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ollistone

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Donnerstag, 6. Juni 2013, 10:51

DER FILM: Casino Royale

Hier findet Ihr alle Beiträge auf Razyboard.

[img]http://www.moviepilot.de/files/images/0467/6369/James_Bond_-_Casino_Royale.jpg[/img]

Zitat von »Kronsteen«


Tja, was soll man sagen....irgendwie klassisch, aber auch ein kompletter Neuanfang.
Jedenfalls kein Over-the-Top-Bondfilm.
Man hat sich sogar getraut, Q und Moneypenny wegzulassen.
Aber dennoch auch unter Bondfans weitgehend gefeiert: Casino Royale!



Zitat von »Volante«


mit TLD zusammen meine beiden Lieblingsfilme...
ich fand nur schade, dass LeChiffre einen so schnellen und vor allem frühen Tod hatte...
Jedoch absolut klasse Dialoge und Wortgefechte unter anderem zwischen Bond und Vesper.
Meine Lieblingsszene war die Szene im Bad, wo Bond das erste Mal den Smoking trägt. Dazu noch die Musik-einfach Gänsehaut. Aber auch die Überleitung vom PreTitle zum Bondsong-einfach nur Gänsehaut!selbst heute noch!!!



Zitat von »ollistone«


Ein Hammer von einem Film. Hat meines Erachtens die allerstärksten Einzelszenen der ganzen Bond-Serie:

- pre-title mit gun-barrel
- Baustellen-Kampf
- Zug-Dialog mit Vesper
- Treppenhaus-Kampf
- "Der Name ist Bond. James Bond" + Bond-Theme

So viel Gänsehaut hatte ich seit LTK nicht mehr.

Perfekte Mischung aus Witz, Dramatik und Action, traumhafte Bilder.

Etwas unausgewogene Action-Verteilung. Das fast landende Flugzeug, das den Polizeiwagen wegdüst, hätte nicht sein müssen, so etwas kann man getrost anderen Blockbustern überlassen.

Die wichtigste Botschaft: Bond is back! Als ernstzunehmende Filmfigur, die endlich aufhört, sich nur noch selbst zu parodieren.



Zitat von »Spree«


So, dann nun auch mein Senf.
Direkt vor dem Film war ich noch einigermaßen skeptisch, wie gut er mir gefallen wird, da ich einen Film in der Art von FRWL, OHMSS und v.a. LTK erwartet habe und diese Filme bei mir nicht so hoch im Kurs stehen. Aber spätestens nach der Madagascar- und M-Sequenz war ich überzeugt, dass hier was ganz großes kommt. Und das, was ich mir im Vorfeld kaum vorstellen konnte, nämlich den Kommentar eines glücklichen, der den Film schon früher sehen durfte, ist inzwischen tatsächlich eingetreten: nach CR hat man weniger Lust, die anderen Bondfilme zu sehen. Zur Zeit bin ich zwar heiß darauf, die Figur Bond zu sehen, komme aber fast immer nur auf CR zurück, da mich die Lust auf die alten Filme, wenn ich mir dann die DVDs durchblättere schnell wieder verlässt. Aber ich glaube ich probier's doch mal mit OHMSS und DN.

So zum Film selbst:
- Klasse Pretitle
- Suuuuuuper Gunbarrel (Gänsehaut) und Titelsequenz, mindestens genauso gut wie DAD, wenn nicht besser! Kleinman ist ein Gott!
- Wahnsinnsjagd in Madagascar
- sehr gute M-Szenen
- wenn Bond vorm Hotel den Wagen parkt und Dimitrios abzockt wird's auch richtig lustig!
- auch die Flughafensequenz fand ich sehr gelungen mit einem großartigen John McClane-Lächeln von Craig am Ende
- Klasse Dialoge im Zug und im Hotel (v.a. als Bond mit 2 Sätzen die gesamte Tarnung aufgibt)
- Pokerrunde ist nicht zu langweilig geworden, auch wenn die Höhe der Blätter, die aufeinandertreffen einem Freizeit-Pokerspieler die Tränen in die Augen schießen lassen
- schwierige Folterszene wurde sehr gut und witzig umgesetzt
- romantische Szenen sind in solchen Filmen mindestens genauso schwer, dennoch werden sie bis auf 1-2 kitschige Momente im Rehazentrum hervorragend und glaubwürdig in Szene gesetzt. Hut ab!

Zum Schluß ist das einstürzende Haus sehr übertrieben und erinnert an DAD (einstürzender Eispalast), aber auch in diesen letzten Szenen wirken Craig und Green sehr gut.

Zur letzten (Gänsehaut-)Szene muss man glaube ich nicht mehr viel sagen (nur hätte ich mir die stinknormale Walther als Waffe gewünscht und nicht so ein Rambo-Teil, aber da gehen die Meinungen im Forum ja auseinander)

Ales in allem: der Film ist bei mir auf Anhieb auf Platz 2 (nach GF) eingestiegen, nachdem ich GF aber zuletzt mal wieder gesehen habe, hat er nicht mehr den allerbesten Eindruck hinterlassen, so dass CR drauf und dran ist, sich den Platz an der Sonne zu erobern. 9,5-10 von 10 Punkten! Chapeau![img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/33.gif[/img][br][br]



Zitat von »felixleitner«


Wenn man sich CR anschaut, fragt man sich immer: "Warum nicht früher so?" und "Da hat GE-MARTIN CAMPBELL Regie geführt???". Nun, es war klar, dass die Produzenten in den 90ern mit der spektakulär auftrumpfenden Action-Konkurrenz von INDEPENDECE DAY bis MISSION IMPOSSIBLE mithalten mussten, um die klassische Blockbuster/Spektakel-Marktführerschaft, die Bond früher innehatte, einigermaßen behaupten zu können. Jetzt, da sich das Action-Spektakel mit immer abstruseren und lächerlichen Effektfilmchen wie etwa XXX oder TRANSPORTER in die Sackgasse manövriert hat und der Wind wieder etwas mehr in Richtung Thrill und Realistik weht(Stichwort BOURNE), hatten Broccoli-Wilson DEN Geistesblitz:
Wenn die Leute beim CGI-Action-Overkill nur noch den Kopf schütteln, warum, zum Teufel, machen wir nicht einen KLASSISCHEN Bond im frühen Connery-Style? Damit rechnet keiner, das wird ein Hammer. Und den Brosnan schicken wir gleich in Rente, der will eh zuviel Kohle und wird auch nicht jünger...

Und das hat eingeschlagen... Getragen von hervorragenden Darstellern, beschreitet CR neue (Bond-)Wege:

- Die Action ist brutal wie eigentlich nur in LTK (was durch die sehr bondige Atmosphäre des Films abgefedert wird, im Gegensatz zu LTK). Auch gehört CR dadurch zu den "knalligen" Bonds: Während z.B. MR, TWINE oder auch TLD "fließende", "gleitende" Action boten, also mit vielen Totalen & langen Wegstrecken, wird hier tlw. auf engstem Raum gebolzt, dass die Fetzen fliegen. Auch eine stilistische Rückorientierung zu den ganz frühen Filmen.

- Die Struktur ist (für Bond-Verhältnisse) interessant: Der Bösewicht stirbt eine halbe Stunde vor Schluss. Vor den beiden "Countdowns" (nenn ich jetzt mal so, Zuspitzungen würde es wohl besser treffen) gönnt sich der Film längere Ruhepausen mit gelungenen romantischen Momenten. Wie auch überhaupt die Action-Szenen etwas ungleichmäßig verteilt wurden und durch die erwähnte Brutalität (und Körperbetontheit) den dialog- und handlungsorientierten Rest extrem kontrastieren. "Unausgewogen" sagen die einen, ich sage: Mutig, und die Action gewinnt durch diesen Kontrast und dadurch, dass man sich hier auf wenige Höhepunkte konzentriert hat, an Wirkung.

- Interessant auch die Beziehung Bond/Vesper: Dachte ich beim ersten Gucken: Naja, zuerst unterkühlt und "imun", auf einmal wieder verliebt. Gähn, wurde beim zweiten mal klar: Durch die Gewalt, die sie durchmachen müsssen (Stichwort Treppenszene), lernt sie, Bond zu verstehen und damit auch zu lieben. Gewagte Interpretation? Vielleicht, aber da lehne ich mich mal einfach aus dem Fenster...

- Das Venedig-Finale finde ich recht gelungen, besonders der alleine dasitzende Bond am Schluß. Dass ein kompletter Gebäudeeinsturz anscheinend NIEMANDEN juckt, ist dann aber doch ein bisschen zuviel des Guten. Hier hat man halt die Realität einer schönen Szene zuliebe geopfert.

- Und schön, dass endlich auch Bond sein Handy regelmäßig nutzt, ist für solche Missionen doch recht hilfreich (vielleicht hatte er früher nur Pre-Paid bekommen [img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/30.gif[/img])

Trotz allen Lobes:

- Für den nächsten Film wünsche ich mir Q & Moneypenny zurück.
- Ich habe BOURNE 2 noch nicht gesehen, aber in einem Trailer die Sterbeszene der Potente. Ich hoffe mal, dass das die einzige auffällige Paralelle war, habe aber schon anderes gehört...

Im übrigen hat mich CR erst motiviert, wieder mehr ins Bond-Geschehen einzusteigen und mir die alten Filme als Vergleich (via UE) nochmal anzuschauen. Und trotz vieler (objektiver) Schwächen im Vergleich zu CR bei vielen Filmen hab ich mich überall köstlichst unterhalten. Die Klassiker sind halt in Fleisch & Blut übergegangen... (Hoffentlich hält das Bond-Fieber noch ein bisschen an.)[br][br]



Zitat von »MisterBond«


Als ic den Film im Kino sah, dach6te ich nuir:
"Wow! endlich mal wieder ein geiler Bondfilm."

Mir gefiel auf Anhieb die "klassische" Inszenierung und die Charaktere waren auch optimal gesetzt.
Auch ein weiteres mal im Kino war ich noch genauso begeistert. Für mich der beste Bondfilm seit TLD.

Nun, habe ich den Film aber auch ein paar mal auf DVD gesehen und die Begeisterung ließ leicht nach.
Immer noch der beste Bondfilm seit TLD, aber er rutschte von Platz 4 auf Platz 7 meiner favorisierten Bondfilme ab.
Davor rangieren halt noch TSWLM, GF, OHMSS, FYEO, FRWL und TLD.
Die sind für mich nunmal essentiell.
Habe nunmal gemerkt, dass mir diese "Klassiker" doch mehr am Herzen liegen und diese eben schon seit sehr vielen Jahren, auch wenn ich sie bis zum "erbrechen" sah, immer wieder gefallen.

Trotzdem war/bin ich mit diesem Bondneustart sehr glücklich. Freue mich auf weitere Filme.

Die aus meiner Sicht positiven Aspekte:

- Pretitle. Schön in sw, sehr gute Stimmung
- Maintitle. Song von Cornell und Kleinmans Arbeit = einfach top.
- Madagaskarszene. Tolle Action.
- Bond gewinnt den Aston Martin und toller Spruch von Bond.
- Flughafen Sequenz
- Vesper Lynd, Le Chiffré, Mathis...allesamt interessante, tolle Charaktere.
- Pokerszenen im Casino. Für die einen langweilig, für mich (auch als nicht Piokerspieler) interessant und spannend inszeniert.
- Kampf im Treppenhaus mit Obanno.

Die etwas negativeren Aspekte:

- noch keine "klassiche" Gunbarrel-Sequence.
- Bonds und Lynds Schmuserei zum Schluss wirkt doch etwas zu lang.
- Dass Vesper sich plötzlich doch in Bond verliebt, finde ich auch etwas seltsam, vorallem da ich weiter dazu stehe, dass Craig nicht der Womanizer-Bond ist.

Alles in allem, ein gelungener Bondfilm. Ich glaube ich bleibe bei der Wertung, die ich dem Film nach den ersten beiden male gab. 9/10 Punkte.



Zitat von »DoctorMoVe«


Royal Flush !

"It longs to kill you -- are you willing to die ?"

Musik und Tanz. Die Freilegung des erotischen Potentials des Körpers als eine definierte, beherrschbare Oberfläche war schon stets das Markenzeichen eines jeden James Bond-Vorspanns. Dazu gesellt sich im CR-Title nun der kämpfende Bond, das fightende Symbol, der mit Bedeutung aufgeladenen, erotischen Körper, begleitet von der philosophischen Tiefe zeitgeistlicher Relevanz. Das kämpfende bringt den Tanz hervor. Der Tanz der Kämpfenden, gegen die Schwerkraft und gegen die Realitäten der Physis des tragischen Filmverlaufs. Kämpfende Körperlichkeit parallelmontiert mit der sexuellen Vereinigung von Waffe und Opfer. Nacktheit der Essenzen. Diffuse Bewegungen. Die Spielkarten des Vorspanns schließen sich zu einem eigenen Organismus zusammen und gebähren im Mega-Koitus, aufgeputscht durch die Zeilen des Titelsongs, eine dunkle Gestalt, die ein Waffe entsichert und sich dem Zuschauer und damit auch der Popkultur des 21. Jahrhunderts nähert. Erst nach und nach wird deren Gesicht enthüllt. You know his name. Ein Titelsong als Signum der Echtheit eines eiscool gekochten, schon verblasst geglaubten Mythos. The One IS re-born...

Eine Stunde später wird plötzlich dann alles ganz eng und schmal. Keine pittoresk in den afrikanischen Zenith ragenden Baukräne, an denen Weltmeister von herrlich episch grellen Bläsern begleitet herumturnen.
Keine terrorkonographischen Flughafenlandebahnen, deren weite Fläche genre-effizient für Kämpfe auf Benzinlastern dienen.
Plötzlich ist da nur noch ein Luxus-Badezimmer in einem Hotel. Eine Frau sitzt verloren unter einem Duschstrahl, angekleidet, zitternd und verzweifelt.
Im Seelenstrip offenbart die 'Mutter aller Bondgirls ' ein "hartes Abfrieren und Einfrieren" Stück für Stück, und sie sitzt starr, als horche sie verzweifelt in sich selbst hinein. Und 007 ? Er wirkt, wie wir Zuschauer, für den Bruchteil eines lähmenden Augenblicks zögernd – und schreitet dann doch direkt zur Tat... Im franchise-symbolisch längst schon heglisch-heroisch deutbaren Smoking-Hemd setzt er sich neben sie und wird ebenfalls nass. "...übergossen von Tränen, die sie beide selbst nicht weinen können." schrieb mal jemand in einer Feuilleton-Besprechung in der eben diese Szene zu den besten Kinomomenten des Filmjahres 2006 gezählt wurde. „Ist dir kalt ?“, fragt er, und sie nickt, woraufhin er auch das warme Wasser aufdreht und es über sie fließen lässt.
Ein Bild von meditativer und breiter Deutungskraft, gleich einem doppelnulligen Gemälde im Louvre der Bondkultur. Ein echtes Lebenselxier. Bond offenbart sich. Sein Umhang wird transparent. Sein Smoking feucht und durchlässig. Der Blick wird frei auf beeindruckend druchtrainierte Oberarme die das zitternde weibliche Wesen tröstend umschlingen. Eine uralte, sakral anmutende Bildzeichnung rettend-dominierender 'Beschützer-Potenz', mit der uns nur ein Mann wie Bond, James Bond, als ikonisch, übersteigertes Idealbild eine angemessene Projektionsfläche bieten kann...

Womit wir auch bei der letzten und stärksten Szene des Films angekommen sind. Der Grund: Nachdem wir über zwei Stunden diesen Mann neu entdeckten, seine Emotionen veranschaulicht bekamen und mit ihm in bisher ungeahntem Maße mitfieberten, stehen wir am Ende der Ereignisse vor einem neuvollendeten Mythos: Wenn man die polierten Schuhe Bonds am Körper von Mr. White vorbeigehen sieht, dann ist das einfach geradezu beängstigend cool. Dann die gewählte, von unten herangefahrene, erfurchteinflößende Perspektive... Craig's connery-artiges Outfit... dazu diese tief-sakrale Bond-Theme-Interpretation die sich uns akkustisch nähert... Dann dieses "Amen" aus Craig's Mund... Fade-Out... Abspann... Der finale Franchise-Orgasmus eines epochalen Films...

Absolute Höchstwertung für dieses Meisterwerk!


[img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/34.gif[/img][img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/34.gif[/img][img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/34.gif[/img][img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/34.gif[/img][img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/34.gif[/img][img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/34.gif[/img][img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/34.gif[/img][img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/34.gif[/img][img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/34.gif[/img][img]www.the007generation.de/images/forum/smilies/34.gif[/img]

(10 von 10 Hüpferlies - inspiriert von colthorpe's MR-Bewertung)



Zitat von »TheCynic«


"Nacktheit der Essenzen"

BRÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLL.



Zitat von »Kronsteen«


Ich habe eben im TV Casino Royale angeschaut.
Einfach ein toller, fast perfekter Film.

3 Verständnisfragen hätte ich dennoch:

1. Welche Rolle hat Mathis denn nun genau? Durch QOS wissen wir, dass er nicht DER Verräter war, den Bond befürchtete. Hat er in CR aber Le Chiffre doch etwas gesteckt? Dieser bezieht sich schließlich auf ihn?! Was kommt Bond eigentlich in den Sinn als er nach dem Abendessen mit Vesper aufspringt, ihr nachgeht und "Mathis" sagt?

2. Wieso will Le Chiffre nach dem verlorenen Pokerspiel von Bond das Passwort und von Vesper die Kontoverbindung? Was bringen ihm diese Infos, wenn Mendel ja zu Bond und Vesper kommt, um den Geldtransfer zu tätigen? An das Geld kann er so schließlich nicht kommen...

3. Was ist das für ein Typ, dem Mathis in Montenegro die Leichen von Steven Obanno und seinem Helfer unterjubelt?



Zitat von »Spree«


1. DAS habe ich mich auch immer gefragt. Wieso nennt LeChiffre Mathis? Ich kann es mir nur erklären, dass er seinen Kontakt Vesper nicht verraten will (aber hängen die überhaupt zusammen?) und Mathis als Bauernopfer nennt.
Bond denkt, dass die Info über LeChiffres Tell nur von Mathis kommen können. Alles aber arg konstruiert und schon eine Logiklücke im Film. Aber CR darf das. [img]imageshack.us/a/img443/9106/grinsr.gif[/img]

2. Gute Frage, die ich mir noch nie gestellt habe. Keine Ahnung.

3. Ich denke einer von LeChiffres Handlangern.
"You may be a lover but you ain't no dancer."

thomas004

Killed by KGB on Gibraltar

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Sonntag, 15. September 2013, 11:45

Gestern gab es bei mir mal wieder CR, und selten hat mich der Film so gefesselt und begeistert! Sicher stimmte auch der Pegel der filmbegleitenden alkoholischen Getränke, diese Eindrücke zu verstärken ... :prost: Aber CR ist so oder so ein Meisterwerk!!!

Selten ist mir bislang aufgefallen, wie hochkarätig die Besetzung des Films ist! Mikkelsen, Green und Giannini brillieren in nahezu jeder ihrer Szenen. Ein Hochgenuss!!! Vesper ist eh meine Nr. 1 der Bondgirls, aber auch Le Chiffre hat nur durch sein Aussehen eine unglaubliche Präsenz - was auch meine Mitseherin mehrfach bestätigte. Allein der erste Auftritt in Uganda, herrlich! Das blutende Auge ist für mich die großartigste Abnormität aller Oberschurken der Serie. Dezent, aber unglaublich wirkungsvoll.

Der Score packt mich auch jedes Mal wieder aufs Neue! Bei allem Respekt für Barry - dieser Score ist bei mir ganz vorn mit dabei!

Was mir bislang nicht auffiel, mir damals im Kino aber schon Probleme machte: Ohne Fachwissen im Bereich Aktien-Handel und Pokerspiel hat man es doch als Zuschauer recht schwer, elementare Teile der Handlung zu verstehen, oder? Mir war damals der Begriff "Leerverkäufe" und dessen Bedeutung unbekannt, und ich vermute, einem Großteil der restlichen Zuschauer auch. Dann wird es schwer, zu verstehen, warum Le Chiffre in Geldnot kommt.

Ohne Pokerwissen kann man die ausführlichen Szenen am Spieltisch zwar genüsslich verfolgen, aber versteht wahrscheinlich kaum den Hintergrund der ständig fallenden Begriffe "Check", "Fold", "Blind", etc., oder? Ich hatte erst vor 14 Tagen eine Pokermarathon und muss sagen, mit diesem Hintergrundwissen machen die Pokerszenen beim Gucken natürlich viel mehr Sinn und sind - Überraschung! - doch deutlich kurzweiliger!

Weitere Anmerkungen:

In der Baustellen-Szene ist die Schaufel von Bonds Radlader während der Fahrt leer, während er Sekunden später eine heftige Ladung Bauschutt in Richtung flüchtenden Bombenleger 1 wirft ... :ka:

In Miami geht Bombenleger 2 durch die Sicherheitskontrolle am Flughafen. Bond folgt ihm später (man sieht, wie er vor der Kontrolle seine Jacke ablegt). Aber zumindest in Europa und Asien kommt man nach meinen Erfahrungen nur mit gültiger Bordkarte durch die Sicherheitskontrolle! Ist das ein Filmfehler, oder ist das in Amerika anders? :think:

Dass Le Chiffre von Bond das Passwort für die spätere Bank-Transaktion erpresst, ist zwar auf den ersten Blick wenig sinnvoll, ich kann mir aber Szenarien vorstellen, dass dies später durch aus Sinn macht ... Aber warum meint Le Chiffre, dass der die Kontonummer sicher von Vesper im Nachbarraum erfahren wird? Klar arbeiten Vesper und er für die selbe Organisation und klar hat diese Aussage nur den Sinn, Bond zu verunsichern, aber wenn man da einen Sinn reininterpretiert, wird es schwer, oder? Was will er denn mit der Kontonummer? Und welcher überhaupt? :bamm:

Gruß, Thomas

Kronsteen

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Sonntag, 15. September 2013, 11:55

Was mir bislang nicht auffiel, mir damals im Kino aber schon Probleme machte: Ohne Fachwissen im Bereich Aktien-Handel und Pokerspiel hat man es doch als Zuschauer recht schwer, elementare Teile der Handlung zu verstehen, oder? Mir war damals der Begriff "Leerverkäufe" und dessen Bedeutung unbekannt, und ich vermute, einem Großteil der restlichen Zuschauer auch. Dann wird es schwer, zu verstehen, warum Le Chiffre in Geldnot kommt.
Ja, das ist nicht ganz einfach und auch unzureichend erklärt. Aber die Sache ist dennoch schlüssig und logisch: Le Chiffre hat Aktien verkauft, die er noch nicht besitzt und die er erst später kaufen will (das ging im Aktienhandel anno 2006 noch ganz einfach, dass man etwas verkauft, bevor man es hat) - und zwar dann, wenn der Kurs (wegen des Anschlags) viel niedriger ist als der Verkaufskurs, der vor dem Anschlag war. Dass dieser dann nicht wie gewünscht fällt, weil das Attentat misslingt, führt dazu, dass Le Chiffre die bereits verkauften Aktien viel teurer einkaufen muss als geplant. Das einzige, was für mich etwas unglaubhaft ist: Nach dem Anschlag auf "Skyfleet" wären die Aktienkurse auch ohne den Erfolg des Bombenlegers gefallen. Die Anleger wären extrem verunsichert gewesen und hätten massenweise ihre Anteile verkauft, was zu Kursverfall geführt hätte. Somit hätte Le Chiffre unter normalen Umständen dennoch Gewinn machen können (wenn auch nicht so hoch). Der Kurs bleibt ja nicht hoch, nur weil der Prototyp verschont bliet.
In der Baustellen-Szene ist die Schaufel von Bonds Radlader während der Fahrt leer, während er Sekunden später eine heftige Ladung Bauschutt in Richtung flüchtenden Bombenleger 1 wirft ... :ka:
Aus meiner Erinnerung raus wirft er den Bauschutt nicht "aus der Schaufel raus", sondern der kommt erst zustande, weil der Radlader frontal in das Gebäude reinfährt und die Schaufel den dabei anfallenden Bauschutt vor sich her schiebt.
Dass Le Chiffre von Bond das Passwort für die spätere Bank-Transaktion erpresst, ist zwar auf den ersten Blick wenig sinnvoll, ich kann mir aber Szenarien vorstellen, dass dies später durch aus Sinn macht ... Aber warum meint Le Chiffre, dass der die Kontonummer sicher von Vesper im Nachbarraum erfahren wird? Klar arbeiten Vesper und er für die selbe Organisation und klar hat diese Aussage nur den Sinn, Bond zu verunsichern, aber wenn man da einen Sinn reininterpretiert, wird es schwer, oder? Was will er denn mit der Kontonummer? Und welcher überhaupt?
Die Szene macht in der Tat wenig Sinn. Hab das auch nie verstanden.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kronsteen« (15. September 2013, 13:11)


Scarpine

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Sonntag, 15. September 2013, 12:01

Was will er denn mit der Kontonummer? Und welcher überhaupt? :bamm:


Mendel hat von allen Spielern die Kontonummer bekommen und jeder Spieler hat ein Passwort hinterlegt. Der Spielgewinner muss also das Passwort in Mendels Chiffriergerät eingeben und der Gewinnbetrag wird auf das Konto des Siegers überwiesen. Le Chiffre muss also das Passwort und die Kontonummer wissen. Er kann ja nicht sein eigenes eingeben. Wenn das Passwort eingegeben ist, wird das Geld überwiesen und Le Chiffre müsste nun Bond/Vesper dazu zwingen, dass Geld abzuheben. Oder er würde das Geld analog oder digital auf sein eigenes Konto (weiter-)überweisen lassen. Dazu bräuchte er aber auch Bonds Kontonummer und Zugangsdaten. So würde ich zumindest den Sachverhalt interpretieren.
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thomas004

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Sonntag, 15. September 2013, 12:45

Ich hatte das immer so verstanden, dass jeder Spieler vor dem Spiel nur das Passwort hinterlegt. Damit ist er später nach Gewinn des Spiels autorisiert, die Überweisung des Gelds vom Treuhandkonto Mendels auf ein Zielkonto zu tätigen.

Die Kontonummer wird nach meinem Verständnis erst beim Besuch Meldels eingegeben! Das macht ja Vesper später auch, und sie gibt ja auch eine andere Kontonummer an, nicht die des MI6! Also kann vorher ja gar keine Kontonummer bekannt oder hinterlegt worden sein.

Dass Le Chiffre das Passwort erpresst, macht in sofern Sinn, dass er z.B. beim späteren Besuch Meldels bei Bond die Übergabe irgendwie manipuliert oder Bond währenddessen eine Waffe an den Kopf hält oder so ... Aber eine Kontonummer gibt es vorher meines Erachtens nach gar nicht!

Le Chiffre und Vesper arbeiten ja irgendwie für die selbe Organisation. Vesper wird erpresst, das Gewinner-Geld zu beschaffen und Le Chiffre braucht das Geld für die Rückgabe ein seine afrikanischen Freunde. Aber inwieweit wissen Vesper und Le Chiffre voneinander? Und von den Zielen des jeweils anderen? Vesper verrät Le Chiffre ja, dass Bond sein "Zeichen" beim Pokern erkannt hat und Le Chiffre nutzt das aus. Aber warum macht Vesper das eigentlich?

Kronsteen, Du hast übrigens Recht mit dem Bagger! Eben nochmal überprüft: Der Bauschutt entsteht erst durch das Eindringen der Schaufel in das Dach.

Gruß, Thomas

Scarpine

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Sonntag, 15. September 2013, 14:34

Es ist jetzt schon ein paar Tage her, dass ich den Film gesehen habe, aber ich glaube du hast recht. Mendel sagt sowas wie "...und ich überweise den Betrag auf jedes Bankkonto der Welt, das Sie mir nennen." In dem Fall wird die Kontonummer tatsächlich erst bei der Übergabe eingegeben. Das lässt nur zwei Möglichkeiten offen. Entweder wollten Quantum und Le Chiffre das Geld in bar (Geldkoffer) oder es ist ein Drehbuchfehler. In ersterem Fall würde das sogar Sinn machen. Le Chiffre zwingt Bond und Vesper sein Spiel mitzuspielen. Dafür braucht er Passwort und Kontonummer. Nachdem Mendel das Geld überwiesen hat, lässt man Vesper es abholen und alles ist vordergründig rechtmäßig abgelaufen. Der wirkliche Gewinner hat sein Geld bekommen, es aber abgehoben, was zwar merkwürdig, aber nicht unrechtmäßig wäre. Danach hätte man Bond und Vesper dann getötet und wäre unauffällig mit dem Geld verschwunden, dass man anders als bei Transaktionen nicht mehr zurückverfolgen könnte. Le Chiffre weis ja, dass Obanno tot ist und sein Geld nicht mehr zurückfordern kann. White schaltet Le Chiffre wegen dessen Treulosigkeit aus und nimmt das Geld dann für Quantum selbst in Anspruch.

Was Vesper betrifft, denke ich, dass sie keinen direkten Kontakt zu Le Chiffre hatte. Sie kannte White und dessen rechte Hand Gettler, weswegen sie Bond ja die Handynummer des einen hinterlässt und den anderen in Venedig erkennt. Vermutlich lief das so: Quantum hat Vesper unter Druck gesetzt und sie musste White alles Gewünschte mitteilen. Dieser leitete die Informationen dann an Le Chiffre weiter, ohne (möglicherweise) seine Quelle zu offenbaren. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso Le Chiffre Vespers Leben riskiert, die ja immerhin eine wertvolle Doppelagentin ist. Bond hätte ja auch zu spät reagieren und sie überfahren können. Vielleicht mit ein Grund, wieso White den Plan ändert, in das Geschehen eingreift und Le Chiffre tötet. Man will auf anderem Wege an das Geld kommen. Le Chiffre hat das Vertrauen verspielt und zu oft versagt. Man braucht ihn nicht mehr. Mathis wurde wohl nur angeschwärzt, um Bond auf eine falsche Fährte zu locken, da er ja um den Verrat eines Verbündeten wusste...
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Kronsteen

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Sonntag, 15. September 2013, 14:39

würde das sogar Sinn machen. Le Chiffre zwingt Bond und Vesper sein Spiel mitzuspielen. Dafür braucht er Passwort und Kontonummer. Nachdem Mendel das Geld überwiesen hat, lässt man Vesper es abholen und alles ist vordergründig rechtmäßig abgelaufen.


Wenn Vesper aber das Geld ohnehin abhebt, dann braucht Le Chiffre die Info mit der Kontonummer doch gar nicht. :ka:

Ich tendiere eher zum Drehbuchfehler.
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Scarpine

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Sonntag, 15. September 2013, 14:55

Prinzipiell ja, aber es war auch nur eine Idee. Le Chiffre erklärt uns seinen Plan ja nicht. Vielleicht wollte er die Kontodaten ja, weil er Vesper eben nicht zu Mendel und zur Bank schicken wollte, sondern lieber einen Strohmann. Dann hätten Vesper und Bond den Folterkeller gar nicht erst überleben müssen. Die Idee, dass Vesper das Geld auf ein anderes Konto als das des Mi6 überweist und es dann abholt, wäre dann von Mr. White ausgegangen, der Le Chiffres Plan mit dessen Ermordung ja ohnehin torpedierte. Im Allgemeinen kann man aber durchaus von einem Drehbuchfehler sprechen. Die Autoren dürften sich um diese Frage wohl nicht soviele Gedanken gemacht haben.
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Scarpine

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Sonntag, 15. September 2013, 15:25

Passend zum Thema:

James Bond Rewatched

# 21: Casino Royale (2006)

OT: Casino Royale; GB 2006; 144 Min.; R: Martin Campbell; D: Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Judi Dench, Jeffrey Wright, Giancarlo Giannini, Caterina Murino, Simon Abkarian, Jesper Christensen

"Die Another Day" hatte zwar ordentlich Kasse gemacht, wurde jedoch von der Kritik teils mit großer Häme aufgenommen. Barbara Broccoli und Michael G. Wilson beschlossen eine erneute Kreativpause, um das Konzept der Serie zu überdenken. Eine zündende Idee musste her oder eine radikale Neuerung. Man entschied sich für letzteres. EON wollte nun "Casino Royale" – Ian Flemings ersten und innerhalb der Reihe einzig unverfilmten Roman – adaptieren, um 007 wieder in realistischere Gefilde zu führen. Man entließ Pierce Brosnan, um mit einem frischen Gesicht eine neue Ära zu begründen. Man fand den neuen Mann in Daniel Craig, der jedoch ein geteiltes Echo in der Öffentlichkeit auslöste. Sein Erstling jedoch schlug ein wie eine Bombe und bekam überwältigenden Zuspruch.

Das Darstellerensemble des Streifens darf guten Gewissens als eines der besten, wenn nicht sogar das beste der Reihe bezeichnet werden. Neu-Bond Daniel Craig zeigt in seinem Debüt eine beeindruckende physische und schauspielerische Leistung. Sein Einstand ist sicherlich der intensivste aller 007-Mimen. Und auch seine Partnerin Eva Green ist eine Entdeckung. Die aparte Französin darf mit subtiler Klasse das wohl facettenreichste Bondgirl zeichnen. Als zweite Leading Lady hat es Catarina Murino da schon schwerer, da sie mehr als Eye-Candy dient, ihren Part aber so sympathisch und lebensfroh verkörpert, dass ihr Ende dem Zuschauer an die Nieren geht. Kein Kind von Traurigkeit ist der skrupellose Terroristenfinanzier Le Chiffre, der von dem dänischen Charakterdarsteller Mads Mikkelsen in exzellenter Manier als verschlagener und sadistischer Spielertyp interpretiert wird. Als seine Handlanger sind Simon Abkarian als schmieriger Geldwäscher, Clemens Schick als brutaler Lakai und Ivana Miličević als hinterhältige Geliebte zu sehen. Wunderbar vielseitig agiert Giancarlo Giannini in seiner doppelbödigen Rolle, während Jeffrey Wright den bisher coolsten und jovialsten Felix Leiter geben darf. Judi Dench kann ihren bisher besten Auftritt für sich verbuchen, während ihr Assistent Tobias Menzies eher wenig Akzente setzen kann. Weitere Nebenrollen werden von Ludger Pistor, Isaac de Bankolé und Richard Sammel charismatisch bekleidet, während Jesper Christensen als mysteriöser Mr. White ein echtes Kabinettstückchen abliefert.

Für die Regie ist Martin Campbell ein zweites Mal an Bord. Seine Inszenierung fällt insgesamt hervorragend aus. Nicht nur die Action-Sequenzen gelingen ihm fabulös, auch aus den Dialog-Szenen, den Liebespassagen und den stillen Momenten holt der Neuseeländer praktisch alles heraus und beschert dem Zuschauer einige wirklich hochkarätig-intensive Augenblicke. Campbell zeigt sich hier – anders als noch 1995 – als ein Meister sowohl der lauten, als auch der leisen Töne. Eine wirklich bravouröse Leistung. Ein großes Lob muss man auch den Skriptautoren aussprechen. Neal Purvis und Robert Wade haben Ian Flemings immerhin über fünfzig Jahre alten Roman adäquat modernisiert und in ein zeitgemäßes Szenario gebettet. Der Bond-Charakter ist so vielseitig, die Nebencharaktere so dreidimensional und die Handlung so wendungsreich wie niemals zuvor in der Reihe. Zum Gelingen des Drehbuchs trägt auch der kanadische Star-Autor Paul Haggis bei, der mit seinen drei Revisionen die Drehvorlage optimierte und mit unwiderstehlich schlagfertigen und reizvollen Dialogen würzte. Als einzigen Kritikpunkt muss man allerdings anführen, dass zu viele kleinere Figuren in das Handlungsgefüge eingebunden sind. Hier wäre weniger mehr gewesen. Dennoch ohne Zweifel eines qualitätsvollsten und besten Drehbücher innerhalb des Franchise.

Der vierte Score von David Arnold ist sein wahrscheinlich gelungenster. Sein Tracks schaffen in den wichtigen Augenblicken die richtigen Stimmungen und sorgen für viel Atmosphäre. Auch Chris Cornells "You know my name" trifft den Nerv der Zeit. Der Titelsong darf zu den besseren 007-Songs gezählt werden, kann aber nicht ganz mit den größten Bondliedern mithalten. Das Titeldesign von Daniel Kleinman ist ein einsamer Triumph und darf als sein bisher gelungenstes gelten. Peter Lamonts letztes Production Design ist ebenfalls ansprechend ausgefallen. Die Dekors rund um Ms Wohnung, das Hotel Splendide und das Casino Royale bieten jede Menge Glamour und Luxus fürs Auge. Lamont nimmt nach jahrzehntlanger Arbeit würdig Abschied von der Serie. Die Locations präsentieren sich mit England, Tschechien, Italien und den Bahamas sehr ausgewogen und stimmungsvoll. Eine enorme Leistungssteigerung darf man Phil Meheux bescheinigen. Seine Kamera fängt das Geschehen in wunderbar kraftvollen Farben ein und zeigt am Casinotisch ebensoviel Virtuosität wie in den Action-Sequenzen.

Gesamtwirkung: Ein harter und rasanter Agententhriller, der sich teils drastisch von den Vorgängern löst und die Reihe mit seiner Klasse nachdrücklich bereichern kann. Die Handlung ist wunderbar spannend und wendungsreich. Der Regisseur und die Besetzung vollbringen Höchstleistungen, während die Cinematographie, die Musik, das Titeldesign sowie das Production Design ebenfalls mit überdurschnittlicher Qualität aufwarten können. Der Charakter von 007 wird sehr gut ausgeleuchtet und erreicht in Verbindung mit der Liebesgeschichte um Vesper Lynd eine unereichte Tiefe. Ansonsten muss sich der britische Geheimagent als Greenhorn in einer modernen, kalten Spionagewelt bewähren, in der man niemandem wirklich trauen kann und die wahren Feinde im Hintergrund die Strippen zu ziehen scheinen. In dieser Hinsicht erweist sich der Streifen nicht nur als top-aktuell, sondern trägt auch dem Kerngedanken von Flemings Roman in voller Breite Rechnung. Ingesamt präsentiert sich "Casino Royale" als ein moderner Klassiker. Ein Film, der unter den besten rangiert und der ein Meisterstück innerhalb der Reihe darstellt.

Meine Wertung: 5 von 5 Punkten
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Mister Bond

Felix Leiter

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Sonntag, 22. September 2013, 21:50

Ich muss zugeben, dass CR nach mehrmaligen Sichten zumindest bei mir nicht mehr den ganzen großen Zuspruch bekommt wie im Kino oder kurz danach. Immer noch ein Topfilm, vor allem handwerklich und vom Cast, mir macht er aber etwas weniger Spaß als GF, TSWLM oder TLD.
Deshalb von mir "nur" 4,5/5.

Django

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Montag, 23. September 2013, 09:37

Ja, das stimmt - der Unterhaltungsfaktor ist bei CR nicht so hoch wie bei anderen Bond-Filme. Das ist aber auch gar nicht möglich.

Django

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Donnerstag, 24. Oktober 2013, 12:17

Habe mir wieder mal CR reingezogen (auf DVD). Ich muss einfach sagen: Der Film ist ein Meisterwerk! Das fand ich schon, als ich ihn 2006 im Kino sah und das finde ich auch jetzt noch genauso. Nach dem Totalausfall DAD und nach dem - für mich damals nicht nachvollziehbaren - Ersetzen von PB durch DC war ich im Vorfeld sehr skeptisch bezüglich CR. Dann kamen noch die ersten durchzogenen Kritiken dazu ("Das ist nicht mehr Bond"). Zum Glück waren meine Bedenken völlig unbegründet! Noch nie hat mir ein Besuch eines Bondfilms im Kino derart den Kick gegeben.

Es ist müssig, hier alle positiven Elemente von CR aufzuführen - es würde zu lange dauern. Daher nur ganz kurz: Spannende Handlung, hervorragende schauspielerische Leistungen, grandioser Score, erstklassige Action und das Beste Bond-Girl ever!

Es gibt allerdings auch ein paar Kleinigkeiten, die auf mich suboptimal wirken (okay, es ist natürlich Kritik auf sehr hohem Niveau):
  • Warum spielt die Casino-Szene in Montenegro? Sorry, aber da hätte man lieber gleich Tschechien genommen. Ich war zwar noch nie in Montenegro, aber Karlsbad schaut nun mal einfach nicht so aus, wie ich mir Montenegro vorstelle. Auch der Zug, mit dem Vesper und Bond fahren, ist ein Zug der Tschechischen Staatsbahnen (ČD-Baureihe 680, technisch und optisch ziemlich baugleich mit dem einige Jahre zuvor erschienenen italienischen ETR-460)

  • Die ganze Casino-Handlung (also zumindest das, was den Spieltisch betrifft). Ich muss dazu sagen, dass ich grundsätzlich nie ganz verstanden habe, was an Casinos und Glücksspiel so "heroisch" oder "edel" sein soll. Ich will hier sicher niemandem auf die Füsse treten, aber mir kommen dabei in erster Linie irgendwelche asozialen Möchtegerns in de Sinn, die sich richtig cool finden, wenn sie Geld verspielen, das sie eigentlich gar nicht haben und sonst - ausser vielleicht noch berufsmässigem Alkoholismus - kein Leben haben (ich weiss, es ist ein Klischee, aber solche Leute gibt's leider viele). Was ich damit meine: Ein lockeres Spielchen in Ehre, aber ein Bond, der am Spieltisch um Sein oder Nichtsein kämpfen muss, passt für mich einfach nicht. Das wäre, als ob sich Bond plötzlich intensiv mit Computern oder so abgeben würde. Wenn schon Bond im Casino, dann so wie etwa in TB, als er sich ein bisschen amüsiert, herumflirtet und so ganz nebenbei noch seinen Widersacher ein bisschen ärgert. Das ist cool, das ist Bond: Er spielt aus Spass und nicht aus Verzweiflung (und es macht ihm auch nichts aus, falls er mal verlieren sollte).

  • Der Film ist keine leichte Kost, wenn man ihn mit anderen Bond-Filmen vergleicht. Daher sucht man Humor und Heiterkeit vergebens, was den Spassfaktor natürlich entsprechend dämpft (ich hatte das ja bereits in meinem vorangehenden Post geschrieben). Das ist jedoch eigentlich gar keine Kritik, denn jegliche Albernheiten hätten das Gesamtwerk CR zerstört.

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13

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 12:44


  • Die ganze Casino-Handlung (also zumindest das, was den Spieltisch betrifft). Ich muss dazu sagen, dass ich grundsätzlich nie ganz verstanden habe, was an Casinos und Glücksspiel so "heroisch" oder "edel" sein soll. Ich will hier sicher niemandem auf die Füsse treten, aber mir kommen dabei in erster Linie irgendwelche asozialen Möchtegerns in de Sinn, die sich richtig cool finden, wenn sie Geld verspielen, das sie eigentlich gar nicht haben und sonst - ausser vielleicht noch berufsmässigem Alkoholismus - kein Leben haben (ich weiss, es ist ein Klischee, aber solche Leute gibt's leider viele). Was ich damit meine: Ein lockeres Spielchen in Ehre, aber ein Bond, der am Spieltisch um Sein oder Nichtsein kämpfen muss, passt für mich einfach nicht. Das wäre, als ob sich Bond plötzlich intensiv mit Computern oder so abgeben würde. Wenn schon Bond im Casino, dann so wie etwa in TB, als er sich ein bisschen amüsiert, herumflirtet und so ganz nebenbei noch seinen Widersacher ein bisschen ärgert. Das ist cool, das ist Bond: Er spielt aus Spass und nicht aus Verzweiflung (und es macht ihm auch nichts aus, falls er mal verlieren sollte).
Ich teile Deine Bewunderung! Ergänzen möchte ich, dass CR06 endlich wieder - nach Jahrzehnten! - eine Romanverfilmung ist. Die letzte war (nach DN, FRWL, GF, TB und OHMSS) NSNA. Dieser Punkt begründet letztlich auch die von Dir kritisierte Casino-Handlung. Im Roman hat Bond - wie im Film - nun einmal den Auftrag, zu spielen. Und da geht es um mehr als in TB, sicher nicht zum Vergnügen.
God save the Queen!

Kronsteen

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14

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 12:46

Bzgl. Montenegro denke ich einfach, dass man ein Land gewählt hat, das für eine gewisse "Offenheit" für ein solch illegales Match stehen könnte. Es sollte schon innerhalb Europas stattfinden, aber ein EU-Land wie Tschechien sollte es vermutlich nicht sein. Und dann fiel die Wahl eben auf Montenegro.
Ich persönlich hätte es toll gefunden, wenn Karlsbad ganz einfach Karlsbad gespielt hätte. Eine wirkich sehr sehenswerte Stadt.

Für mein Dafürhalten ist es in der Casino-Szene nicht so schlimm, dass das Spiel selber "um Leben und Tod" geht. Es ist eben das Mittel zum Zweck. Und der hohe Einsatz ist eben auf der einen Seite darauf zurückzuführen, dass LeChiffre das Geld braucht um sich von seinen Schulden zu befreien, und auf der anderen Seite dafür verantwortlich, dass es um mehr geht als um ein normales Spielchen. Und das LeChiffre Obanno (und andere) im Nacken sitzen, wird das indirekt Spiel tödlich.

Auf zu großen Spaßfaktor war ich nach diesem "Totalausfall" DAD auch gar nicht aus. ;)

Ich bin mit Dir völlig einer Meinung, Django: CR ist der Beweis, dass Bond es noch kann. Vorher dachte ich immer, dass die Ballerorgien Brosnans eben das Maximum seien, was heutzutage noch an "Bond" möglich ist. Ein Juwel für das Franchise, dessen Bedeutung in den kommenden Jahren eher noch zunehmen wird.
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Spree

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15

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 12:49

@Django: Emotional empfand/empfinde ich ebenso wie du. Nur eine kurze Verteidigung deiner Kritik:
- Montenegro: OK, seh ich genauso.
- Casino-Handlung: Das musst du wenn dann Fleming vorwerfen. Es ist nunmal der Kernplot des Romans und hat mich auch nie gestört, wobei ich den von dir beschriebenen Menschentypus durchaus kenne.
- Humor: Den Vorwurf fände ich eher bei QOS angebracht, nicht bei CR. Der Humor hat allerdings eine sehr feine Note und überhaupt nichts von der Plattheit einiger der früheren Filme. Alleine der Dialog im Zug hat soviel Humor mit drin, selbst die PTS ("Ich weiß, wo ihre Waffe liegt."), der eine ganz andere Qualität erreicht als früher. Die einzig platten Momente sind m.E. im Sanatorium ("kleiner Finger" und Mendel) zu finden, der Rest ist - wie von dir beschrieben - ein einziger Geniestreich.
Ich höre gerade den Nerdist-Podcast zu CR (2:20 Stunden lang!) und eine Kommentatorin ist regelrecht verliebt in den Film - so ging/geht es mir auch immer noch. Jeder Moment ist pure Magie. Danke Mr. Campbell und alles Gute zum Geburtstag! Hoffentlich macht er noch einen! *DAFÜR-Smilie-vorstell*
I never left!

16

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 13:10

Auch meine 2 Groschen dazu:

- Casino: Aus dem heutigen Blickwinkel gebe ich dir recht. Als Großhändler habe ich unter anderem auch die beiden Casinos von Mainz und Wiesbaden als Kunden betreut. (Ganz klar: Wir reden hier von echten Spielbanken in Luxushotels oder Kurhäusern, also nicht von den Etablissements die sich gerne um Tankstellen, Bordelle oder in Industriegebieten scharen)
Und in beiden Häusern ist der Glanz nur noch ein Abklatsch seiner selbst. Dort sitzen nur gescheiterte Existenzen und in den 70ern hängengebliebene Ex-Provinzpromis und gelegentlich kommen mal ein paar """Discorussen""" oder """Südländer""" vorbei, oder Neureiche Robert Geissen Typen die mal auf dicke Hose machen. Edel ist so ein Casinoabend sicher nicht, und schon gar nicht heroisch.
In der Zeit, als der Kernplot von CR entstand war dies aber noch der Fall. Nur eine gewisse Elite konnte es sich überhaupt leisten um Geld zu spielen. Damals gab es noch echte "Glücksritter" die ererbtes Vermögen durchbrachten oder tatsächlich Spionage betrieben. Die Klientel war schlicht noch eine andere.

Nun spielt CR zwar in unserer Zeit, aber auch da gibt es Ausnahmen. Große internationale Casinos wie z.B. die Häuser in Estoril oder Monaco haben noch diese Kundschaft aus schillernden Kleinadeligen, Erben und Glückrittern. Von daher geht dieser Punkt, im richtigen Licht absolut OK.
Allerdings bin auch ich der Meinung, Tschechien wäre der bessere Handlungsort gewesen.

- Humor: Mir geht es genau andersrum, ich habe in CR so viel gelacht und geschmunzelt wie seit den glorreichen 70ern nicht mehr. Liegt wohl daran, dass mein trockner sarkastischer Humor genau getroffen wurde. Die Folterszene ist unschlagbar. Bond, der Solange eine "private Frage" stellen will, während Sie bereits an seinen "private Parts" am arbeiten ist. (Gut, kommt in Englisch noch nen Tick besser) Die beiden Figuren Mendel & Schultz, die schön zurückhaltend für kurze alberne Momente eingesetzt werden und natürlich der Dialog im Zug, der eine einzige ironische Wortschlacht ist.

Aber wie wir ja bereits gemeinsam feststellten...das sind minimale Kritikpunkte in einem maximal großen Werk!
"That's one hell of a Pilot!"

17

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 13:15

Bzgl. Montenegro denke ich einfach, dass man ein Land gewählt hat, das für eine gewisse "Offenheit" für ein solch illegales Match stehen könnte.
Nope...in einer staatlich konzessionierten Spielbank ist solch ein "Match" in der gesamten EU nicht illegal! Man könnte...genügend Mitspieler und kapital vorausgesetzt...ein solches Spiel sogar in Stuttgart, Mainz oder Osnabrück stattfinden lassen!
"That's one hell of a Pilot!"

Kronsteen

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18

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 13:21

Bzgl. Montenegro denke ich einfach, dass man ein Land gewählt hat, das für eine gewisse "Offenheit" für ein solch illegales Match stehen könnte.
Nope...in einer staatlich konzessionierten Spielbank ist solch ein "Match" in der gesamten EU nicht illegal! Man könnte...genügend Mitspieler und kapital vorausgesetzt...ein solches Spiel sogar in Stuttgart, Mainz oder Osnabrück stattfinden lassen!

Aber ein Verbrecher wie LeChiffre als Veranstalter wäre bei uns im Casino vermutlich nicht möglich. ;)
Ich denke daher schon, dass Montenegro als vermeintlich weniger stabiles Land gezielt ausgewählt wurde. Die Aktion mit dem korrupten Polizeichef ist da sinnbildlich dafür und wäre ein Affront gegen Tschechien gewesen. Oder ggf. auch gegen Mainz, Stuttgart oder Osnabrück. :D
"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

19

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 13:24

Ich teile Deine Bewunderung! Ergänzen möchte ich, dass CR06 endlich wieder - nach Jahrzehnten! - eine Romanverfilmung ist. Die letzte war (nach DN, FRWL, GF, TB und OHMSS) NSNA.
Stimmt nicht ganz: Auch wenn LTK keinen Fleming Titel trägt, so basiert ein nicht unerheblicher Teil der Story auf den nicht genutzten Elementen von "Leben und sterben lassen" und auch stellenweise aus "Der Hildebrandt Rarität" und Motiven von Flemings "For your eyes only", dort handelte Bond auch ohne Regierungsauftrag nur auf die private Bitte von M hin.


LTK (und rein vom Grundmotiv her auch TLD) sind natürlich keine wirklichen Romanverfilmungen, kommen aber dem flemingschen Werk so nahe, bzw. bedienen sich daraus in einem Maße wie es auch CR tut...oder eben auch nicht.
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Django

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20

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 13:27

Nun ja, die Casino-Sache stört mich ja nicht allzu sehr - nur ein kleines Bisschen. Und klar: die Sache haben wir Fleming zu verdanken (anders wäre ja die filmische Umsetzung kaum gegangen). Ich finde halt einfach, dass die ganze Glücksspielssache eher zu Fleming selbst bzw. seinem "Ur-Bond" passt, als zum Film-Bond. Fleming hatte ja offenbar diverse Laster/Schwächen (die ihm wohl selber nicht unbedingt gut gekommen sind), die er auf seinen Bond-Charakter übertragen hat (Glücksspiel, Alkohol, exzessives Rauchen, Psychopharmaka etc.).

Was den subtilen Humor in CR betrifft, so hast Du recht. Aber es ist halt nicht der gleiche, "offensichtliche" Humor wie in anderen Filmen (selbst LTK). Ob das gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Ich finde CR - und auch QOS - diesbezüglich jedenfalls gut so, wie sie sind.

Und was Mendel betrifft: Mich stört der keineswegs.