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Mister Bond

Felix Leiter

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1 001

Donnerstag, 9. Juli 2020, 18:33

Das stimmt so auch nicht ganz, mein Lieber ;)
ONWARD startete nämlich schon in Nordamerika, bevor die Krise losging.
The Gentlemen lief oder läuft tatsächlich auch in einigen Kinos. Die meisten sind doch seit Ende Mai mit Auflagen geöffnet.

ollistone

Consigliere

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1 002

Freitag, 10. Juli 2020, 10:24

Wie auch immer - mir ging es um die Frage, was mit den Filmen passiert ist, die ab März in die Kinos kommen sollten. Vielleicht habe ich mich da missverständlich ausgedrückt. Einige, wie NTTD, wurden sehr langfristig verschoben - okay. Aber wenn normalerweise pro Woche sagen wir zehn Filme starten, dann sollten (bei Kinoschließung von Mitte März bis Ende Juni) doch eigentlich mindestens 100 Filme in den Startlöchern stehen, die jetzt endlich gezeigt werden könnten. Werden sie aber nicht, die Kinos zeigen fast nur Wiederholungen.

Daher meine Frage: Wo sind denn diese Filme geblieben? Kommen die einfach gar nicht mehr in die Kinos, weil sie gleich in die Zweitvermarktung (DVD, Streaming) gegangen sind? Oder werden sie absichtlich zurückgehalten, weil: Sommerferien, immer noch Corona-bedingte geringe Zuschauerzahlen usw.?
"You may be a lover but you ain't no dancer."

Mister Bond

Felix Leiter

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1 003

Montag, 13. Juli 2020, 11:57

Nein, die meisten Filme wurden und werden noch zurückgehalten. The Gentlemen läuft derzeit, Onward wieder im Kino.
Filme, bei denen man vielleicht nicht davon ausgeht, dass er von der Kinokasse profitiert, könnten tatsächlich direkt auf Stream landen, mir fällt nur keiner ein.
Einige, wie Bloodshot, The Emancipaton of Harley Quinn oder Der Unsichtbare kamen zwar schnell bei Amazon als Stream, liefen aber vorher im Kino.
Halloween Kills wurde erst kürzlich von Oktober 2020 auf Oktober 2021 verschoben, obwohl der Film abgedreht wurde! Wahrscheinlich weil sich zu viele andere große Namen Ende des Jahres den Kampf geben werden.

Scarpine

Verschlagener Korse

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1 004

Samstag, 25. Juli 2020, 19:37

TatortStrandgut
Siehe hier.

Shaft
Allseits bekannte Neuverfilmung der beliebten Spielfilmreihe aus den Siebziger Jahren. Statt Richard Roundtree sieht man erwartungsgemäß Allzweckwaffe Samuel L. Jackson in der Hauptrolle. Der Streifen ist einer dieser typischen Remake-Aufgüsse aus der Hollywood-Schmiede, die allerspätestens seit dem Ende der Neunziger Jahre zum dauerhaften Repertoire der Traumfabrik gehören. Dementsprechend kann das Werk dem Genre oder der Titelfigur kaum neue Impulse geben. Jackson ist als obercooler (Ex-)Cop natürlich immer eine sichere und sehenswerte Besetzung, aber die Story ist leider nur von vorne bis hinten nach Schema F konzipiert. Da nützt es auch nichts, dass die beiden Antagonisten von so versierten Mimen wie Jeffrey Wright und Christian Bale dargestellt werden. Obwohl der Film nun mittlerweile schon zwanzig Jahre auf dem Buckel hat, ist das "Black Lives Matter"-Thema immer noch von höchster Brisanz und gesellschaftlicher Relevanz. Aber auch bei diesem Aspekt kratzt Shaft nur an der Oberfläche und ruht sich nur auf alltbekannten Strickmustern und Klischees aus. Was bleibt ist leicht konsumierbare Unterhaltung ohne großen Erinnerungswert. Eine "einmal gesehen und schon wieder vergessen"-Angelegenheit.

S.W.A.T.
Ein weiteres Remake einer bekannten US-Serie aus den Siebziger Jahren, die um die Arbeit einer Spezialeinheit kreist. Erneut mit Vielfilmer Samuel L. Jackson als Lead-Actor, der auch schon lange vor den Marvel-Filmen solche Rollen als Polizist oder erfahrener alter Hase bzw. Lehrmeister schon in den 2000er Jahren dutzendfach wegspielte. Damals wurde mir der Film von allen Seiten als supergeniales Must-See ans Herz gelegt, aber der Streifen sprach mich so wenig an, dass ich anno 2003 den Weg ins Lichtspielhaus dann doch nicht antrat. 17 Jahre erfolgte nun die Erstsichtung und ich muss sagen, ich bereue meine damalige Entscheidung nicht im geringsten. S.W.A.T. ist ein ziemlich durschnittlicher bis fader Action-Kracher ohne große Wendungen oder Spannungsmomente. Darf man von der Story, die um einen Drogenbaron kreist, der zu einem Bundesgefängnis überführt werden soll und der demjenigen, der ihn unterwegs befreit, 100 Millionen $ Cash verspricht, schon nicht allzu viel erwarten, wurde das Ganze auch noch erstaunlich uninspiriert und öde in Szene gesetzt. Neben Jackson sieht man Colin Farrell und Michelle Rodriguez als Mitglieder des S.W.A.T.-Teams, die ihre Parts auch nur standardisiert herunterspielen. Als Bösewichter agieren Olivier Martinez und Jeremy Renner stereotyp, ohne ihre schauspielerischen Fähigkeiten groß ausschöpfen zu müssen. Wie sich die Zeiten ändern. Seinerzeit ein knalliger Blockbuster-Actionfilm, würde ein solcher Streifen in der überschaubar ambitionierten Machart heute wohl Direct-To-DVD veröffentlicht werden.

Scarface
Es ist bisweilen durchaus wohltuend festzustellen, dass als 'narrensicher' abgespeicherte Klassiker nichts von ihrer magischen Wirkung und qualitativen Strahlkraft verloren haben. Gerade bei einem Regisseur wie Brian De Palma ist das nicht gerade selbstverständlich; hat mich doch der gesamte jüngere Output dieses einst so überdurschnittlichen Filmemachers durchweg enttäuscht. Von der stilistischen Klasse von Streifen wie Blow Out, Dressed To Kill oder Carlito's Way sind sämtliche De Plama-Werke dieses Jahrtausends leider meilenweit entfernt. Umso schöner, dass das Remake des Howard Hawks-Originals von 1932 – neben The Untouchables der Mafia-Film des Regisseurs – wieder vollauf zu überzeugen wusste. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gangster-Filmen spielt Scarface tatsächlich in seiner entstehungsgeschichtlichen Gegenwart und wurde nicht in die große Periode der amerikanischen Mob-Kriminalität, die sich von den 20er bis zu den 50er Jahren erstreckte, zurückverlegt. Neben der durchweg souveränen Besetzung und dem passgenauen Drehbuch von Oliver Stone ist die Tagesaktualität ein großer Pluspunkt des Streifens.
Al Pacino, die blutjungen Damen Michelle Pfeiffer und Mary Elizabeth Mastrantonio, Steven Bauer, Robert Loggia, F. Murray Abraham und Paul Shenar spielen exzellent auf. De Palma inszeniert die Geschichte des Mafiosos, der sich von der Straße bis an die Spitze des Syndikats hochmordet und am Ende doch wieder alles verliert, durchgehend intensiv und situativ spannend und Giorgio Moroder liefert die passenden Klänge dazu. Im Gesamtbild empfinde ich die Mafia-Epen von Francis Ford Coppola, Sergio Leone und Martin Scorsese dann aber doch als noch stimmiger und perfekter. Scarface ist bei allen Meriten zudem ein wenig zu lang geraten. Man kann es schon als ein wenig nachteilig bezeichnen, dass die Storyline des fantastischen Ursprungsfilms aus den Dreißiger Jahren auf die doppelte Laufzeit gestreckt wurde. Aber das ist zweifellos Jammern auf sehr hohem Niveau. Pacinos große One-Man-Show ist noch immer eines der gelungensten Werke aus der nun schon über ein halbes Jahrhundert andauernden Karriere von Brian De Palma.
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Scarpine« (25. Juli 2020, 22:02)


Mister Bond

Felix Leiter

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1 005

Sonntag, 26. Juli 2020, 12:28

Dann hoffe ich mal, dass es von Scarface nicht die 3 Sat Ausstrahlung am Freitag war 8o
Carlito's Way bleibt aber mein De Palma Favorit. Der ist dramaturgisch, schauspielerisch erste Sahne und wird immer wieder leicht unterschätzt.
Mission: Impossible (1996) war wohl der letzte De Palma Kracher, leider. Was er davor alles gemacht hat:
Carrie, Teufelskreis Alpha (The Fury), Dressed To Kill, Blow Up, Scarface, Der Tod kommt zweimal (Bodydouble), The Untouchables, Die Verdammten des Krieges, Carlito's Way und eben Mission: Impossible.

Scarpine

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1 006

Sonntag, 26. Juli 2020, 15:01

Dann hoffe ich mal, dass es von Scarface nicht die 3 Sat Ausstrahlung am Freitag war 8o
Carlito's Way bleibt aber mein De Palma Favorit.
Ich habe gerade mal nachgesehen, der lief ja tatsächlich im TV... Komischer Zufall. Die beiden angesprochenen Samuel L. Jackson-Filme hatte ich in der Tat im Fernsehen geschaut (kommt selten genug vor). Läuft ja wirklich kaum etwas Interessantes auf dem Flimmerbildschirm. Scarface aber auf DVD. War das die TV-Fassung, wo man unter anderem die erste Drogendealer-Schießerei so zerschnitten hat, dass man gar nicht versteht, wieso die Passanten am Ende so schockiert sind (Pacino tötet den Kolumbianer auf offener Straße)? Bei der war ich vor ein paar Jahren auch mal beim Zappen hängengeblieben; die ist echt nicht zu empfehlen. Carlito's Way finde ich aber auch etwas unterbewertet. Zusammen mit The Untouchables mein Favorit von De Palma.
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Mister Bond

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1 007

Montag, 27. Juli 2020, 10:50

Die TV-Fassung von 3sat basierte auf den FSK 16 cut. Die hat es aber in sich, ist nämlich um ganze 15 Minuten gekürzt!!! :bamm: Sicherlich ist Scarface von den großen Gangsterfilmen schon der am wenigsten zimperliche, aber alles andere als ein Splatterfest. Selbst die Kettensägenszene hat einen härteren Ruf, als die Szene im Endeffekt zeigt.
Dabei ist der Film seit der neuen DVD/BD Ausgabe von 2012 ja nicht mehr indiziert. Sprich ab 23 Uhr darf man den uncut zeigen. Schade, eigentlich habe ich 3sat ja als einen der besseren Sender auf dem Zettel. Genau wie ZDFneo, doch die brachten vor ca. einem halben Jahr das Kunststück fertig Scarface nach 23 Uhr in der völlig massakrierten FSK 16 Fassung auszustrahlen.

schnittberichte.com - FSK 16 Cut

Scarface kann man wohl NUR auf BD/DVD gucken. Netflix leistet sich ja wiederum die Frechheit und zeigt den Film mit dieser Verarsch-Synchro 8|
Ps.: Carlito's Way ist meiner De Palma Nr. 1, The Untouchables meine De Palma Nr. 2 :)

Django

Der Andere

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1 008

Montag, 27. Juli 2020, 11:01

Selbst die Kettensägenszene hat einen härteren Ruf, als die Szene im Endeffekt zeigt.

Stimmt. Sehen tut man nach allzu viel (Explizites). Es ist eher das was man hört bzw. das, was man nicht sieht...

Mister Bond

Felix Leiter

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1 009

Donnerstag, 30. Juli 2020, 11:46

Da die großen Produktionen ja weiter auf sich warten lassen, gestern im Kino:
Der weiße Hai

Habe mich auch vorher informiert, dass es die originale Kinosynchro war :thumbup: Ich finde es eigentlich nicht schlecht, so manch wirklich alten Klassiker auf der Leinwand bewundern zu dürfen.