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loyd

Anfänger

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41

Donnerstag, 24. Januar 2019, 11:35

Nach Daniel Craig bin ich sowieso gespannt, wer den neuen Bond mimen darf.
Wenn man der Meldung glauben mag, wird das wohl Richard Madden sein:
https://www.express.co.uk/entertainment/…TA-release-date
Es gibt aber noch mehr Kandidaten, daher weiß ich nicht, ob man das ernst nehmen sollte...
Wer es auch immer tatsächlich sein wird, die Spekulationen darüber und dass überhaupt jemand neues im Gespräch ist, gibt Hoffnung darauf, Bond noch weiterhin erleben zu dürfen.
Aber lassen wir erstmal 2020 heranrücken. Man kann nur hoffen, dass es keinen Filmtod geben wird (was ja auch spekuliert wird). Wer auch immer Regie führt, es sollte immer die Chance geben, die James Bond Filme fortzusetzen. Daher wäre es ein Vergehen, wenn dessen Tod eingeräumt wird. Andererseits kann ich mir das bei Cary Joji Fukunaga nicht vorstellen.
"Sind Sie nicht der Mann, der erschossen wurde?"
"Nein, ich bin der Mann, der verfehlt wurde."
(Casino Royale, 1954)

ollistone

Consigliere

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42

Donnerstag, 24. Januar 2019, 12:27

Und wenn die Figur James Bond zum Allgemeingut wird und uns Bollywood den 00-Curry macht, muß man das Ganze sowieso neujustieren. [Wann war das nochmal?]


Das Urheberrecht geht nach dem Tod des Urhebers auf die Erben über und erlischt dann nach 70 Jahren, in Flemings Fall also im Jahr 2034. Ja, das wird dann in der Tat nochmal spannend. Mehr als zwei, drei "offizielle" Filme werden wir in den nächsten fünfzehn Jahren wohl nicht erleben. Dann vielleicht eine schöne bunte US-Verfilmung mit Tom Cruise. ;(

Seit Craig weiß ich aber, daß ich mir über den Folge-Darsteller erst einen Kopp mache, wenn ich ihn im Kino gesehen habe.


Tja, so richtig drängt sich da momentan niemand auf, ich kann mir gerade überhaupt keinen vorstellen, auch keinen "Bodyguard" Madden. Solange jemand so wirkt, als könnte er auch die Hauptrolle in einem romantischen Vampirfilm spielen, ist ihm der Anzug des James Bond noch deutlich zu groß. Bei Craig dachte ich damals sofort, jawoll, der ist es.
"You may be a lover but you ain't no dancer."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ollistone« (24. Januar 2019, 14:59)


  • »TheSilencer« ist männlich

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43

Donnerstag, 24. Januar 2019, 14:33

Bei Craig dachte ich damals sofort, jawoll, der ist es.


Ich war hin- und hergerissen. Aus anderen Produktionen kannte ich ihn nicht. Als sich die Presse auf ihn stürzte, weil er doch tatsächlich eine Schwimmweste auf einem Schnellboot trug, und ihn zum Jammerlappen abstempelte, hatte er bei mir mehr gewonnen als verloren.
Andererseits fand ich seine Frisur auf jener PK völlig albern. Da überzeugte er null.

Der Rest ist Geschichte.

So gesehen verlasse ich mich auf das Händchen der Produzenten. Sollte Bond schwarz, weiblich oder trans werden, bin ich raus. Jedwede andere Besetzung mit gesundem Menschenverstand schaue ich mir an.

Und kein Bond-Kandidat, der so früh genannt wurde, wurde Bond. Somit sehe ich die bisherigen Vorschläge locker.

2034 bin ich 64. Sofern mir das vergönnt ist. Tom Cruise 72. Zumindest das dürfte dann nicht mehr ... :D

Mister Bond

Felix Leiter

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44

Donnerstag, 24. Januar 2019, 21:31

Ich kann mich ollistones langem Resümee fast ausnahmlos anschließen. Als Kind schaute ich nicht bewusst auf die Traditionen, aber latent war es immer da.
Dafür sorgten Cubby schon, nicht umsonst bewahrte man gerade von DN bist AVTAK die Traditionen. Moore war als Nachfolger Connerys nicht jünger und der Rest des Teams blieb ja gleich., Bernard Lee wäre ja auch dabei gewesen, käme sein Tod nicht Anfang 1981.
Und wenn ich mir gerade diese "Klassiker" heute anschaue, fühle ich mich wohl. Zumal damals alles auch nicht so hektisch und schnelllebig wirkte.


Nicht weniger peinlich war Moneypenny, die im Rentneralter 007 unterwürfig anschmachten durfte.

Das stimmt ja nicht wirklich. Maxwells Moneypenny agierte mit Moores Bond eher vertraut und freundschaftlich, weil eben beide Darsteller auch in einem höheren Alter waren als zuvor Maxwell und Connery in den 60ern. Lediglich einige blumige Worte von Moores Bond an Moneypenny fanden statt. Dieses beinahe erotisierende Spiel zwischen Moneypenny und Bond gab es nur von DN bis OHMSS.

Und bei Craig sah ich es damals auch komplett, aber so was von komplett, anders. Ich dachte nur: "Oh mein Gott. Nicht deren Ernst." Erst der Film Casino Royale überzeugte mich.
Da kann ich mir aktuell Henry Cavill vom Typus schön aber markant, viel eher vorstellen als damals Craig. Richard Madden weiß ich nicht, immer noch etwas zu jung.
Aber ich sage nur "abwarten und Tee trinken".
Ansonsten sind mir diese dämlichen Spekulationen und Artikel um schwarz, weiblich oder sonst was, einfach nur zu doof.

Martin

Felix Leiter

  • »Martin« ist männlich

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45

Samstag, 26. Januar 2019, 21:55

Was heißt das für die Zukunft? Für mich ist klar: Ohne Regelmäßigkeit und ohne Kontinuität beraubt sich die Serie nicht nur ihres Alleinstellungsmerkmals, sondern auch ihrer Magie.


Sehr schön und schlüssig geschrieben. Aber statt die Reihe aufzugeben, wäre es mir doch lieber, wenn BB und MGW sie in andere zuverlässige Hände abgeben, die noch die Leidenschaft dafür haben, die ihnen mittlerweile abgeht. Da gibt es sicher einige Optionen. Das Problem ist sicher auch, dass Bond nie wirklich in Frieden ruhen würde. Dafür war und ist er dann doch zu erfolgreich. Irgendwann wird irgendwer die Rechte bekommen und es erneut versuchen.

Tradition und Regelmäßigkeit halte ich auch für wichtig, aber diese können andererseits auch zuviel werden und einem Franchise schaden. Ich hab bei Star Wars beispielsweise den Eindruck, dass manchen Fans langsam klar wird, dass das goldene Disney-Zeitalter auch auf einen völligen Ausverkauf hinauslaufen könnte, und man irgendwann ziemlich satt wird, wenn einen die Filme wie gebratene Tauben in den Mund fliegen.

Nach LTK gab es für mich auch einen Bruch, der nie mehr gekittet wurde. Auch was viele kleine und eher subtile Details wie Sounddesign etc. betrifft. Seit GE gibt es immer ein gewisses Gefühl der Fremdheit gegenüber den alten Filmen. Andererseits habe ich manchmal auch das Gefühl, dass es den Dalton-Filmen vielleicht auch etwas geschadet hat, in die alte Regelmäßigkeit eingebunden gewesen zu sein. Nicht den Filmen als solchen, eher der allgemeinen Wahrnehmung. Ein zusätzliches Jahr vor TLD hätte vielleicht signalisert, dass es diesmal nicht Business as usual ist. TSWLM hat das sicher auch etwas geholfen.

Mit der langen Pause nach LTK und dem Rechtsstreit wurde vielen Zuschauern wohl erstmals bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist, dass alle zwei Jahre ein neuer Bond kommt. Insofern denke ich, dass gewisse Pausen und Traditionsbrüche auch hilfreich sein können. Natürlich nur, wenn sie die Ausnahme darstellen, und EON nicht vor jeden Film dieses Theater abzieht und jedem Darsteller eine künstliche Verschleppung der Dreharbeiten für andere Projekte gewährt.

MilesM

MI6 Staff

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46

Montag, 28. Januar 2019, 11:47

Ken Adams: Wie kaum ein anderer hat er dem Franchise seinen popkulturellen Stempel aufgedrückt. Sein Fehlen fällt weder in FYEO noch in OP sonderlich auf, vielleicht wegen der vielen Außenszenen, während AVTAK mit Adams vielleicht ein besserer Film geworden wäre. Peter Lamont in allen Ehren, aber das prägende Genie des Ken Adams hat er zweifellos nie erreicht. Gute Setdesigner gibt es viele, bei wenigen würde man auf Anhieb eine eigene Handschrift erkennen. Unnachahmlich, wie Adams einen Raum in etwas Verblüffendes verwandeln konnte. Wo andere Filme Zimmer zeigten, gab Adams uns: „Bond“.

Ich habe mich ja schon öfter als Ken Adam-Fan geoutet. Bei Deinem Kommentar musste ich an das Buch von Peter Lamont denken, dass ich mir zu Weihnachten gegönnt habe (und das ich durchaus empfehlen kann). Was mir hier am meisten aufgefallen ist, und was auch (unsere gemeinsame) Sichtweise unterstreicht, dass Adam eben ein Genie und Lamont ein guter Handwerker war, ist der unterschiedliche Zeichenstil der beiden. Wir alle kennen ja die schwungvollen Skizzen von Adam, mit wenigen Strichen entstehen hier Welten. Im Gegensatz dazu Lamonts Zeichnungen, sehr detailliert, aber eben ohne Esprit, eher ein wenig pedantisch.
You know what's great about you English? Octopussy. Man I must have seen that movie... twice.

Havanna

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47

Dienstag, 29. Januar 2019, 14:51

Ich habe ollistones Ausführungen auch sehr genossen, danke dafür!

Ich fühle auch Brüche in der Reihe, setze sie aber anders, was meiner Meinung nach sowohl mit meiner Bondhistorie als auch mehr mit dem Stil als mit dem Personal der entsprechenden Filme zu tun hat.

Meine "klassische" Ära geht nicht von 1962 bis 1989, sondern von 1962 bis 1985 und geht dann von 1995 bis 2002 weiter, wo sie endet. Als Kind und Jugendlicher war Bond für mich immer die Wiederholung der Filme von Connery, Moore und Lazenby und die von Brosnan, die ich teils im Kino, teils auch erst im TV gesehen hatte. TLD und LTK hatte ich bei ARD und ZDF irgendwie immer verpasst. Ich wusste, dass es sie gab, aber ohne sie gesehen zu haben konnte ich sie nicht in meinen "Kanon" integrieren. Trotz der personellen Wechsel bei den Haupt- und Nebenfiguren und der 40 Jahre dazwischen hatten diese Filme immer eine Kontinuität und Stabilität, weil sie alle eine mal mehr mal weniger ausgeprägte Nonchalance, Leichtigkeit und neben den Personen vorhandene, gleichbleibende Merkmale hatten (die klassischen "Bondzutaten"). Auch wenn das zeitlich natürlich nicht möglich war, waren Connery, Moore, Lazenby und Brosnan immer EIN Bond.

Mein Wandel vom "Ganz-gut-Finder" zum Fan fiel zeitlich in den Zwischenraum von DAD und CR und brachte es mit sich, dass ich TLD und LTK nachholte. Mit beiden fremdelte ich und tue es heute noch. Das liegt meiner Meinung nach teils am komplett anderen Stil, der auch noch mit einem "fremden" Gesicht verbunden war. Die Craig-Bonds fand und finde ich wiederum insgesamt wirklich gut, es ist aber stilistisch teils deutlich was Anderes als "meine" klassischen Bonds und ich verfolge auch ihre Entstehung mit, die ich gedanklich begleite. Dadurch nehme ich sie natürlich nicht mehr so unbefangen und frei war wie die früheren Bonds als Kind und Teenager im Fernsehen. Und so passen sie auch nicht in meinen klassischen Kanon.

Zwischenfazit: Auch ich habe für mich eine "klassische" Ära von Bondfilmen, die aber nicht zusammenhängend ist und aus der Dalton und Craig rausfallen. Beides liegt aber weniger an den personellen Wechseln oder Kontinuitäten, sondern aus einem Mix von Vorhandensein/Abwesenheit "klassischer" Bondelemente (aber auch hier weniger Design als Handlungselemente und grundsätzliche Herangehensweise), dem Zeitpunkt, wann ich die Filme gesehen habe und dem Grad von Bewusstheit, mit der ich sie das erste Mal gesehen und wahrgenommen habe.

Könnten neuere Filme im für mich klassischen Stil Teil meiner klassischen Ära werden? Teilweise denke ich das schon, die frühere Unbefangenheit werde ich aber wohl nie mehr hinkriegen, sodass die 100% wohl nicht mehr erreicht werden.
Wird es wieder eine wie von ollistone von 1962 bis 1989 beschriebene Kontinuität der Reihe geben? Irgendwie habe ich da in der heutigen Zeit meine Zweifel. Dass jemand heute wie Desmond Llewelyn über knapp 40 Jahre dieselbe (Neben)Rolle spielt, kann ich mir nicht vorstellen, geschweige denn, dass man ein ganzes solches Ensemble auf Dauer zusammenkriegt. Selbst einen Hauptdarsteller zu finden, der im alten Rhythmus die Filme dreht und sein Ego zurücknimmt, wird enorm schwierig.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Havanna« (29. Januar 2019, 14:58)


ollistone

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48

Donnerstag, 7. März 2019, 10:28

Cilian Murphy ist im Rennen - endlich mal ein Name, mit dem ich sehr gut leben könnte, auch wenn ich ihn - jetzt 42 - für zu alt halte. Murphy hat mich spätestens mit der Hammer-Serie "Peaky Blinders" schwer beeindruckt und ist in Sachen physischer, eiskalter und auf den ersten Blick nicht unbedingt "schöner" Präsenz durchaus mit Craig vergleichbar. Wäre ein würdiger Nachfolger.

(Wahrscheinlich weiß Murphy selbst gar nichts von seinem Glück.)
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49

Freitag, 8. März 2019, 15:51

Cilian Murphy ist im Rennen - endlich mal ein Name, mit dem ich sehr gut leben könnte, auch wenn ich ihn - jetzt 42 - für zu alt halte. Murphy hat mich spätestens mit der Hammer-Serie "Peaky Blinders" schwer beeindruckt und ist in Sachen physischer, eiskalter und auf den ersten Blick nicht unbedingt "schöner" Präsenz durchaus mit Craig vergleichbar. Wäre ein würdiger Nachfolger.

(Wahrscheinlich weiß Murphy selbst gar nichts von seinem Glück.)
Mit dem tiefgekühlten Blick wäre er bestimmt ein starker Villain oder wenigstens Henchman - aber nicht Bond!!! Ich halte ihn für einen glaubwürdigen "Max-Zorin-Typen", genetisch manipuliert mit schizoiden Tendenzen.
God save the Queen!

Scarpine

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Sonntag, 14. Juni 2020, 11:49

Die frühere Begeisterung ist irgendwie zu einem großen Teil verschwunden. Auch das Bedürfnis, da groß herumzuspekulieren, was wie aussehen könnte in der Story, ist nicht mehr wirklich da. Ich weiß nicht, ob es grundsätzlich daran liegt, dass man etwas älter und reifer wird.
Ich kopiere es mal hier herein, Martin. Es ist sicherlich ein entscheidender Punkt, dass man älter wird und sich die Präferenzen im Leben verschieben. Aber ist das allein der Grund? Auffällig ist ja auch, dass es kaum Nachwuchs im 007-Fandom gibt. Bond ist schon irgendwie out. Fast so sehr wie zu Beginn der Neunziger Jahre. Würde man heute verkünden, dass Idris Elba, Jamie Bell oder Gillian Anderson als Jane Bond gecastet wurden, würde vermutlich niemand mehr eine Elba/Bell/Anderson-isnotBond.com-Homepage aus dem Boden stampfen. Auch in den englischen Foren tummeln sich eigentlich nur noch die alten Hasen und üblichen Verdächtigen. Ist Bond endgültig aus der Zeit gefallen? Erstarrt das Fandom in der Midlife-Crisis? Hat die bleierne Craig-Ära alle Alt-Fans runtergezogen? Färbt der offensichtlich fehlende Elan der Verantwortlichen auf die Franchise-Enthusiasten ab? Irgendwie trifft das alles zu und am Ende doch nicht ganz richtig. Sieht man mal von den aktuellen Ereignissen rund um Pandemie und Gesellschaftsumbrüche ab, erscheint ein Umstand doch vor allen anderen Faktoren besonders augenfällig und gewichtig: Der Veröffentlichungsrhythmus.

Ohne Filmnachschub, ohne das konstante Aufrechterhalten der seriellen Strukturen & Ausprägungen stirbt die Reihe früher oder später einen langsamen Tod. Früher in den Siebziger und Achtziger Jahren war das Leben als Bondfan sicherlich leichter und lockerer. Mochte man Live And Let Die nicht, konnte man innerhalb von sechs Jahren drei neue, buntere Bondfilme im Kino genießen. Gefielen einem die Gags in Octopussy und/oder Never Say Never Again nicht, konnte man innerhalb von sechs Jahren drei neue Bondfilme mit seriöseren Sujets wertschätzen. Mochte man hingegen Spectre nicht, muss man darauf hoffen, dass der eine neue Film nach sechs Jahren Pause einem gefällt. Sollte das nicht der Fall sein, wären Ernüchterung und Verdruss natürlich deutlich höher. Und angesichts der lähmenden, langwierigen Prozesse hinter den Kulissen, kann ich mir vorstellen, dass der Titel des neusten 007-Films No Time To Die in den Ohren von so manchem geneigten Fan wie Hohn klingen muss. Keine Zeit zu sterben ist schon eine markige Ansage von denselben Leuten, die nach dem Gefühl von nicht wenigen eingefleischten Bond-Begeisterten die Serie mit ihrem zögernden Zaudern so langsam aber sicher ausbluten lassen...
"Enjoying our little party, Monsieur... Saint John Smythe?"

Django

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51

Montag, 22. Juni 2020, 09:19

Da sprichst Du einen guten Punkt an. Alles ist halb so "schlimm", wenn man weiss, dass in zwei Jahren ein neuer Bond-Film raus kommt. So war's ja auch wieder zwischen 1995 und 1999 und bis zu DAD vergingen auch "nur" drei Jahre, was aus heutiger Sicht als Winzigkeit erscheint :S

Mister Bond

Felix Leiter

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52

Dienstag, 23. Juni 2020, 15:35

In der heutigen medialen Dauerberieselung müssen auch keine zwei Jahre mehr sein, aber wenn man einen Darsteller hat, dann doch alle drei Jahre ein Film und von mir aus, wenn die wieder suchen, vier Jahre. Aber fünf Kahre OHNE Darstellerwechsel ist ein Witz.
Das war doch auch einer der Gründe vom Wechsel Daltons zu Brosnan.

Django

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Mittwoch, 24. Juni 2020, 07:03

Das war doch auch einer der Gründe vom Wechsel Daltons zu Brosnan.

Wobei es damals zumindest "richtige" Gründe für die Verzögerung gab...

Mister Bond

Felix Leiter

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Mittwoch, 24. Juni 2020, 11:55

Ja, mir ging es nur darum, dass Dalton und wohl auch Cubby selber einsahen, dass man nach so vielen Jahren "frisch" starten muss.

Django

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55

Mittwoch, 24. Juni 2020, 14:03

Das stimmt. Und das sollte man den beiden hoch anrechnen. Und obwohl die Ausganglage nach sechs Jahre "Pause" schwierig war, kam mit GE doch ein recht ordentlicher Film heraus

Harry

kept you waiting, huh?

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56

Donnerstag, 25. Juni 2020, 10:11

Obwohl ich die Situation jetzt schon etwas anders sehe.
Ich denke die Leute wollen Craig nach wie vor als Bond sehen und wären eher enttäuscht wenn sie ihn nicht nochmal in der Rolle sehen würden.
"Absatz 26 Paragraph 5 - nur für Berechtigte. Das verstehen Sie sicher!"

Django

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57

Donnerstag, 25. Juni 2020, 10:34

Vermutlich schon. Aber möglicherweise ist es den meisten auch egal - zumindest nach der langen Zeit. Die Vergangenheit zeigt ja auch, dass es schlussendlich eher andere Dinge als die Hauptdarsteller waren, die die Franchise ausmachten. Selbst der doch eher unerwartete Wechsel vom sehr populären PB zum eher ungekannten und auch bond-untypischen DC tat der Popularität keinen Abbruch - ganz im Gegenteil.

Zitat

Ohne Filmnachschub, ohne das konstante Aufrechterhalten der seriellen Strukturen & Ausprägungen stirbt die Reihe früher oder später einen langsamen Tod. Früher in den Siebziger und Achtziger Jahren war das Leben als Bondfan sicherlich leichter und lockerer.

Ich habe das nochmals gedanklich durchgespielt: Angenommen, wir schreiben das Jahr 1985 und ich hätte als Bond-Fan AVTAK im Kino gesehen (dafür war/bin ich ein paar zu jung). Ein Film, der m.E. im Prinzip vieles richtig und kaum was falsch macht, aber trotzdem nicht so richtig zu zünden vermag. Dann hätte ich mir wohl gedacht "Nett und unterhaltsam war's, aber es gab schon Besseres" und fertig. Und zwei Jahre später hätte ich mich dann an TLD erfreuen können. Heute hingegen bin ich gedanklich beziehungsliegen meine Hoffnungen bereits beim übernächsten Bond-Film, da sich in mir bereits der Gedanke festgesetzt hat, dass NTTD meinen Ansprüchen wohl nicht genügen wird (okay - vielleicht irre ich mich... hoffentlich). Und wenn man dann noch befürchten muss, dass Bond 26 nicht vor 2025 rauskommt (schliesslich muss ja spätestens bis dann ein neuer Hauptdarsteller gefunden werden, was sicher noch ein paar Jahre zusätzlich braucht), vergeht einem wirklich jegliche Freude :( . Und wenn dann nicht mal sicher ist, dass es sich bei DCs Nachfolger - sorry, ist nicht weder rassistisch noch diskriminierend gemeint - um einen weissen Mann, der einen Hetero-Bond spielt, handeln wird, dann gute Nacht :thumbdown: