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ollistone

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161

Mittwoch, 20. Oktober 2021, 10:08

Im Netz wurde die Treppenhaus-Szene auch schon mit der 10-minütigen One-take-Treppenhausszene aus "Atomic Blonde" verglichen - kennt die jemand?

Klick!

Ob nun wirklich ungeschnitten oder mit einigen versteckten Schnitten, egal, die Szene ist natürlich der Hammer. Sowas würde ich mir auch mal wieder für einen Bond wünschen. Geht ein wenig Richtung CR und QOS, schnell, dreckig, brutal, und man muss nicht einmal viel Geld in die Hand nehmen, um die schönsten, größten und lautesten Explosionen der Filmgeschichte zu drehen. Diese Maßstäbe setzende Action fehlte mir in der Tat zuletzt auch.
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Mister Bond

Felix Leiter

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Mittwoch, 20. Oktober 2021, 10:15

Yo, habe "Atomic Blonde" auch einmal gesehen. Die Treppenhaus Szene war für mich, neben der Lesbenszene :D , das Highlight.

Im nachhinein muss ich MTTD leider attestieren, dass da doch etwas zu viel geballert wird. Vielleicht nervt Mr. Fogg auch das. Wir haben ja auch die Treppensequenz in NTTD, bloß in Ego-Shooter Manier.

Django

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163

Mittwoch, 20. Oktober 2021, 10:30

dass da doch etwas zu viel geballert wird

Vor allem seitens der "Bösen". Gerade bei der Herkules-Klau-Szene hat mich die übertriebene Gewalt doch gestört. Weist gewisse Parallelen zum Diebstahl von Goldeneye auf, wo Onatopp ebenfalls wie eine Irre herumballert (was ich auch damals schon störend fand).

Mister Bond

Felix Leiter

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164

Mittwoch, 20. Oktober 2021, 10:38

Die Herkules Klau Szene finde ich inszenatorisch aber mit am besten. Ne, eher so Zwsichendurchballereien, wie im Wald, halt im Finale oder auch in Kuba.

Don-Corleone

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Mittwoch, 20. Oktober 2021, 10:42

Die Szene aus Atomic Blonde ist klasse, generell ein Film der Bondliebhaber gefallen wird. Eine Fortsetzung ist auch schon bestätigt.
Die stärkste Actionszenen aus NTTD sind für mich in der PTS, das war schon großartig, die Verfolgungsjagd hätte ruhig auch noch 1-2 Minuten länger gehen können.

Die Actionszene im Treppenhaus war mir persönlich auch zu "John Wick" lastig, das hatte mehr von einem Videospiel. Ich bin generell auch kein Freund davon wenn Bond
zu viel mit einem MG rumballert (hat mir auch schon in TND das Ende ein wenig ruiniert)
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ollistone

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Mittwoch, 20. Oktober 2021, 10:44

Ich hab's ja vorher gesagt: NTTD wird, was den Waffeneinsatz angeht, Craig's TND. ;)
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Django

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Mittwoch, 20. Oktober 2021, 12:15

Das Problem bei den allermeisten Actionszenen der Craig-Bonds ist halt leider, dass sie zwar aufwändig und gut gemacht, aber völlig Spass- und ironiefrei sind. In früheren Bond-Filmen machten Actionszenen - vor allem Verfolgungsjagden - richtig Spass. Man denke nur an die DB5-Szenen bei Goldfingers Fabrik, die Bootsjagd in LALD, die Cortina-Szenen in FYEO, die Flucht aus Bratislava in TLD oder die "Bootsfahrt" in der Pre-Title von TWINE (die Liste liesse sich schier endlos weiterführen). Seit CR sieht man aber in den meisten Actionszenen nur noch einen gehetzten, verletzten Bond in grösster Lebensgefahr. Kein Spass, kein Augenzwinkern...

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Donnerstag, 28. Oktober 2021, 08:25

God save the Queen!

ollistone

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Donnerstag, 28. Oktober 2021, 10:57

Zitat

Keine Zeit zu sterben hat geschafft, was keiner der 25 Kinofilme davor geschafft hat: Eine seit mehr als dreißig Jahren anhaltende Faszination in Gleichgültigkeit zu verwandeln.


Und wie gesagt, bei mir verhält es sich genau umgekehrt, @ Martin, zum ersten Mal ist mir Bond nicht egal, empfinde ich tatsächlich mit ihm, während mich bisher der Mensch James Bond eher kalt gelassen hat. Hier hat er erstmals mein Mitgefühl, das komplette Gegenteil von Gleichgültigkeit.
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Donnerstag, 28. Oktober 2021, 11:28

@Ollistone: Eine bewusst etwas provokative Frage ;) , Wenn dir Bond zum ersten mal nicht egal ist, wie haben dann die ersten 24 Filme für dich funktioniert?

@Martin: Hervorragend geschrieben, unterschreibe ich nahezu alles 1:1! :thumbup:

Ich wundere mich sowieso - und das gilt für viele neue Verfilmungen - warum man glaubt das Emotionen nur noch mit extremen Ereignissen und Darstellungen (Tod, Kind wird bedroht usw..) hervorrufen könnte?

Ist in Augen der Filmemacher der Zuschauer schon so emotional "verkrüppelt" das dies nur noch mit der Holzhammermethode funktioniert? Nach meinem Empfinden ging sowas früher viel subtiler.
Bei NTTD war das wie das Abarbeiten einer Checkliste, Leiter Tod, Blofeld Tod , ach Bond dann auch noch. Aber dann das "James Bond will return" nicht vergessen. Sehr mutig :D
Das Craig das durchsetzen konnte, hat schon ein "Geschmäckle" , aber das werfe ich eher den Broccolis vor. Sie müssen sich überlegen, wie das mit der Franchise weitergeht?.
Und wie man schon in der Craig Ära gemerkt hat, einen wirklichen Plan haben sie dabei immer seltener. Inzwischen bin ich auch soweit, wo ich sagen muss, wenn sie es weitermachen okay,
wenn sie es verkaufen auch gut.



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Donnerstag, 28. Oktober 2021, 11:36

@Ollistone: Eine bewusst etwas provokative Frage ;) , Wenn dir Bond zum ersten mal nicht egal ist, wie haben dann die ersten 24 Filme für dich funktioniert?


Gegenfrage: Wann hast du dich denn mit Bond jemals emotional verbunden gefühlt? Dass du ihm auf die Schulter klopfen willst: "Mensch, James, du hast es aber auch wirklich nicht leicht." Das haben bei mir nur die Craig-Filme ausgelöst, SP weniger, NTTD dafür um so mehr.

Selbst wenn Bond seine frisch Angetraute verliert (OHMSS) oder fast seinen besten Freund (LTK) oder er sein Seelenleben in Wodka ertränkt (TND), hat mich das nie wirklich berührt. Bond-Filme waren bisher alles, aber nicht ernsthaft tragisch.
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Donnerstag, 28. Oktober 2021, 11:55

Empfindet man nur "emotionale Verbundenheit" wenn es dem Charakter nicht gutgeht? Unabhängig davon ob "emotionale Verbundenheit" die passende Formulierung ist,
habe ich allen Bonddarstellern gerne in ihrem Handeln zugeschaut, egal ob Actionmomente, ruhige Passagen, das Interagieren mit den Verbündeten oder Gegnern.
Wie verhält sich Bond in diesen Situationen und ich finde da gibt es viele großartige Momente wo ich "Spaß habe" (im Sinne von meinem eigenen Unterhaltungswert).
Und um das zu empfinden, muss ich ihn nicht nonstop leiden lassen, im Gegenteil wenn immer alles gegen einen Charakter läuft ist genauso langweilig wie wenn alles
perfekt funktioniert.

Außerdem kann ich in NTTD Bonds Verhalten schon in der PTS nicht nachvollziehen und dann seine Wandlung das er in Norwegen auf einmal eine
Erleuchtung hat was seine Gefühle gegenüber Madleine betrifft. Das hat für mich nicht wirklich funktioniert und somit lässt mich das auch kalt. Ein positives Gegenbeispiel in
der Craig Ära ist der Tod von Vesper, da fand ich sein Verhalten und seine Reaktion darauf sehr glaubwürdig.
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173

Donnerstag, 28. Oktober 2021, 12:23

Um mal Barbara Broccoli zu Wort kommen zu lassen (aus "Making of NTTD"):

"Bond war schon immer jemand, der von einem Tag auf den anderen nicht wusste, ob er sterben würde, also war er sehr hedonistisch und versuchte, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Ich glaube, er hat im Laufe dieser (Daniel Craig-)Filme erkannt, dass das Leben kostbar ist und dass das Leben anderer kostbar ist, und zwar nicht nur im großen Maßstab, wenn es darum geht, den Planeten und die Menschen darauf zu retten, sondern auch dadurch, dass er es zulässt, sich an Personen zu binden. Davor hatte er schon immer Angst, denn er möchte nie in eine Situation geraten, in der seine Existenz seine Lieben in Gefahr bringen könnte oder er sich für die Menschen, die er liebt, kompromittieren müsste. Ich hatte das Gefühl, dass dies ein passender Abschluss für den Daniel-Craig-Film war, dass wir ihn in die schlimmste, undenkbarste Situation bringen mussten, in die er jemals kommen könnte, nämlich in eine Bedrohung für die Menschen, die er liebt, und dass er sich entscheiden muss, ob er die Welt oder die Menschen rettet. Ich denke, das ist ein passender Abschluss für seine außergewöhnliche Laufbahn als diese Figur."
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Donnerstag, 28. Oktober 2021, 12:34

Zitat

Keine Zeit zu sterben hat geschafft, was keiner der 25 Kinofilme davor geschafft hat: Eine seit mehr als dreißig Jahren anhaltende Faszination in Gleichgültigkeit zu verwandeln.


Und wie gesagt, bei mir verhält es sich genau umgekehrt, @ Martin, zum ersten Mal ist mir Bond nicht egal, empfinde ich tatsächlich mit ihm, während mich bisher der Mensch James Bond eher kalt gelassen hat. Hier hat er erstmals mein Mitgefühl, das komplette Gegenteil von Gleichgültigkeit.

@ollistone: Jedem, der vorschlägt, Bond auch mal schwarz, schwul, weiblich, etc. sein zu lassen, schlage ich vor, seiner/ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und mal ein eigenes Buch mit einem eigenen Helden zu schreiben!
In Deinem Fall frage ich mich auch, hast Du bisher nicht evtl. in den "falschen Gewässern gefischt"?
Wenn ich einen Süßwasserfisch will, angle ich nicht im Pazifik!

Auf die Sache hier bezogen: Tragödien kann man in der Literatur seit der griechischen Antike finden ... wer sucht danach denn bei Ian Fleming???
Und umgekehrt: Ich entscheide mich für James Bond doch gerade, WEIL mir nicht der Sinn nach Weltschmerz und Lebens-Dramen steht!

Es ist doch nicht so, dass man auf verlorenem Posten steht, wenn Bond diese Dinge nicht liefert!

Tatsächlich melden sich aber seit einiger Zeit immer wieder Stimmen zu Wort, die jetzt "das ganz andere" wollen ... bei James Bond! Warum? Weil Bond seit vielen Jahrzehnten erfolgreich ist!
Und wenn ich eine Buch- oder Filmreihe schaffe über Karl-Ernst Hinterfeld, der traurig ist und sich ein ganz anderes Leben wünscht, ... tja, dann bleibt vielleicht der Erfolg aus ...
Deshalb: klinke ich mich doch ein, wo es vielversprechend ist und mache den "Trittbrettfahrer"!

So geschehen in NTTD und Spectre!
Für die, die Bond wollen, der falsche Weg;
und für die, die ernsthafte Tragödien suchen, wird Bond auch mit diesen Attributen nicht gerade erste Wahl sein, oder?!

Dass ich mich psychologischer Auslotung des Charakters nicht verschliesse, konnte man in den Debatten zu Skyfall sehen.
Aber in den beiden folgenden Filmen wurde das zur Überdosis ... mit tödlichem Ausgang!
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Don-Corleone

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Donnerstag, 28. Oktober 2021, 12:45

Eigentlich bestätigt Barbara das was ich mir auch so im Nachhinein über die Craig Ära auch denke. Ich glaube, er hat im Laufe dieser (Daniel Craig-)Filme erkannt....
Das ist glaube ich der springende Punkt, wir haben den Fleming Bond, dann die filmische Umsetzungen (Connery bis Brosnan) und dann den Craig Bond. Und
genau der funktioniert zum Teil nach anderen Maßstäben wie bei Fleming und den anderen Darstellern. Martin hat das in seinem Blog finde ich sehr gut
herausgearbeitet. Und bei NTTD wird da für mich eine "imaginäre rote Linie" überschritten wo ich die Handlungsweise von Bond nicht mehr dem Charakter
Bond aus den Roman und den vorherigen Filmen zuordnen kann. Aber das ist dann der "Daniel Craig" Bond.

"Ich hatte das Gefühl, dass dies ein passender Abschluss für den Daniel-Craig-Film war"


Interessant das sie das nach "Gefühl" entschieden hat. Aber auch hier merkt man, es ging um den Abschluss für Daniel Craig und viel weniger
um James Bond. Bond sollte immer Vordergrund stehen und nicht die Wünsche des Darstellers. Darsteller kommen und gehen. Die Figur Bond bleibt.



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Daniel Dalton

Felix Leiter

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Donnerstag, 28. Oktober 2021, 13:30

Hey, seid gegrüßt, ihr L ieben,


lange meldete ich mich nicht, kam jetzt auch noch nicht zum L esen hier, werde das aber Stück für Stück hier und da immer mal wieder tun,
seit einiger Zeit stecke ich wieder tiefer im Bondkosmos, besonders viel Spaß machten mir z.B. neulich im Moonraker-Roman die Szenen, in welchen Drax beim K artenspiel zu betrügen versucht.

Wundert euch nicht über die vielen L eerzeichen, das ist ein Insidergag aus meinem Privatleben, der sich auch durch meine letzten Romänchen zog, der würde ewig dauern ;) ...

Wie auch immer, hoffe bei euch alles okay soweit. Hier nun meine Meinungen zum Neuling im Franchise.








Meine Review zum Film, Part 1




Fürwahr fürwahr, es sollten
sage und schreibe sechs lebenslängliche Jahre erst verstreichen, ehe
die emotional und eleganztechnisch vielleicht wichtigste und
bedeutsamste aller Filmreihen nach dem katastrophalen Ausrutscher
„Spectre“ (der aber mit der Zeit einen niedlichen, trashigen
Charme zu entwickeln vermag) wiederkehrte, eine Zeitspanne belastet
uns demnach, welche beinahe an die bislang längste Durststrecke
(Sommer 1989, LTK, erst Winter 95 dann GE / Goldeneye, dazwischen nur
ein Fleming-Film mit Jason Connery, eine Serie namens Bond Junior und
ein kaum als solches erkennbares Dalton-Spiel namens „The Duel“)
anknüpfen sollte, der damalige Virus nannte sich Rechtsstreit, die
Wartezeit entwickelte sich zu einer Farce, aber treu blieb man,


...drum
stiegen nicht nur die (nur partiell erfüllt werdenden) Erwartungen
des einen oder anderen K inogängers ins Unermessliche, sondern du
fragest dich auch generell, inwieweit es fürderhin wird möglich
sein können, die teils gewiss nicht auf unter 3 Jahre sinkenden
„Gaps“ zwischen den K inofilmen zu füllen, denn einen weiland
„normal“ gewesenen Rhythmus des
Alle-2-Jahre-einen-Bondfilm-serviert-Bekommens (oder gar einmal pro
Jährnis wie einstmals bis einschließlich 1965) wird es wohl allzu
schnell nicht wieder geben bei den heutigen Produktionsumständen des
Erst-einmal-nach-einem-“Arthouse“-Regisseur-Ausschau-Haltens,
anstatt einfach einen Routinier zu beauftragen, der regelmäßig ohne
jahrelange Drehbuchdebatten seiner bondigen Arbeit nachgeht.



K
eine Zeit zu sterben ist in Sachen L ange-auf-etwas-gewartet-Haben
auch nur die kinematographische Spitze des brüchiger zu werden
drohenden Eisberges, in der interaktiven Welt hingegen gestalten sich
die Abstände zunehmend noch (!) extremer, das zuweilen enttäuschende
(wenngleich im Grundsteine durchaus ambitionierte, aber an zu kurzer
Entwicklungszeit und zu starken Call-of-Duty-Bezügen scheiternde)
Projekt „007 L egends“ bildete im wichtigen Jahre 2012 den
vorläufigen Abschluss einer immerwährenden und zuvor regelmäßig
zuverlässig dagewesenen Bond-Videospielwelt, die am 27. Februar 2004
mit „Everything or Nothing“ zum filmischen Zenit aufstieg.



Genügend
Gründe also, sich No Time To Die ein wenig genauer vor Augen zu
führen, meine Sichtung des Mir-das-Filmwerk-zu-Gemüte-geführt-Habens
erfolgte am 27. Oktober, gestrigen Tages, also knapp einen Monat nach
dem Starte am 30. September, nach Spectre handelt es sich um meinen
ersten K ino-Bond, gleichwohl bin ich bereits seit Alter 8 (2004) ein
leidenschaftlicher Fanboy und verrate Freunden diverser
Reminiszenzen, dass der Film bezüglich unzähliger Zitate mitnichten
sparet, so sammeln sich etwa Anspielungen auf DN 62 (Doctor No) an
(die bunten „Punkte“ zu Anfang), auf Goldfinger und diverse
andere Werke natürlich in Form des DB5 (wenn ich diese –
wenngleich fürwahr nicht schlechte – K arre noch einmal sehe, gehe
ich persönlich zu EON und echauffiere mich laut vor deren
Drehbuchschreibgebäude), sehr aufdringlich auf OHMSS in Form der
Wir-haben-unendlich-viel-Zeit-Musikdarbietung (die wenigen Töne, die
Hans Zimmer am Sounde verändert hat, hätte man auch einfach exakt
so lassen können, wie sie waren, aber das Ergebnis reüssiert), des
Weiteren auf TLD 87 (Der Hauch des Todes) in Gestalt des Aston Martin
V8 (das hingegen ist sehr begrüßenswert meines Erachtens und kein
Overkill wie beim DB5, noch besser wäre für diesen neuen
„Hochzeits-und-Familien-Bond“ jedoch die Wiederkehr des
ursprünglichen DBS aus OHMSS gewesen, den kurz darauf auch L ord
Brett Sinclair pilotierte), auf L icence to K ill ohnedies schon
aufgrund der indes immer üblicher gewordenen
„Ich-mach-mein-eigenes-Ding“-Bondstory außerhalb der normalen
Mi6-Aufträge, darüber hinaus erfreuen uns Nanobots mit Bezügen zu
dem interaktiven Meisterwerke Alles oder Nichts (ohne dass jedoch ein
so unterhaltsam wie Willem Dafoe / Diavolo daherkommender Bösewicht
verwandt worden ist, der im Spiele doch tatsächlich eine
gigantomanisch große Statue von sich selbst aufstellen lassen
möchte) und auf die Craig-Filme wird so oder so am laufenden Bande
verwiesen, hier wird vom Ottonormalkinogänger gedanklich
gewissermaßen zu viel Wissen über die Filmreihe vorausgesetzt, die
Verflechtungen zwischen Vesper, Spectre etc., all dies sind Elemente,
die so mancher K inomensch seit mindestens 6 Jahren nicht mehr auf
sich wirken ließ, als Fanservice wäre es an und für sich durchaus
begrüßenswert, doch selbst für die Insider scheitert dieser
Effekt, denn schon Spectre wirkte in seinem seltsamen Gewebe sehr
bemüht, die zuvorigen Geschichten mit der erzählerischen
Haudrauf-Brechstange holzhammerartig irgendwie zu einer
„zusammenhängenden“ Angelegenheit zu machen, die Verbindungen
zwischen Casino Royale und Quantum of Solace funktionierten damals in
den 2000er Jahren hervorragend, fast nahtlos, aber für mich war der
Verbindungszug bereits abgefahren, als man nach der, sagen wir,
„seelischen Ausbildung“ Bonds (2006 und 2008) plötzlich bereits
im Jahre 2012 versucht hat, Bond als einen alten Mann, als das nicht
mehr das schnellste Pferd im Stalle seiende Auslaufmodell zu
inszenieren, das bereits nachlässt, woraus ich den Effekt leite und
folgere, dass es mir schier unmöglich scheint, zwischen Quantum und
Skyfall eine L ücke von nur 4 Jahren zu sehen, glücklicherweise
aber sollte dazwischen noch einmal ein sehr guter Craig-Film
entstehen, der sich weder am einen noch am anderen Werke sonderlich
stark orientiert, nämlich am 5. November 2010 geschah dies in der
Gestalt von „Blood Stone“, einem interaktiven Werke mit
eigenständiger Story und damit dem, wenn man so will, einzigen
„unabhängigen“ Craig-Bond, der nicht mit den abstrusen
08/15-Verbindungen verwoben ist, die in Spectre wie gesaget ihren
unglaubwürdigseinstechnisch absurdesten Höhepunkt zelebrierten, was
umso bedauerlicher erscheint, da man mit Christoph Waltz eigentlich
einen brillanten Akteur engagiert hat (der nebenbei auch nicht
gänzlich neu im Bond-Universum ist, nämlich 1989 in einem sehr
guten Fleming-Biopic mit Charles Dance mitwirkte), der als
Bond-Bösewicht aber drehbuchtechnisch zu einem unfreiwillig
komischen
„Papa-hatte-dich-lieber-als-mich-und-deswegen-gedächte-ich-dich-zu-vernichten“-K
onstrukt verkommt.



Aufgrund
der Tatsache, dass ich mich recht gern auf dem Altar des Ausufernden
ausbreite, sei betont, dass die Rezension wohl keinesfalls ganz und
gar frei von Spoilern ist, denn neben den genannten Anspielungen auf
zuvorige Bondfilme (75% der Filmzeit ist das Werk damit beschäftigt,
bessere Filme zu zitieren und in Erinnerung zu rufen, um des
gegenwärtigen Drehbuches Unzulänglichkeiten irgendwie
nostalgiekompensatorisch auszugleichen und dem einen oder anderen
alten Hasen eine L achmuskelerregung zu verschaffen) stellt sich
sogar eine Verbindung dar zu dem etwas Sag-niemals-nie-fremdartig
merkwürdigen Videospiel „GoldenEye- Rogue Agent“ (2004), in
welchem in einer Fort-K nox-Anfangsszene eine ganz bestimmte Persona
wohl stürbe, nämlich: James Bond.



Was
im Spiele noch Sinn ergibt, da du dorten ausnahmsweise einen
Handlanger Goldfingers spieltest und demnach nicht James Bond
himself, macht die Ära Craig filmtechnisch aber hingegen zu einem
bedauerlichen Quintett, da es anschließend wohl erneut eine Art
Reboot erfordern wird und für eine recht künstliche Dramatisierung
Sorge trüge, bei welcher es mir schleierhaft erschien, dass man im K
ino die eine oder andere Träne vergoss, denn irgendeinen
Wiederbelebungszauber werden sich die Schreibbengel so oder so schon
einfallen lassen, eine Reihe wie Bond begrübe man nicht.



Dabei
echauffiere ich mich aber nur bis zu einem gewissen Grade, denn die
Grundidee des Todes Bonds ist keineswegs neu, tatsächlich war es der
fünfte (!) Roman von Ian Fleming (L iebesgrüße aus Moskau, 1957),
in welchem Bond gegen Ende ebenfalls einer mit unklaren Folgen
versehenen Vergiftung unterlag, so wie es eben nun auch der fünfte
(!) Film eines Darstellers ist, der von dieser Methode Gebrauch
macht. Und tatsächlich fühlet sich die Zahl 5 für mich oft nach
einem Abschlusse an innerhalb der Reihe: Connery hatte nach seinem
fünften Werke endgültig keine L ust mehr (obgleich er 1971, 1983
und 2005 noch einmal in selbige Rolle schlüpfen sollte, zweimal
visuell präsent und einmal rein stimmlicherseits), bei Roger schloss
der fünfte Film (1981) auch gleichsam mit den 70ern und mit K en Adam (jeweils zuletzt 1979 vertreten) sowie
dem gigantomanisch großen und irrealen Über-Eskapismus, sodass es 1981, also mit besagter Nummer 5,
etwas „vernünftiger“ weiterging, ein Abschluss der Übermaße sozusagen.


Im
Falle Brosnans bedeutet mir die Zahl ebenfalls nicht wenig, sein
fünfter und neben Die Welt ist nicht genug zweifellos bester
Bondfilm wird für mich immer Alles oder Nichts sein, aus einer Zeit
als Heidileinchen durch Bond noch an einem coolen Projekt arbeitete,
anstatt nur Jahr für Jahr komische Model-Fotos an alljährlich
verheizt werdende Mädelchen zu verteilen.



Eine
in K eine Zeit zu sterben wahrlich absonderliche Obskurität der
abnormen Art ist zweifelsohne der bizarre Bösewicht L ucifer Saffin,
dessen Benehmen noch einmal fast eine Spur seltsamer erschiene als
sein Name, mit ihm gefällt mir die Anfangssequenz, da sie, wie z.B.
auch das grandiose Werk „D2“ von K enji Eno (1999/2000), in einer
extrem verlassenen Schneeregion spielet und ein eisiges Setting stets
zu meinen Favoriten gehöret (ich zähle sogar zu den wenigen
Befürwortern des Eispalastes aus dem Jahre 2002 nebst transparenter
Benzinkalesche mit V12), ein weiteres Mal erleben wir nach einem
Tarantino-Film aus dem Jahre 2009 eine mit L éa Seydoux in Berührung
stehende Figur, die in jungen Jahren Fürchterliches mitbekommt, hier
jedoch deutlich direkter und altersbedingt nicht von ihr selbst
gespielet, da es sich um einen Rückblick in die K indheit handelt.



Dass
der Film Elemente eines Dramas aufgreift: d‘accord, warum
eigentlich nicht, immerhin hat das auch 1999 in TWINE reüssiert,


-
dass der Film Wert auf Dialoge über Vertrauen und Geheimnisse legt,
okay, meinetwegen, ebenfalls tolerabel, da diese im Zweifel weniger
dämlich geschrieben sind als 6 Jahre zuvor in Spectre,


-
dass der Film dem Bonde die Machozähne zöge und ihn plötzlich als
„biederen“ Familienvater inszeniert, selbst damit vermag ich
leben zu können, weil das „Behind-blue-eyes“-Mädchen
tatsächlich recht stark involviert ist und es sich somit nicht um
den befürchteten
„Hauptsache-wir-haben-aus-dramaturgischen-Gründen-noch-eine-Schwangerschaft-und-einen-Sprössling-mit-reingepackt“-Effekt
handelt, der gern verwandt wird, wenn einem zu den Hauptfiguren
nichts mehr einfällt und somit einzig ein drittes und wichtigstes
Wesen als glaubhaftes Bindeglied einer ansonsten langweiligen
Beziehung fungiert.



ABER
dass die Nummer 007 provisorisch einer anderen Person vergeben wird,
hiermit habe ich ernsthafte Schwierigkeiten!


Normalerweise
wirkt der partout politisch korrekt sein wollende Versuch etwas
aufgesetzt, so nach dem Motto:


Wir
sind nur dann moralisch, wenn die neue 007 auf keinen Fall:


ein
Mann ist, auf keinen Fall helle Haut hat, auf keinen Fall lange Haare
hat etc., ABER ich kann mich mit diesem
Hauptsache-wir-machen-es-modern-Projekt durchaus arrangieren, weil
man den sexistischen Dinosaurier zumindest nicht in allen Hinsichten
auf pures K orrektsein getrimmt hat:



Felix
empfiehlt er eindringlich den K onsum einer Zigarre, außerdem fängt
er Fische und vernichtet damit L ebewesen, sprich:


Man
hat zumindest nicht versucht, in heuchlerischer Weise zu sagen:



Unsere
Mrs. 007 hat alle Attribute, die weiland mal diskriminiert wurden
(und teils auch noch werden) und ein Mr. Bond würde weder ein L
ebewesen verzehren noch den Genuss einer Zigarre ausschlagen.


Insofern
ist der Film um einen Hauch ehrlicher als es vielleicht zu vermuten
war (in Zeiten von Greta Thunberg hätte es mich noch nicht einmal
gewundert, wenn er seine Verfolgungsjagden mit einem Tretboot hätte
antreten müssen, welches aber zum Troste einen Schriftzug von
Bentley oder Aston Martin trüge), unklar bliebe hingegen aber die
Frage des Wechsels des Regiestuhls, denn mich deucht dass ich einst
las, Danny Boyle sei es nicht geworden ob der Idee des
dahinschleichenden Bondes, dieser Einfall ist ja nun letztlich
tatsächlich verwandt worden, in gewisser Weise mutet seine gesamte
„Mission“ (wenn man sie denn so nennen kann, denn der Film ist
nicht gerade „totally driven by Bond“, eher schleicht der
gelangweilte Rentner durch seine einstigen Büros und führet sich
die schöne neue Welt vor Augen, die inzwischen von anderen Agenten
bestimmt wird) fast schon an wie ein melancholischer Suizid, Bond
dürstet seinem inneren Finale förmlich entgegen, bei den Schüssen
auf den gepanzerten DB5 etwa geriet Madeleine Swann (übrigens ist
ihre Protagonistin deutlich besser als im Vorgänger-Film, dorten
fand ich ihre Figur tatsächlich unsagbar flach, diesmal ist es
akzeptabel, obzwar sie und Craig nie dieselbe Verbindung haben werden
wie etwa L azenby/Rigg oder teils auch Dalton/K ara, aber auch etwa
die K ombination Paluzzi/Connery empfand ich als interessant, aber
aus anderen Gründen, da nämlich nicht als „Beziehung“, sondern
eher weil sie eine weibliche und fast noch gnadenlosere Version von
Bond war, ein zarter K iller wenn man so will, so viel zum Thema
„damalige Bondgirls waren nicht fortschrittlich“, eine L uciana
ist moderner als 10 „neue“ Bondgirls zusammen) in Panik, Bond
hingegen scheint momentweise die gesamte Welt auszublenden und in
seinem eigenen K osmos zu residieren, ehe er endlich nach langen
Zeitlupenreflexen zu reagieren begänne, ähnlich wie etwa Tubbs und
insbesondere Crockett gegen Ende von Miami Vice ist er seines
extraordinären Berufes wegen etwas ausgebrannt, nur hat man es in
letzterer Serie stilsicherer und dramaturgisch brillanter inszeniert,
wohingegen Bond keine Trends mehr setzt, sondern einfach auf den
gegenwärtigen Ein-wenig-Dramatik-muss-her-Zug aufsprang und sich an
sämtlichen Filmreihen der letzten 20 Jahre orientiert.



Ebenfalls
zu bedauern ist das frühe Entschwinden von Anna de Armas, sie
liefert wahrlich einen der herrlichsten und sympathischsten Auftritte
und zeigt mir einmal mehr, warum ich dem lateinamerikanischen Typ
Frau oftmals so zugetan bin, sie packt in ihre wenigen Filmminuten
derart viel L eben (hektisch und frenetisch als stolzierte sie durch
einen Zulawski-Film), obendrein gepaart mit dieser sehr unterhaltsam
dargebotenen Habe-ich-auch-an-alles-gedacht-Nervosität, dass es mich
ernsthaft berührt hat, viel mehr auch als Bonds Tod oder alle
„dramatischeren“ Stellen, darüber hinaus kleidete man Anna
unsagbar geschmackvoll und präsentiert sie in einem über die Maßen
eleganten Abendwunder von Dress, wie es selbst klassisch faszinierend
erdentrückten Zauberbräuten à la Magda (Octop., 1983) zu Ehre
gereichet, die dann mal eben stilvoll vom Balkon zum Oldtimer
herunterschweben, Anna verleiht diesen wie gesagt eleganten Elementen
aber genau jenen Hauch Witz, bei dem ich in dem humoristisch
ansonsten eher unbefriedigenden Filmergebnis ausnahmsweise mal ein
wirklich positives Urteil aussprechen kann, mir gefällt auch ihre
Synchronisation (auf Englisch werde ich mir den Film erst zu Gemüte
führen, wenn er im 2022er Bond-Jubiläumsjahre auf Blu-ray
erscheint, hoffentlich erschiene im selben Jahre auch endlich das
neue interaktive Bondwerk, die Chance auf einen Hauptfilm im Jahre
2022 hat man bedauerlicherweise längst verwirkt).
"L oyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld."

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Daniel Dalton« (28. Oktober 2021, 14:56)


Daniel Dalton

Felix Leiter

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177

Donnerstag, 28. Oktober 2021, 13:31

Part 2 / Fazit


Im
Gesamtbilde ließe sich zwar konstatieren, dass der Film hier und da
gelungene Ansätze und Ideen böte (Jamaica – Fleming PUR, Aston
V8, Q auf ein Rendezvous wartend, Motorradsprung fast noch gewagter
als die Bergstreckenmission in Everything or Nothing, Nanobots,
absurdes Theater im Plausch und K affeetratsch mit Blofeld, Bond als
teilnahmsloser Beobachter seiner eigenen Vergangenheit – wie ein
Geist im Traume, aber genau hieran scheitert der Film--, ...teils
gute Synchronisation u.a. mit L eonhard Mahlich etc.), letzten Endes
aber über die Steinchen der vollkommenen K ünstlichkeit seiner
eigenen Inszenierung stolpert (also wie ich beim Formulieren :D),
positiv hingegen: Trotz extrem langer L aufzeit fühlt er sich recht
kurzweilig an, ein Highlight bleiben Anna de Armas und Bonds Tochter
Mathilde (und bei dem Namen dächte ich immer automatisch
assoziativerweise an Mademoiselle Mathilde in dem Filme „noce
blanche“ von 1989, dorten ist es Vanessa Paradis und die
Bond-Assoziation erhöbe sich vor allen Dingen deswegen, weil ihr L
ehrer von Niels Clausnitzer synchronisiert wird, mit dem ich aber als
Bond niemals warm wurde, dafür gehöre ich zu sehr der
Blumhagen-Fraktion an, ich làhiebe den eloquenten Tonfall aus
tiefstem Herzen), ein weiterer Pluspunkt ist der nach meinem
Dafürhalten grandiose Titelsong, der sogar zwischenzeitlich in den
Soundtrack des Hauptfilms eingebunden und mitverflochten wird, von
meiner Wenigkeit bekommt Bond 2021 genau 58,3% von 100, das
entspricht ungefähr den prozentualen 60 von 3 Sternen, der Film wird
für mich nie auch nur annähernd an den meines Erachtens besten
Craig-Bond Quantum of Solace heranreichen (virtuose
Einführungssequenz, Tosca, Camille etc.), auch Casino Royale
erreicht er nur beinahe, mit Skyfall liegt er etwa gleichauf und
Spectre ist bei mir ohnedies seit jeher untendurch, in other words:



Ich
verbleibe lieber getrost bei den Filmen bis einschließlich 1989, mit
diversen Abstrichen noch bei jenen bis 2002, nichtsdestoweniger liegt
der „Fehler“ mitnichten bei Craig, nur ist eben die Art von Bond,
die mir konveniert, nicht mit dem K ino der Gegenwart vereinbar
(obgleich Craig‘s Bond durchaus Parallelen zu meinem Favoriten
innehat: Dalton).




Auch
über die bisweilen mehr als durchwachsene Qualität der Dialoge
werde ich mich jetzt nicht nennenswert echauffieren, denn um in
Sachen L iebesdialog (tatsächlich versucht sich Bond hier nämlich
etwas unbeholfen im Bereich Drama und Romanze) Früchte zu tragen,
müsste man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ohnedies
gleich Éric Rohmer exhumieren und ihn postum um Hilfe ersuchen,
tatsächlich würde das zum teils frankophilen Touch passen (sehr
lieblich, L éa in ihrer naturgegebenen Sprache zu hören) und es
weniger aufgesetzt erscheinen lassen, denn WENN schon einen auf
Anspruch machen, dann auch richtig, denn Psychologie ist kein Fehler,
aber sie muss gut gemacht sein, andernfalls sollte man sie lieber
bewusst meiden.



Im
Hinblick auf inszenatorische Eleganz wäre ich vor allen Dingen
äußerst erfreut, wenn es mal einen Bondfilm von Atom Egoyan gäbe
und Bond einen Abstecher ins Exotica unternimmt, aber das wird wohl
alles Teil meiner Phantasie bleiben :D.



Die
vier besten Filme blieben somit für mich L izenz zum Töten, Der
Hauch des Todes, Im Geheimdienste Ihrer Majestät und for your eyes
only.



Alledeme
zum Trötzchen aber sei gesagt: Ich hoffe inbrünstig auf ein
ewigliches Fortbestehen dieser prägenden, ikonischen und
eskapistischen Filmlegende, Craigs Abschluss mag kein Meisterstück
sein, ein vollkommener Reinfall aber ist es ebenso wenig, sondern
einfach ein halbgares K onstrukt mit zwischenzeitlichen L
ichtblicken, ein kinematographisches Element also, das zwar ein
Diamant oder gar Edelstein sein will, aber letztlich nur als K
ieselsteinchen taugt, doch immerhin: Auch das ist noch vertretbar,
denn wenn dieser Film für dich ein weiterer kleiner K ieselstein auf
deinem L ebenswegpfade ist, so hat er seinen inspirierenden Zweck
ansatzweise zu erfüllen vermocht, gebet mir mehr davon.



6
Jährchen vergingen,


das
Resultat gespalten,


de
Armas aber ist zum Singen,


lieblich
weiß sie‘s zu gestalten.



Ergebnis
vermag zu betören,


positiv
jedoch nur selten,


partiell
wohl wahrlich auch mal Schrott,


aber
mit himmlisch seelischen Chören,


dies
alles als Mixtur nur kann gelten,


durchweg
eine Symbiose wohl eher not.



Eine
bunte Mélanche aus Müll und Segen,


mal
bestens und mal völlig Panne,


dem
Extreme jedoch ich bin erlegen,


Film
er lebet von seinem Banne,


einem
Bann in den dich L iebe zöge,


doch
die Chemie reicht nicht aus,


das
Aufgesetzte überwöge,


die
Inszenierung löge,


nichtsdestoweniger
einen kleinen Applaus…
"L oyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld."

Spree

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Donnerstag, 28. Oktober 2021, 13:33

Bond sollte immer Vordergrund stehen und nicht die Wünsche des Darstellers. Darsteller kommen und gehen. Die Figur Bond bleibt.

Die Quintessenz meines 90-second-reviews, das ich bei James Bond Radio hinterlassen habe. :D :prost:
JAMES BOND WILL RETURN!

ollistone

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179

Donnerstag, 28. Oktober 2021, 14:02

@ollistone: Jedem, der vorschlägt, Bond auch mal schwarz, schwul, weiblich, etc. sein zu lassen, schlage ich vor, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und mal ein eigenes Buch mit einem eigenen Helden zu schreiben!


Prinzipiell können die Produzenten im Rahmen ihrer künstlerischen Freiheit mit einer Figur machen, was sie wollen, hiergegen gibt es keine Gesetze. Ist doch nur ein Film. Ich würde aber wohl einen Unterschied zwischen der Entscheidung sehen, einen Agenten im Einsatz auch mal sterben zu lassen, und der, die Figur diametral entgegengesetzt zur Romanvorlage zu zeichnen, zum Beispiel als Frau, schwulen Schwarzen oder dreibeinigen Zwerg.

Ich will mich aber gar nicht in die Ecke hineinmanövrieren, den Filmtod des James Bond zu verteidigen. Das war auch nicht mein Wunsch-Ende. Ich habe offenbar nur viel weniger Bauchschmerzen damit als andere, und ja, emotional hat es mich berührt. Einem sei aber widersprochen:

Außerdem kann ich in NTTD Bonds Verhalten schon in der PTS nicht nachvollziehen und dann seine Wandlung das er in Norwegen auf einmal eine
Erleuchtung hat was seine Gefühle gegenüber Madleine betrifft.


Er fasst Vertrauen bzw. sieht seinen Fehler ein in dem Moment, wo ihm Blofeld erklärt, dass Madeleine mit Matera überhaupt nichts zu tun hat. Das finde ich absolut nachvollziehbar, auch Bonds Annahme eines Verrats in der PTS, denn wer sonst wusste davon, wo sie sind, und wie sollte er Blofelds Anruf bei Madeleine denn anders verstehen? Nach einer Historie voller Verrat fiel ihm bedingungsloses Vertrauen zu Madeleine eben schwer.

Meine Güte - ob jemals diese im Vergleich zu Bond auf jeder Ebene völlig unplausiblen "Mission Impossible"-Filme ähnlich seziert und auseinanderdiskutiert wurden?
"You may be a lover but you ain't no dancer."

Don-Corleone

009 - Killed in East Berlin - Dressed as a clown with a fake Faberge egg in my hand

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Donnerstag, 28. Oktober 2021, 14:16

Ich gehe sogar soweit und würde behaupten die letzten 3 Mission Impossible sind inhaltlich viel unproblematischer sind da sie sich - im Vergleich zu den Craig Filmen - auch nie zu Ernst nehmen

Wieso er den Anruf anders verstehen sollte? NTTD spielt direkt und weniger Tage/Wochen nach SP. In SP wollte Blofeld Madeleine eiskalt töten (im MI6 Gebäude) nur um Bond damit zu treffen.
Er ist als er weggeflogen ist, davon ausgegangen das sie tot ist. Und Madeleine soll dann - kurze Zeit später - in der Zeit wo sie die ganze Zeit mit Bond im Urlaub ist, mit DEM Mann der sie
eiskalt umbringen wollte, irgendeine Verschwörung inszenieren und genau DAS soll Bond allen Ernstes auch noch glauben ?!? Das ist extrem schlechtes und faules Screenwriting.
Und 5 Jahre später merkt er dann wie doof das ist ?!? Ernsthaft?


EDIT: Ich kritisiere ja nicht das Bond Madeleine zum Schwarzfahren animiert :D
Schönes Gewehr, passt eigentlich mehr zu einer Frau. - Verstehen Sie etwas von Waffen Mr.Bond ? - Nein, aber etwas von Frauen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Don-Corleone« (28. Oktober 2021, 14:34)