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Baron Samedi

Our Man in a Small Town in Germany

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  • »Baron Samedi« ist der Autor dieses Themas

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21

Montag, 6. April 2020, 20:06

Leider hat er aber Woods Ansatz übernommen, den literarischen Bond von Fleming in seiner Gegenwart fortzuführen.

Stimmt, das wirkt teilweise recht aufgesetzt. Etwa, wenn Bond in For Special Services seine Freundinnen Revue passieren lässt und Gardner dabei zunächst von Vesper Lynd über Gala Brand bis hin zu Kissy Suzuki so ziemlich jedes Bond-Girl aus Fleming's Feder nennt, um dann als "jüngste Eroberung" seine eigene Erfindung Lavender Peacock aus seinem ersten Roman aufzuführen. Eine sehr bemühte Methode, um dem Leser deutlich zu machen, dass hier auch wirklich eine Kontinuität zu Fleming besteht.
Viele seiner Ideen waren richtig gut, und tauchten ja dann 'zufällig' auch in den Filmen auf.

Den Eindruck habe ich auch. Die Szene in For Special Services, in der Bond und Cedar von den Schurken in einem Aufzug gefangen werden und durch den Fahrstuhlschacht entkommen müssen, wurde recht offensichtlich drei Jahre später in AVTAK mit Roger Moore und Tanya Roberts filmisch umgesetzt.
Und mal ehrlich: Der literarische Bond ist doch mit dem erfolgreichen Übertritt von Bond auf die Leinwand ab 1962 obsolet geworden
Da bin ich ganz ehrlich anderer Auffassung. Ich finde es faszinierend, dass das Bond-Universum so viele Facetten hat und es eben nicht nur die Kinofilme gibt. Bond war bereits eine literarische Figur, ein Comic-Strip und eine TV-Verfilmung bevor überhaupt der erste Kinofilm veröffentlicht wurde. Ich kann es in gewisser Weise verstehen, wenn man den literarischen Bond ausschließlich mit Fleming identifiziert. Dennoch interessiert mich auch die Darstellungs- und Herangehensweise der Nachfolgeautoren. Und schließlich würde ich auch die jüngeren Filme nicht als obsolet bezeichnen, weil die zentralen Persönlichkeiten der klassischen Bond-Filme wie Cubby Broccoli, Richard Maibaum, John Barry und Ken Adam verstorben sind. Wobei ich allerdings auch schon von einigen Leuten gehört habe, dass die eigentlichen Bond-Filme für sie mit Sean Connery aufhören... was wie gesagt trotz aller Verehrung für Sir Sean nicht meine Auffassung ist ;)
"Good morning Boss, it's sure going to be a beautiful day, yes a beautiful day."

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Baron Samedi« (6. April 2020, 20:17)


Django

Der Andere

  • »Django« ist männlich

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22

Dienstag, 7. April 2020, 14:27

Da bin ich ganz ehrlich anderer Auffassung

Das darfst Du natürlich. Für mich ist Bond halt in erster Linie die EON-Filme (und ggf. noch NSNA)... dann kommt laaaaange nichts mehr. Bis ich etwa 16 war, wusste ich nicht einmal, dass die Filme auf einer literarischen Vorlage beruhen. Erst als ich mich für die Thematik zu interessieren begann, fing ich an, auch die Bond-Romane von Fleming zu lesen. Und ich muss sagen, dass mein Leseerlebnis im Vergleich mit den Filmen oft eher enttäuschend oder zumindest ernüchternd war, wobei vielleicht ich einfach auch noch zu "jung" war, um das Ganze richtig interpretieren zu können. Und ich muss hierzu muss anfügen, dass ich damals die eher schlecht gemachten und stark gekürzten deutschen Übersetzungen gelesen habe. Von daher brauche ich da nicht noch Plagiate von qualitativ ambivalenten (sorry, Ian) Originalen und rechne Ian Fleming auch weniger die Handlungen seiner Romane an, als viel mehr die genialen Charaktere, die er geschaffen hat, die einzigartige "Stimmung" und die vielen tollen Einzeleinfälle. Das Ganze zu einer stringenten Story zu vereinen, war hingegen eher weniger seine Stärke. Da hat zum Beispiel zu ähnlicher Zeit ein Alistair MacLean in einem vergleichbaren Genre Überzeugenderes gleistet.

Also vielleicht sollte ich wie folgt korrigieren:
Der literarische Bond ist für mich mit dem erfolgreichen Übertritt von Bond auf die Leinwand ab 1962 obsolet geworden

Feirefiz

The Other Fellow

  • »Feirefiz« ist männlich

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23

Dienstag, 7. April 2020, 20:10

Jüngst gehört: eine auf 2 CDs eingedampfte Lesung von GF, am Mikro Hannes Jaenicke, mein erstes Bond-Hörbuch. Den Roman habe ich erst- und letztmals vor über zwanzig Jahren gelesen, die Erinnerung ist also überschaubar, die wesentlichen Szenen scheinen es aber ins Hörbuch geschafft zu haben. Kurzweiliger, guter Pulp mit einigen schönen Dialogen, von denen es ein paar sogar in den Film geschafft haben. Die Lesung von Jaenicke ist zum Teil etwas geschwind, unterm Strich aber solide. Für längere Autofahrten eine Empfehlung.
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are —
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Feirefiz« (7. April 2020, 21:03)