte Italienerin hätte man gern etwas länger gesehen und der versierte alte Hase Christensen spielt seine Rolle glaubhaft bis zum Schluss. Etwas unschlüssig bin ich mir bei dem ersten waschechten Henchman innerhalb der Craig-Ära. Zwar ist Bautista optisch imposant und agiert mit stimmigem mimischen Minimalismus, aber unterm Strich ist die Figur doch serienintern wenig erinnerungswürdig, was an ihrer schlechten Verankerung in der Handlung liegen dürfte.

An die exquisite Leistung von Roger Deakins kann der neue Kameramann Hoyte van Hoytema nicht ganz anknüpfen. Trotzdem erweist sich der Niederländer als würdiger Nachfolger. Die Cinematographie präsentiert eine breite Varianz an Farben und Tönen und kreiert im römischen Teil des Streifens Bilder, die in ihrer Intensität, in ihrer reduzierten Palette und den Licht- und Schattenspielen, barocken Öl-Gemälden gleichen. Auch im restlichen Film fängt van Hoytema schöne und passende Bilder ein. Es gibt illustre Kamerafahrten, Einstellungen, Zooms und Positionen. Allerdings kann die dynamische Virtuosität von Deakins und vor allem Schaefer nicht ganz erreicht werden. Abermals fallen Computertricks und die überdrehte Colorierungsschraube negativ auf. Besonders in den Mexiko-Szenen zu Beginn wirkt das zeitweise so extrem unnatürlich als hätten die Darsteller eine Gelbsucht entwickelt. Nichtsdestotrotz fotografiert der neue Mann ansonsten hochklassig und empfiehlt sich wärmstens für ein zukünftiges Franchise-Engagement. Einigermaßen erstaunt war ich, als ich im Vorfeld der Sichtung mehrfach auf die Meinung stieß, der Vorspann von Daniel Kleinman wäre eine seiner besten Arbeiten für die Serie. Das findet nicht meine Zustimmung. Die Sequenz weist sicherlich sehr gute Ideen, Elemente und Bildfindungen auf, aber ich finde fast alle anderen Kreationen des Designers im Gesamtbild gelungener. In den Main-Titles von Spectre fehlen mir etwas die sich einbrennenden Impressionen, die einem bei einem Kleinman-Werk sofort vor dem geistigen Auge erscheinen. Auch die musikalische Komponente ist erwartungsgemäß einer der Schwachpunkte der Sam Mendes-Bondfilme. Bei Craigs Filmen ist es mit den Leadsongs schon ein ständiges auf und ab. You Know My Name und Skyfall gehören sicherlich zu den Top 10-Liedern der Reihe, Another Way To Die und Writings On The Wall von Sam Smith eher an das hintere Ende der Liste. In diesem Leben werden Thomas Newman und ich wohl keine Freunde mehr. Das Soundtrack-Album ist wieder einmal eine ernüchternde akustische Angelegenheit. Zwar gibt es auch zwei, drei schöne Melodien, wie beispielsweise die Instrumentalfassung des Titelsongs am Ende der Eingangssequenz, aber der restliche Score wird abermals von diesem sonoren Techno-Gezitter dominiert. Mal schneller, mal langsamer, mal lautstark hämmernd, wird das nervöse Geflippe im London-Finale in nerviger Penetranz zu Tode geritten. Diese Art von Filmmusik gibt mir nicht viel. Sie bedient weder die Klassik-Schiene wie zuletzt bei David Arnold, noch ist sie andersartig gewagt wie bei Éric Serra; sondern sie ist schlicht belanglos. Ich muss zugegeben, dass ich mich auf Hans Zimmer richtiggehend freue, da auch Newmans Kompositionen mit ein Grund sein dürften, weshalb bestimmte Fraktionen mit den letzten beiden Filmen nicht warm werden. Ausgewogen und vielseitig präsentieren sich mit Großbritannien, Mexiko, Italien, Österreich und Marokko die Schauplätze. Es ist fast schon kurios, dass es 53 Jahre brauchte, bis es den Geheimagenten zum ersten Mal in die ewige Stadt verschlägt. Dennis Gassners Bauten können in ihrer Detailverliebtheit durchaus mit denen aus Skyfall mithalten. Lucia Sciarras römische Land-Villa, das L’Américain-Refugium des blassen Königs und Oberhausers Moonraker-artige Kommandozentrale besitzen starke optische Reize. Der größte Minuspunkt ist das zusammengeschusterte Drehbuch. Die Probleme um die mangelnde Schlüssigkeit einer stromlinienförmigen Ereigniskette, die partielle Profilosigkeit der handelnden Personen und den suboptimal ausgearbeiteten Hintergrund Blofelds wurden bereits angesprochen. Des Weiteren gibt es in den Dialogen einige lieblose Versatzstücke und verzichtbare Plattitüden und das Bedrohungsszenario wird nicht wirkungsvoll genug herausgearbeitet. Ein paar flimmernde Displays und eine George Orwell "1984"-Hommage in einem Halbsatz erscheinen etwas mager, wenn man die restlichen 148 Minuten größenteils mit Belanglosigkeiten überlädt. Alles in allem sicher eines der schwächeren Scripte der Serie, das jedoch auch sehr stilsichere und über Kritik erhabene Passagen beinhaltet. Auf dem Regiestuhl geht Sam Mendes in gewohnter Geschicklichkeit zu Werke. Zwar ist seine Inszenierung nicht ganz so kraftvoll und geschlossen wie bei Skyfall, aber Mendes beweist erneut, dass er ein sehr kompetenter und talentierter Filmemacher ist. Zumeist führt der Oscar-Preisträger temporeich und dem Sujet atmosphärisch verhaftet und dirigiert die Darsteller pointiert, soweit die fragmentarische Drehvorlage es zulässt. Summa summarum eine zufriedenstellende bis gute handwerkliche Leistung des Regisseurs. Trotz vorhandener Stärken und Meriten hat Spectre inmitten der seriellen Konkurrenz einen schweren Stand und wird wohl auch langfristig in der breiten Wahrnehmung nicht über einen gediegenen bis hinteren Mittelfeldplatz hinauskommen.

"A million shards of glass. That haunt me from my past." - Als epische Auflösung einer Ära schickt Spectre Bond noch tiefer in die eigene Vergangenheit und verbindet alle losen roten Fäden der vorangegangenen Missionen zu einem Panoptikum aus tiefem Schmerz, großem Verlust und lange schwelender Rache. Spectre fehlt in der Summe die Frische eines Casino Royale, die Extravaganz eines Quantum Of Solace und die Exklusivität eines Skyfall und kompensiert diesen Makel mit dem Versuch, die drei Vorgänger als Ideenlieferanten und als auf sich aufbauende Levelstufen zu vereinnahmen und als storytechnischer Finalpunkt zu überbieten. In Teilen geht dieses Ansinnen auf, da die Darsteller und die handwerklichen Leistungen über größere Strecken zu überzeugen wissen, aber zu viele Elemente und Situationen werden dem Zuschauer zu halbgar angerichtet und serviert. So verpufft leider auch die Rückkehr eines alten Bekannten als 'Ära-Endboss' vergleichsweise wirkungslos. Übrig bleibt ein Bondfilm mit optischen Reizen, temporärer Klasse und liebevollen Details, der aber im großen Ganzen an dem selbst gesteckten Ziel einer Dekaden-Dämmerung mehr oder minder scheitert. Aber wenn allem Anfang ein Zauber innewohnt, muss dem endgültigen Ende wohl ein Schreckensfluch entfahren. Und einem Gespenst begegnet 007 in dieser Mission wahrlich mehr als einmal. Oder, wie es ihm ein Todgeweihter so unheilvoll entgegenhaucht: "You're a kite dancing in a hurricane, Mr. Bond."

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Django

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Donnerstag, 23. Juli 2020, 07:32

Wie immer danke für das Review, Scarpine

SP hätte wirklich das Zeug zu einem (für mich) guten Bond-Film gehabt, wenn... Tja - vor allem wenn Blofeld nicht in dem Film vorgekommen wäre. Oder wenn er zumindest NICHT Bonds Halbbruder und auch nicht der Mann hinter Quantum und Silva gewesen wäre. Und wenn er einen Blofeld-mässigen Abgang gehabt hätte: Entweder er entwischt trotz aller Versuche von Bond und Co., ihn zu töten oder aber er ist am Schluss des Film augenscheinlich tot. So aber bleibt trotz einiger wirklich guten Ansätze und Szenen einfach ein zu grosser fahler Nachgeschmack: (Wieder) ist das Bedrohungsszenario einfach zu dünn, kommt die Gefahr auch aus den eigenen Reihen und - was am schlimmsten ist - hat Bond seinen Feind durch sein Verhalten in der Kindheit (ob bösartig oder nicht, ob gewollt oder nicht) zumindest mit verursacht :thumbdown: . Immerhin halte ich SP zu gute, dass er insgesamt doch weniger düster und "depressiv" wirkt als SF. Und: Die Szenen mit Mr. Hinx habe ich alle - und dies wohl im Gegensatz zu den meisten anderen hier - wirklich genossen :thumbsup: . Und ich hoffe echt, dass der Typ und NTTD wieder auftauacht (da ich diesbezüglich nichts läuten gehört habe, denke ich aber leider eher, dass nicht ;( )

Mister Bond

Felix Leiter

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26

Donnerstag, 23. Juli 2020, 11:59

Er düpiert M, drängt Q und Moneypenny zu illoyalem Verhalten, behandelt Lucia wie eine Puppe, bringt Swann durch seine Nachlässigkeit in Lebensgefahr und riskiert in den Verfolgungsjagden kopflos und mutwillig das Leben von Unschuldigen.

So etwas macht Bond in fast jedem Film :whistling:
Q und Moneypenny werden außerdem mit Charme überredet. Also, dass Craig hier unsympathisch wirkt, lasse ich auf gar keinen Fall gelten ;)
Dagegen setze ich immer noch das unnötige "sterben lassen" von Severine in SF und Mathis in den "Container legen" in QoS. So etwas macht Bond nie.


Das Soundtrack-Album ist wieder einmal eine ernüchternde akustische Angelegenheit. Zwar gibt es auch zwei, drei schöne Melodien, wie beispielsweise die Instrumentalfassung des Titelsongs am Ende der Eingangssequenz, aber der restliche Score wird abermals von diesem sonoren Techno-Gezitter dominiert. Mal schneller, mal langsamer, mal lautstark hämmernd, wird das nervöse Geflippe im London-Finale in nerviger Penetranz zu Tode geritten. Diese Art von Filmmusik gibt mir nicht viel. Sie bedient weder die Klassik-Schiene wie zuletzt bei David Arnold, noch ist sie andersartig gewagt wie bei Éric Serra; sondern sie ist schlicht belanglos. Ich muss zugegeben, dass ich mich auf Hans Zimmer richtiggehend freue, da auch Newmans Kompositionen mit ein Grund sein dürften, weshalb bestimmte Fraktionen mit den letzten beiden Filmen nicht warm werden.

"Höre" ich genauso. Vor allem fett markiertes, das kommt mir auch jedes Mal in den Sinn und versaut für mich das Finale.


@Django:
Hinx fand ich auch ganz gut. Kein Grant, Odd-Job, Tee-Hee, Beißer oder Necros, aber seine Enführung in Rom fand ich gelungen und auch den Zugkampf mit Bond, welchen ich schon als sehr wuchtig empfinde.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Mister Bond« (23. Juli 2020, 12:09)


Scarpine

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Donnerstag, 23. Juli 2020, 13:13

(Wieder) ist das Bedrohungsszenario einfach zu dünn, kommt die Gefahr auch aus den eigenen Reihen und - was am schlimmsten ist - hat Bond seinen Feind durch sein Verhalten in der Kindheit (ob bösartig oder nicht, ob gewollt oder nicht) zumindest mit verursacht :thumbdown:
Ja, diese "weil ich einen blöden Adpotiv-Bruder vor die Nase gesetzt bekommen habe, wurde ich zum Schwerverbrecher"-Plattitüde ist schon ein massiver Schwachpunkt des Films und hat auch keinen wirklichen Mehrwert, weil Bond das überhaupt nicht tangiert.


So etwas macht Bond in fast jedem Film :whistling: [...] Also, dass Craig hier unsympathisch wirkt, lasse ich auf gar keinen Fall gelten ;)
Ich sehe das etwas anders. Gerade M wird von Bond doch sehr vorgeführt. Er stellt ja sogar die Loyalität zur toten Chefin über die zum aktuellen M. Respektloser war höchstens noch Connery in Never Say Never Again. Entsprechend fällt ja auch Ms Reaktion aus, als er davon erfährt. Und bei Swann stellt Bond sich schon sehr dumm an. Er hat die Kamera entdeckt, lässt aber Whites ganzes Geständnis mitlaufen, damit Spectre über Madeleine im Bilde ist und Oberhauser das Töchterlein nochmal psychisch ein bisschen triggern kann. Ja, sehr toll. :thumbdown: Und bei Lucia ist das schon sehr erstaunlich oldschool-chauvinistisch für Craigs sonst so einfühlsamen 007 dargestellt. Ich lege dir den Mann um, ich baller dir die Killer weg, also darf ich dich flachlegen. Und die ganze Zeit über läuft Craig mit diesem "Scheiß egal."-Gesichtsausdruck herum. Am nervigsten ist das jedoch in den Action-Sequenzen. In Mexiko-Stadt riskiert Bond mit dieser sinnlosen Helikopteraktion eine Massenpanik und hunderte, sogar tausende Tote, nur um einen kleinen Fisch umzubringen. Dasselbe in Österreich, wo er in Sölden überhaupt keine Plan hat, sondern einfach stumpfsinnig mit dem Flugzeug Amok fliegt, Madeleine fast dabei umbringt (ihre Reaktion für die 'Rettung' danach spricht Bände) und ein halbes Bergdorf in Schutt und Asche legt. Nein, das lasse ich mir nicht schönreden. ;) Dieses Aggro-Verhalten ist auch nicht Craigs Alleinschuld, weil Script und Regie hier auch massive Fehler begehen. Aber irgendwie wirkt Craig auch immer mal wieder auf unsympathische Weise überheblich und arrogant, wenn er eigentlich nur ironisch sein will. Das ist irgendwie nicht seine Stärke...

@Django:
Hinx fand ich auch ganz gut. Kein Grant, Odd-Job, Tee-Hee, Beißer oder Necros, aber seine Enführung in Rom fand ich gelungen und auch den Zugkampf mit Bond, welchen ich schon als sehr wuchtig empfinde.
Das würde ich wieder ähnlich sehen. Bautista hat eben auch leider nur wenig Screentime auch sonst nicht viel zu tun. Da waren andere prominente Handlanger besser in die Dramaturgie eingebunden. Ansonsten ist seine darstellerische und physische Präsenz ziemlich gut und der finale Fight eigentlich auch. Dass man von Craig da schon Intensiveres gewöhnt ist, geschenkt. ;)
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Django

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Donnerstag, 23. Juli 2020, 13:13

aber seine Enführung in Rom fand ich gelungen und auch den Zugkampf mit Bond, welchen ich schon als sehr wuchtig empfinde.

Geht mir auch so. Vor allem seine "Referenzen", die er bei seiner Einführung bringt :thumbsup: . Das fand ich richtig "erfrischend" 8)

Mister Bond

Felix Leiter

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Freitag, 24. Juli 2020, 11:51

@Scarpine:
Ich möchte dir nichts schönreden, aber Bond ist, wie eigentlich im Actiongenre üblich, in früheren Filmen auch fahrlässig. Zwar nicht in jedem Film, so sind die 60er tatsächlch jungfräulich, aber wenn man Actonfilme in die Realität verankert, ist ja sogar eine Verfolgungsjagd wie in DAF fahrlässig. Viele Menschen/Touristen auf den Straßen ;)
So etwas gilt auch für die Flucht mit dem Feuerwehrwagen in San Francisco ("AVTAK") oder die mit dem Panzer in GE. Dass man im Pre-Title von QoS auch nicht zufällig unschuldige weitere Fahrer mitgenommen hat oder bei SF die komplette Verfolgung durch Istanbuls Gassen.
Ich gebe aber zu, dass die Helikopter Aktion in SP in Sachen Menschenmassen ein Wahnsinn ist. Außerdem hat man bei den Filmen, gerade vor Craig, mehr darauf geachtet, dass man Verfolgungsjagden möglichst in Regionen ohnen großen Menschen Andrang veranstaltet hat (Bootsjagd in LALD, Verfolgungsjagd in TSWLM).
Zu M: joa, Bond reagiert ja schon seit der Connery Ära manchmal ein wenig ignorant auf M's Anweisungen, aber da gebe ich gerne zu, dass immer Respekt vor M herrschte. Dass er in SP nicht seinen Befehlen folgt, ist dem Instinkt Bonds geschuldet und seinen VERSPRECHEN an Judi Denchs M. Also eher eine Ehrensache. In LTK macht Bond eigentlich nichts anderes, als M's Befehl zu ignorieren, weil er für seinen Freund Leiter Rache will.
Wie du siehst, sind das Punkte, an der man Bonds Sympathie nicht festnageln kann. Unsympathien erweckt Bond bei mir eher in so vermeidbaren Situationen, die ich schon nannte. Severines Tod war absolut unnötig, genau wie sein Kommentar danach. Das hätten wohl ein Connery, Moore oder Dalton dem Drehbuchschreiber vor die Füße gerotzt, wenn sie diesen Satz gelesen hätten.
Und genervt wirkt er immer noch in QoS auf mich. Jedes Mal wenn M versucht ihn zu kontaktieren. Auch da ignoriert Bond M doch die ganze Zeit.
Deshalb kann ich deine Beschwerden über Bond in SP nicht nachvollziehen.


@Django:
Genau, kein Geschwafel, sondern direkt Taten walten lassen :D

Scarpine

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Freitag, 24. Juli 2020, 20:04

Deshalb kann ich deine Beschwerden über Bond in SP nicht nachvollziehen.
Du lieferst ja durchaus auch stichhaltige Argumente. Es ist am Ende Ansichtssache. Ich habe sowohl deine, wie auch meine Sichtweise in Besprechungen zu Spectre häufiger gelesen. Und das ist jeweils wohl konkret mit der Frage verknüpft, wie Daniel Craigs Performance in diesem Film wahrgenommen wird. Vermutlich ein ähnliches Problem wie mit Sean Connery in Thunderball. Ist er nun entnervt & gelangweilt oder einfach nur souverän & cool... ? ;)
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Mister Bond

Felix Leiter

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Samstag, 25. Juli 2020, 10:44

Ich denke auch eher, dass es was persönliches, subjektives ist. Irgendwie im Unterbewusstsein verankert ;)
Ja, Connerys Performance in TB ist auch so eine Sache. Da verstehe ich wiederum nicht, wie manche ihm schon dort die Langeweile attestieren möchten. Saucool finde ich ihn da und ich merke auch seine Freude am Spiel 8) Connery sagte auch, dass er während des Drehs zu TB den meisten Spaß hatte und da fing ja seine Liebe zu den Bahamas an.

Django

Der Andere

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Montag, 27. Juli 2020, 08:26

Das sehe ich genauso: Connery ist in TB in Topform :thumbup: !

Martin

Felix Leiter

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Freitag, 14. August 2020, 00:15

Bond verhält sich hier fast durchweg provokant, respektlos, egomanisch, leichtfertig und kalt wie eine Hundeschnauze. Er düpiert M, drängt Q und Moneypenny zu illoyalem Verhalten, behandelt Lucia wie eine Puppe, bringt Swann durch seine Nachlässigkeit in Lebensgefahr und riskiert in den Verfolgungsjagden kopflos und mutwillig das Leben von Unschuldigen. ... Manche werden diese Performance als die Rückkehr des alten, lässigen Nullnullsieben feiern, andere vermissen schmerzlich echte Schauspielmomente in Craigs monotoner Mimik und den Verlust an Körperlichkeit. ... Alles in allem eine solide bis durschnittliche Leistung von Daniel Craig, die nach meinem Dafürhalten seine bisher schwächste 007-Vorstellung darstellt.


Sehe ich auch so. Wahrscheinlich ist es nicht so einfach, kaltschnäuzig und brutal zu agieren, dabei aber auch sympathisch und cool zu wirken. Sean Connery hat das von allen Darstellern sicher am besten hinbekommen. Bei den anderen finde ich das oft unstimmig, etwa bei Moore in TMWTGG, bei Brosnan vor allem in TWINE und bei Craig eben in SP. Gerade das Auftreten gegenüber M finde ich hier fast schon 'out of character'. Bond hat M nie mit dieser LMAA-Attitüde behandelt. Ich hoffe, dass Fukunaga da noch einmal einen Dreh entwickelt, um aus Craigs Performance etwas neues und faszinierendes herauszukitzeln.