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Havanna

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 12:21

Bond einfach mal sterben lassen?

Hallo allerseits,

obwohl jetzt schon seit vielen Jahren Bondfan bin, ist mir dieser Gedanke gerade zum allerersten Mal gekommen: Was haltet ihr von der Idee, Bond mal sterben zu lassen?

Das schöne an der Reihe ist ja, dass (mit Ausnahme von CR und QoS und vielleicht OHMSS und DAF) die Filme nicht aufeinander aufbauen und mit jedem Darsteller, manche sagen sogar mit jedem Film, ein Mini-Reboot einhergeht. Mit diesen Voraussetzungen wäre doch folgendes Szenario denkbar:
Wenn es beispielsweise vor dem Dreh eines Films schon klar ist, dass der jeweilige Darsteller aufhört und es im nächsten "Teil" mit einem neuen Darsteller weitergeht, was würde dann eigentlich dagegen sprechen, den eigentlich "unsterblichen" Geheimagenten am Ende des Films den heldenhaften Opfertod sterben zu lassen? Ich fände das einen sehr interessanten Aspekt, richtig umgesetzt könnte das ein ebensolcher Meilenstein der Reihe wie beispielsweise Bonds Hochzeit sein.

Was haltet ihr davon?

ollistone

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 12:54

Wenn man die Serie nicht abschließen und beenden möchte, ergibt Bonds Tod dramaturgisch eigentlich keinen Sinn, daher: :stop:
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Donnerstag, 12. Februar 2015, 12:54

Sehr schöne "bondphilosophische" Frage, denn Bonds unerträgliche Leichtigkeit des Seins wird in meiner Wahrnehmung zu oft auf die Spitze getrieben, sprich, es wird einem gar suggeriert es fiele ihm leicht dem Tode ständig zu entfliehen und sich dem Abgrund zu entziehen.

Die einzige dem nicht zuträgliche "gefühlte Tatsache" ist die, dass Bond darstellerunabhängig eigentlich immer Bond zu sein scheint, was wiederum bedeutet, dass damit in ganz gewisser Weise die gesamte Filmserie sterben könnte, da das treue Publikum erschüttert werden könnte.
Lazenby ist Connery, er spielte ja als Jüngling quasi den "erfahrenen" Agenten und es gibt in der Title sequence Bilder aus fünf Vorgängern und im Büro klare Anspielungen auf die drei Young-Bonds. Moore scheint es ebenfalls zu sein, Moneypenny bleibt dieselbe und er legt Blumen an das Grab von Tracy. Eine weitere Tracy Bond die 1969 verstarb wäre unwahrscheinlich, hier MUSS Miss Rigg gemeint sein, passt ja auch zusammen dass er derselbe Bond ist (Connery in den 60ern in seinen 30ern und Moore in den 80er Bonds in seinen 50ern). Dann Dalton mit der sensiblen Reaktion auf Della´s Hochzeitsanspielung, hier wird Tracy nicht namentlich erwähnt, aber die Darstellung spricht Bände. GE beginnt dann anfangs "neun Jahre früher", auch hier rechne ich nicht damit dass es ein anderer Bond sein soll.

Lediglich bei Daniel Craig bin ich mir unsicher, CR als Reboot angelegt, keine Anzeichen an eine Tracytrauer, neue Zeit und neuer Bond also, auch wenn man diese Entwicklung mit SF ad absurdum geführt hat, es sei denn man denkt sich in den vier Zwischenjahren einige filmisch nicht gezeigte Aufträge dazu.

Was ich mit dieser ausufernden Rückblickssammlung sagen möchte, ginge in den Bereich der unsterblichen Bond-Identität. Dennoch wäre es natürlich im letzten Craig ein denkbarer und durchaus dramaturgisch anspruchsvoller Abschluss mit Abschiedselementen.
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Don-Corleone

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 13:07

Völlig unabhängig von der ursprüngliche Frage dieses Threads, habe ich Dalton und Brosnan NIE aber nicht einmal ansatzweise als den gleichen Bond empfunden wie den Bond in der Ära von Connery bis Moore. Ab 1987 ist das für mich Bond 2.0 (Dalton und Brosnan), eine neue Zeitrechnung, ein neuer Bond. Da helfen diese 5 Sekunden in LTK nicht wirklich etwas daran zu ändern.
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Havanna

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 13:08

Es macht auch keinen Sinn, dass Bond seit mehr als 50 Jahren als (mehr oder weniger) junger Geheimagent unterwegs ist, dass Blofeld innerhalb von drei Filmen wächst und schrumpft, dass er Bond in OHMSS nicht wiedererkennt, dass Bond 1986 (PTS von GE) so ganz anders aussieht als ein Jahr davor und danach, dass er seinen Doppelnullstatus in den 2000ern erhält, M ihn aber in GE als Relikt des Kalten Krieges bezeichnet etc. pp.
Die meisten von mir erwähnten Punkte machen nur Sinn, wenn sie durch (Mini-)Reboots erklärt werden (und einige davon noch nicht einmal dann). Gleichzeitig sprechen die von Daniel erwähnten Anspielungen im Verlauf der Reihe auch immer wieder dafür, dass alle Bonds irgendwie doch eine Person sind. Dass Chronologie und Sinn in der Bondreihe meist keine große Bedeutung haben, ist uns allen hier bewusst.

Aber genau dieses Wirrwarr eröffnet doch die Chance, einen Hauptcharakter ohne Schaden für die Reihe sterben zu lassen. Ich denke auch nicht, dass ein Tod Bonds innerhalb einer Darstellerära Sinn machen würde, das müsste schon das Ende einer Ära darstellen, bevor ein Darstellerwechsel eine neue einleitet. Dann wäre das durchaus umsetzbar, es muss aber natürlich gut gemacht sein. Und klar wäre das ein Risiko, aber das war das Reboot und die stilistische Neuorientierung der Reihe mit Craig auch und das hat man sich getraut.

Versteht mich nicht falsch: Wenn ich für Bond 25 die Ankündigung hören würde, dass Craigs Bond in seinem letzten Abenteuer sterben würde, wäre ich auch erstmal sehr skeptisch. Richtig umgesetzt bin ich aber auch der Meinung, dass das ein Meilenstein der Serie sein könnte und gerade für die Entwicklung Bonds, die uns in der Craig-Ära gezeigt wird, wäre das ein sehr interessanter und innovativer Abschluss.

Django

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 13:41

Ich sehe jetzt den Sinn einer solchen Übung auch nicht ganz. Marketingtechnisch wäre es sicher extrem heikel und zu gewinnen gäbe es nix. Das geht ausserhalb des Dallas-Universums wohl nur mit Charakteren, die garantiert nie mehr auftauchen. Und zudem: Wenn Bond am Ende eines Films stirbt, müsste er ja im nächsten Film seinen eingenen Tod rächen :think:

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 13:43

Völlig unabhängig von der ursprüngliche Frage dieses Threads, habe ich Dalton und Brosnan NIE aber nicht einmal ansatzweise als den gleichen Bond empfunden wie den Bond in der Ära von Connery bis Moore. Ab 1987 ist das für mich Bond 2.0 (Dalton und Brosnan), eine neue Zeitrechnung, ein neuer Bond. Da helfen diese 5 Sekunden in LTK nicht wirklich etwas daran zu ändern.

Interessant! Dalton und Brosnan sehen sich zumindest in Frisur und Statur recht ähnlich und TLD ist sogar ein Film, den ich mir mit beiden Darstellern vorstellen kann.
Auch wenn die Rolleninterpretationen in verschiedene Richtungen gleiten, Pierce eher als ein modernerer Roger Moore und Dalton gewissermaßen als eine Mischung aus Sean und sich selbst. LTK hätte ich mir hingegen nicht 1989 mit Pierce Brosnan vorstellen können, aber unter Umständen 1999, als er die Rolle reifer spielte.
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Donnerstag, 12. Februar 2015, 13:51

Dalton gewissermaßen als eine Mischung aus Sean und sich selbst

:think:

?(

:wacko:


Timmy, die gespaltene Persönlichkeit. :D
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Donnerstag, 12. Februar 2015, 14:06

@Daniel: Du hast mich falsch verstanden, Dalton und Brosnan sind für mich mehr oder weniger der gleiche Bond. Ich meinte nur das die Ära ab 1987 für mich nicht mit der Connery / Moore Epoche vergleichbar sind. Ab 1987 gibt es schon mehr oder weniger einen "Restart" der Serie. Der Bond der in DN angefangen hat geht für mich bis AVTAK. Der TLD Bond hat mit den anderen davor nichts am Hut.

1. Bondära (1962 - 1985)

2. Bondära (1987 - 2002)

3. Bondära (2006 -
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Donnerstag, 12. Februar 2015, 14:12

@Daniel: Du hast mich falsch verstanden, Dalton und Brosnan sind für mich mehr oder weniger der gleiche Bond. Ich meinte nur das die Ära ab 1987 für mich nicht mit der Connery / Moore Epoche vergleichbar sind. Ab 1987 gibt es schon mehr oder weniger einen "Restart" der Serie. Der Bond der in DN angefangen hat geht für mich bis AVTAK. Der TLD Bond hat mit den anderen davor nichts am Hut.

1. Bondära (1962 - 1985)

2. Bondäre (1987 - 2002)

3. Bondära (2006 -

Achso ist dem also, dann habe ich es in der Tat missverstanden. Dennoch interessant, da ich die erste Ära eher durch den Ausreisser LTK an ihr eigenes Ende geführt sehe und die Neuepoche meiner Ansicht nach erst nach der Langpause beginnt. Nimmt man die Ära Craig also nun als kompletten Neubeginn, ist es interessant dass ausgerechnet die drehbuchtechnisch umstrittene und zudem eher kurze Ära Brosnan als eine gesamte Bondära gelten kann (je nach Sichtweise).
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Django

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 14:20

Zitat

Der TLD Bond hat mit den anderen davor nichts am Hut.

Eigentlich gab es doch nach praktisch jedem (zweiten oder dritten) Film einen Break und eine neue Ära begann. Dazu brauchte es nicht mal einen Darstellerwechsel. So hat der FYEO-Bond mit dem MR auch nix am Hut und der SF-Bond auch nix mit dem QoS-Bond...

ollistone

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 14:28

Die Diskussion führt zu nichts, hatten wir schon hundert Mal und hat mit Havannas Ausgangsfrage nichts zu tun. :prof:
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ollistone« (12. Februar 2015, 15:07)


Don-Corleone

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 15:02

Das ist nun mal so in einem Diskussionsforum und wenn es noch hundert Mal vorkommt. :D

@Django: Das sehe ich anders. Für mich gibt es diese - wenn auch natürlich subjektive - "gefühlte" Kontinuität von 1962 - 1985. Liegt auch daran das Connery und Moore nahezu gleich alt ist und somit auch die Figur James Bond dementsprechend altert. Ab 1987 mit Timothy Dalton beginnt für mich ein neues "Zeitalter".
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stromberg

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 15:04

Normalerweise bricht diese Diskussion doch immer in der Saure-Gurken-Zeit aus, die wir gerade heute nun wirklich nicht haben. Einen diesbezüglichen Cliffhanger könnte ich mir ja noch vorstellen (so wie im FRWL-Roman), aber ansonsten... Nö, lieber nicht. Außerdem leistet das Szenario der Codename-Theorie Vorschub (wie wir ja in diesem Thread schon wieder sehen), und die lehne ich rundweg ab.

Allerdings hatte ich dieser Tage ein Szenario entworfen, wie man aus DAD mit ein paar geschickten Schnitten noch etwas einigermaßen Brauchbares machen kann. Das enthält sowohl den ebenfalls oben erwähnten Bobby-Ewing-Twist enthält, als auch die Tatsache, dass Bond am Ende stirbt: Nach den Credits geht es direkt aufs Schiff nach Hong Kong, dann läuft es zunächst weiter wie gehabt, am Ende lassen wir dann die Schlußszene mit Jinx weg (und auch die blöde Monneypenny-Szene), stattdessen springen wir wieder zurück zum Anfang: Bond erwacht in seiner Zelle in Nordkorea mit den Worten "Zum Glück nur ein böser Traum...". Dann wird er von Moons Männern abgeholt, auf die Brücke geführt und erschossen. Ende. So macht sogar der anschließende Reboot Sinn. :D

Wer das Szenario "Bond stirbt" tatsächlich haben möchte, der sollte einen Blick in James Hatfields "The Killing Zone" werfen. Hier ist die Hintergrundstory zu diesem merkwürdigen Machwerk: http://www.thebookbond.com/2007/10/myste…lling-zone.html
und da kann man sich das Ding runterladen: http://www.universalexports.net/Books/killingzone.shtml
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Havanna

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 15:55

Ich sehe jetzt den Sinn einer solchen Übung auch nicht ganz. Marketingtechnisch wäre es sicher extrem heikel und zu gewinnen gäbe es nix. Das geht ausserhalb des Dallas-Universums wohl nur mit Charakteren, die garantiert nie mehr auftauchen. Und zudem: Wenn Bond am Ende eines Films stirbt, müsste er ja im nächsten Film seinen eingenen Tod rächen :think:
Müsste er nicht, denn:

ein paar Posts später schreibst du ja selbst, dass es gerade in der Bondreihe ständig neue Ären gab und geben wird. Ein Kontinuität lässt sich in die Reihe beim besten Willen nicht reinquetschen, allerhöchstens von 1962-1985 und selbst dann muss man einige Augen zudrücken. Also warum sollte man dann überhaupt versuchen das zu tun? Zumal gerade das doch eines der Alleinstellungsmerkmale der Reihe ist, das extrem viel erzählerische Freiheit lässt. In diesem Fall: Bond aus Ära A stirbt, mit dem neuen Darsteller beginnt eben eine neue, erzählerisch eigene Ära B.

Die Neuausrichtung unter Craig ist doch das Paradebeispiel. Da war die Situation witzigerweise genau so wie du sie im Zitat oben beschreibst: Die geerdetere und härtere Gangart, die eingeschlagen werden sollte, sowie die Auswal Craigs waren marketintechnisch extrem heikel, was man ja schön an den anfänglichen Reaktionen auf Craig sieht. Das Franchise in eine ähnliche Richtung zu führen hat unter Dalton in den 1980ern zu zwei wenig erfolgreichen Filmen geführt (marketingmäßig gesprochen). Und zu gewinnen gab es auch nichts, DAD kam bei den Fans überhaupt nicht gut an, war aber dennoch ein großer wirtschaftlicher Erfolg. Dennoch ist man das Risiko eingegangen und hat nur gewonnen.
Bei dem von mir beschriebenen Szenario sehe ich überhaupt kein Risiko: Wir Fans schauen uns den Streifen sowieso an und was meinst du, was PR-mäßig los wäre, wenn bekannt wird, dass es einen Bondfilm gibt, in dem der unbesiegbare Held am Ende stirbt? Die Kinos füllen sich von alleine. Ich fände das eher einen genialen Marketingzug als ein Risiko. :D Und wir bräuchten auch keinen Bobby-Ewing-Effekt, denn zumindest mit jedem neuen Darsteller beginnt eine neue Ära, d.h. Bond steht nicht wieder von den Toten auf, sondern wird einfach rebootet, wie es mit Craig auch geschehen ist. Ich sehe da kein Plausibilitäts- oder Kontinuitätsproblem, dass es in der Reihe nicht schon viel schlimmer gegeben hätte. Gerade für die Ära Craig, die ja eine Entwicklung beschreiben soll/will/wird, wäre das doch ein passendes Ende, finde ich.

Zumal es dem Franchise, Marketing und Wirtschaftlichkeit mal ganz beiseite, eine neue künstlerische und der Figur Bond eine weitere charakterliche Seite hinzufügt: Wie reagiert Bond, wenn er mal in einer wirklich hoffnungslosen Situation und "Im Angesicht des Todes" ist?

Ich scheine hier aber keine Verbündeten zu finden. :D

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 16:16

Ich sehe jetzt den Sinn einer solchen Übung auch nicht ganz. Marketingtechnisch wäre es sicher extrem heikel und zu gewinnen gäbe es nix. Das geht ausserhalb des Dallas-Universums wohl nur mit Charakteren, die garantiert nie mehr auftauchen. Und zudem: Wenn Bond am Ende eines Films stirbt, müsste er ja im nächsten Film seinen eingenen Tod rächen :think:
Müsste er nicht, denn:

ein paar Posts später schreibst du ja selbst, dass es gerade in der Bondreihe ständig neue Ären gab und geben wird. Ein Kontinuität lässt sich in die Reihe beim besten Willen nicht reinquetschen, allerhöchstens von 1962-1985 und selbst dann muss man einige Augen zudrücken. Also warum sollte man dann überhaupt versuchen das zu tun? Zumal gerade das doch eines der Alleinstellungsmerkmale der Reihe ist, das extrem viel erzählerische Freiheit lässt. In diesem Fall: Bond aus Ära A stirbt, mit dem neuen Darsteller beginnt eben eine neue, erzählerisch eigene Ära B.

Die Neuausrichtung unter Craig ist doch das Paradebeispiel. Da war die Situation witzigerweise genau so wie du sie im Zitat oben beschreibst: Die geerdetere und härtere Gangart, die eingeschlagen werden sollte, sowie die Auswal Craigs waren marketintechnisch extrem heikel, was man ja schön an den anfänglichen Reaktionen auf Craig sieht. Das Franchise in eine ähnliche Richtung zu führen hat unter Dalton in den 1980ern zu zwei wenig erfolgreichen Filmen geführt (marketingmäßig gesprochen). Und zu gewinnen gab es auch nichts, DAD kam bei den Fans überhaupt nicht gut an, war aber dennoch ein großer wirtschaftlicher Erfolg. Dennoch ist man das Risiko eingegangen und hat nur gewonnen.
Bei dem von mir beschriebenen Szenario sehe ich überhaupt kein Risiko: Wir Fans schauen uns den Streifen sowieso an und was meinst du, was PR-mäßig los wäre, wenn bekannt wird, dass es einen Bondfilm gibt, in dem der unbesiegbare Held am Ende stirbt? Die Kinos füllen sich von alleine. Ich fände das eher einen genialen Marketingzug als ein Risiko.:DUnd wir bräuchten auch keinen Bobby-Ewing-Effekt, denn zumindest mit jedem neuen Darsteller beginnt eine neue Ära, d.h. Bond steht nicht wieder von den Toten auf, sondern wird einfach rebootet, wie es mit Craig auch geschehen ist. Ich sehe da kein Plausibilitäts- oder Kontinuitätsproblem, dass es in der Reihe nicht schon viel schlimmer gegeben hätte. Gerade für die Ära Craig, die ja eine Entwicklung beschreiben soll/will/wird, wäre das doch ein passendes Ende, finde ich.

Ich scheine hier aber keine Verbündeten zu finden.:D

Och doch, Verbündete findest Du da durchaus, vermute ich. Es ist ingesamt interessant im Hinblick auf die Entwicklung des Protagonisten Bond, nur ist es eben umstritten da es recht "radikal" wirkt, was aber auch authentisch sein kann, sofern es richtig inszeniert wird. Es stimmt auch dass mit jedem Darsteller eine neue Ära eintritt (Lazenby einmal ausgenommen). Allerdings eher umgangssprachlich, da man von der Ära Sowieso (Dalton, Brosnan, von wem auch immer...) spricht, sprich, letzten Endes sind es dann doch weniger Darsteller die ihrer Figur ein Eigenprofil verleihen, welches sich von allem Dagewesenen abhebt, so werden gern Charakterzüge der Darsteller früherer Epochen neu abgemischt und in die Gegenwart versetzt, was Craig z.B. zu einem "Connery-Dalton des 21. Jahrhunderts" macht. Da ich Connery hier aufgrund seines Rollendefinitionsprivilegs nicht mitwerten kann, würde ich sagen dass Moore und Dalton die ersten Darsteller waren die wirklich eine eigene Identität in das Herz der Rolle verpflanzten, was bei Roger bekanntermaßen erstmals in TSWLM in vollen Zügen ausgelebt wurde und bei Dalton leider nur in LTK. Einen Sterbe-Bond würde ich also abschließend resümiert zwar aufgrund der Menschlichkeit dessen begrüßen, da ich mich mit einer sterblichen Figur einfach besser identifizieren kann, doch ob man derart wagemutig sein wird wage ich zu bezweifeln. Andererseits lenkte man die Schiene schon des öfteren in Richtung Risiko und durch eine im Ernstfall eingetretene Korrektur im darauffolgenden Film, konnte der Zug bislang dennoch nicht entgleisen, so gesehen sollte man sich ruhig erneut etwas trauen.
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Django

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 16:29

Andererseits lenkte man die Schiene schon des öfteren in Richtung Risiko und durch eine im Ernstfall eingetretene Korrektur im darauffolgenden Film, konnte der Zug bislang dennoch nicht entgleisen, so gesehen sollte man sich ruhig erneut etwas trauen.


Risiko ist nicht gleich Risiko. Eine Richtungsänderung kann man beim nächsten Film wieder korrigieren, falls sie sich als Flop erweist - Bond sterben zu lassen ist dann aber schon eine ganz andere Sache... Gut, am Ende von DAD hätte man Bond noch ehesten über die Klippe springen lassen. Aber zu diesem Zeitpunkt wo man das hätte tun müssen, waren die Macher ja noch voll begeistert von ihrem Werk und dachte vermutlich, sie können ewig so weitermachen. Erst danach realsierten sie, dass sie sich in eine Sackgasse manövriert haben.

Mister Bond

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 23:07

Das ist nun mal so in einem Diskussionsforum und wenn es noch hundert Mal vorkommt. :D

@Django: Das sehe ich anders. Für mich gibt es diese - wenn auch natürlich subjektive - "gefühlte" Kontinuität von 1962 - 1985. Liegt auch daran das Connery und Moore nahezu gleich alt ist und somit auch die Figur James Bond dementsprechend altert. Ab 1987 mit Timothy Dalton beginnt für mich ein neues "Zeitalter".


Auch hier, absolut deiner Meinung :prost:
So habe es auch immer gesehen und auch mit deinen Begründungen.


@Django:
Warum hat der FYEO-Bond nichts mit dem MR-Bond zu tun? :think:
Da gibt es absolut keinen Beleg für deine These. Dass der Grundton ein anderer ist, kann es ja nicht sein.


Zur Ausgangsfrage:
NEIN! Bondfilme sollen leichtere Kost bleiben. Schon Craigs Bond ist "schwer" genug. Ein Bond stirbt nicht und dabei bleibt's.

Kronsteen

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Freitag, 13. Februar 2015, 09:32

Normalerweise bricht diese Diskussion doch immer in der Saure-Gurken-Zeit aus, die wir gerade heute nun wirklich nicht haben.

Bei uns im Forum wird wenig über SPECTRE diskutiert. Vermutlich ist es vielen zu SPOILER-behaftet.
Ich hatte die Frage hier schon mal aufgeworfen.
Wenn ich daran denke, wie 2002 noch jeder Schnipsel zu DAD seziert wurde. Das war damals der 1. Bondfilm, der live im Forum begleitet wurde.
Es wurde dann von Film zu Film weniger diskutiert und spekuliert.
Vielleicht hängt es aber auch damit zusammen, dass viele von uns lange dabei sind und das Forum im Schnitt daher deutlich älter ist als damals. Und dann geht man mit News etwas relaxter um... :)

Aber zurück zur Fragestellung:
Ein Tod Bonds wäre eines der wenigen No Gos, das nicht sein darf.
Ein Film, der einen Tod Bonds beinhaltet wäre für alle Zeiten in einer quasi-chronologischen Betrachtung der finale Bondfilm.
Somit würden alle anderen Bondfilme eine gewisse Tragik erhalten, da der Protagonist "später" ja stirbt (dies würde auch für etwaige im Anschluss gedrehte folgende Bondfilme gelten).
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Django

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Freitag, 13. Februar 2015, 10:14

Bei uns im Forum wird wenig über SPECTRE diskutiert. Vermutlich ist es vielen zu SPOILER-behaftet.

Ich erst seit Ende 2012, damals lief SF bereits in den Kinos. Diese ganzen Mutmassungen im Vorfeld eines Films langweilen mich irgendwie. Besonders, weil die allermeisten ziemlich daneben sind und falsche Erwartungen (positive wie negative) wecken.

Zitat

Warum hat der FYEO-Bond nichts mit dem MR-Bond zu tun?
Da gibt es absolut keinen Beleg für deine These. Dass der Grundton ein anderer ist, kann es ja nicht sein.

Wie ich finde: Doch. FYEO schliesst eher an das Ende von OHMSS an als an irgendeinen Bond-Film der 1970er. Und es ist natürlich alles Interpretationssache, keine exakte Wissenschaft, die mit "Belegen" arbeitet. Aber das ist nicht das Thema.

Zitat

NEIN! Bondfilme sollen leichtere Kost bleiben. Schon Craigs Bond ist "schwer" genug. Ein Bond stirbt nicht und dabei bleibt's.

Volle Zustimmung :prost: